Falls die Europäische Union dem Vereinigten Königreich im Rahmen des #brexit keinen guten Handelsdeal anbietet, will die britische Regierung ihr Wirtschafts- und Zollmodell komplett umstellen. Dies deutete der königliche Schatzkanzler, Philip Hammond, gegenüber den deutschen Springer Medien an. Seine Chefin, Premierministerin #Theresa May, wird bald eine mit großer Neugierde erwartete Grundsatzrede halten, von der man sich zwar Antworten erhofft, wobei vermutlich dennoch viele Fragen offenbleiben werden. Die öffentlichen Erklärungen, die Premierministerin May bislang abgegeben hat, weisen jedoch zunehmend auf einen radikalen Bruch mit Brüssel und dem Kontinent.

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Auch der britische Finanzminister deutet eine Politik der kompletten Abkehr an, während seine Chefin schon einmal die besonderen Beziehungen Großbritanniens zu den Vereinigten Staaten von Amerika betont. Bahnt sich hier eine ganz neue Welt an?

Merkel versteht es einfach nicht!

Für Premierministerin May ist die nationale Souveränität inklusive der Kontrolle über die Einwanderung in das Vereinigte Königreich ein Dogma, also nicht verhandelbar. So richtig ernst scheint die Klarheit der Briten auf dem kompromissbesoffenen Kontinent keiner zu nehmen, allen voran nicht Mays deutsche Amtskollegin Angela Merkel. Diese hält einen Zugang zum EU-Binnenmarkt nur dann für denkbar, wenn dieser mit offenen Grenzen verbunden ist. Aus Sicht der britischen Innenpolitik wäre jeder faule Kompromiss dieser Art - mit weichen Sonderregeln und provisorischen Lösungen bis zu einer endgültigen Vereinbarung - kaum vermittelbar.

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Zu klar war das Brexit-Votum. Alleine die Schotten könnten noch querschießen, weil diese gerne in der EU bleiben würden.

Nur noch raus, so schnell es geht?

Die Brexit-Befürworter wollen einfach nur raus aus dem Brüsseler Moloch und wieder volle Souveränität für das Vereinigte Königreich. Sie verweigern es auch kategorisch, berichten BBC und Agenturen, nach dem Brexit die Gerichtsbarkeit des Europäischen Gerichtshofes hinzunehmen. Ohne diese Bereitschaft wäre jedoch eine Teilnahme am europäischen Binnenmarkt als "externes" Land kaum denkbar.

Hat May einen Geheimplan?

Es ist allerdings sehr gut möglich, dass dies alles Premierministerin Theresa May weniger Bauchschmerzen bereitet, als man in den Hauptstädten der Europäischen Union denkt. Denn im Umfeld der Regierung May denken Insider seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten - ein Ergebnis das Theresa May sehr begrüßte - an eine radikal neue Idee.

New NAFTA?

Präsident Trump will die Nordamerikanische Freihandelszone NAFTA aus Mexiko, den USA und Kanada neu verhandeln.

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Zudem hat er kein Interesse an der geplanten pazifischen Freihandelszone. Gut denkbar, munkelt man in London, dass May und Trump eine neue NAFTA aus dem Boden stampfen, eine "Freihandelszone der angelsächsischen Nationen", bestehend aus den USA, Großbritannien, Kanada und gegebenenfalls auch Australien und Neuseeland. Diese Länder sprechen die gleiche Sprache, haben eine hohe kulturelle Homogenität und ein ähnliches Verständnis von Wirtschaftspolitik. Bis auf die USA haben Sie zudem alle Queen Elizabeth als Staatsoberhaupt. Insider wetten daher zur Zeit zaghaft auf eine wirtschaftliche Vereinigung der Briten mit ihren angelsächsischen Brüdern und Schwestern mit über 400 Millionen Konsumenten. Die EU wäre dann in London ganz schnell vergessen. #Merkel