Seit ihrem Rauswurf aus dem Bundestag hat die #FDP Mühe, in den Medien Gehör zu finden. Was denken die Liberalen derzeit also über so wichtige Themen wie den massenhaften Zustrom von Flüchtlingen? Laut der Agentur dts kritisiert FDP-Vorsitzender #Christian Lindner Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hart. Die Kanzlerin sei zu einer "Belastung" geworden, für das Land und ihre Partei. Früher habe es einen Merkel-Bonus gegeben, jetzt könne es zu einem Merkel-Malus kommen. Das bedeutet, dass die CDU ohne Merkel besser abschneiden könnte als mit der Kanzlerin als erneuter Spitzenkandidatin. Lindner äußerte sich dahingehend recht explizit in der Zeitung "Rheinische Post".

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Bürgerliche Wähler seinen zudem in großem Unmut über die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin und würden "ihre" CDU nicht wiedererkennen.

Was Merkel machte war falsch!

Merkels Flüchtlingspolitik sei, so Lindner fehlerhaft und partiell richtiggehend chaotisch gewesen. Hinzu kämen fiskalpolitische Fehler. Es gebe 2016 unerwartet einen Überschuss im Bundeshaushalt. Doch statt diesen für die Tilgung von Altschulden zu nutzen, so wie dies die FDP auch früher schon gefordert hatte, würde das Geld jetzt anderweitig verwendet.

Offenbar nichts verstanden?

Doch trotz der klaren Worte des FDP-Vorsitzenden in Interviews und auch beim traditionellen Dreikönigstreffen, sind die Liberalen in ihrer Gesamtheit derzeit jene Partei mit dem unschärfsten Profil. Das verwundert, da die Pause vom Bundestag eine goldene Chance wäre, scharfe und markante Positionen zu entwickeln, um eine liberal-bürgerliche Alternative zur CDU der offenen Grenzen zu werden.

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Die FDP bräuchte den liberalen Flügel der CDU, der Merkel und ihre naive "Willkommenskultur" satt hat, einfach nur einzusammeln. Doch dafür tut sie nichts - zumindest nichts Berichtenswertes.

Verpasste Chancen!

Die AfD ist im gegenwärtigen Zustand allenfalls für die politisch heimatlose Rechtsaußenklientel der CDU interessant, die mit Angela Merkels Politik wenig bis gar nichts anfangen kann. Eine FDP, die traditionell gute Beziehungen in den Osten und den arabischen Raum pflegt, wirtschaftlich vernünftig denkt, die Euro-Politik kritisiert, die Zuwanderung straff steuert und die Entlastung der hart arbeitenden Mitte zum Kern hätte, könnte für viele enttäuschte und gemäßigte Merkel-Wähler eine lang ersehnte Alternative sein - vor allem, wenn die FDP all das mit ihrer gesellschaftlichen Liberalität verbinden würde.

Sinnestäuschungen?

Es mag sein, dass die Liberalen glauben, sie täten all das. Einlassungen führender FDP-Politiker weisen darauf hin. Jedoch kommt dieses Bild beim Wähler derzeit kaum an.

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Dazu trägt sicher auch bei, dass die FDP derzeit wenig "zuspitzt", wie man das in der politischen Kommunikation nennt. Noch ist der Zug der Liberalen nicht abgefahren, aber die Räume schließen sich zügig. Es stehen wichtige Landtagswahlen an und bis zur #Bundestagswahl sind es nur noch rund neun Monate. Die FDP hat durch Merkels Unbelehrbarkeit die Chance auf eine triumphale Rückkehr in den Bundestag. Mal schauen, ob die Partei und ihr Chef Christian Lindner diese doch noch nutzt.