Die deutsche #Bundeswehr sieht sich nach Jahren der Image-Politur einem heftigen #Skandal gegenüber. In einer Kaserne im Land Baden-Württemberg sei es zu "ernstzunehmenden Vorfällen" gekommen, und das auch noch mehrfach. Dies verlautbarte das Heer selbst in einem Statement. Explizit ist die Rede von "sexuell-sadistischen Praktiken". Wie die Agentur AFP meldet, steht der Vorwurf auf Beraubung der Freiheit, Körperverletzung, Gewaltexhibition und Nötigung im Raum. Die deutsche Oberbefehlshaberin in Friedenszeiten, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sei unterrichtet worden. Tatort sei ein Trainingszentrum für Elitesoldaten im Ort Pfullendorf.

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Es ist die Rede von der Missachtung der Menschenwürde, sexuellen Übergriffen und Verletzungen des Schamgefühls. Auch zu Mobbing soll es gekommen sein, melden Medienhäuser. Im Kontext von "Aufnahmeritualen" seien Rekruten Opfer von Misshandlungen, offenbar sexueller Natur, worden.

Gewaltrituale?

Laut dem Nachrichtenblatt "Der Spiegel", dessen Berichterstattung nach einer Falschmeldung und tendenziös wirkenden Artikeln derzeit mit etwas Vorsicht zu bewerten ist, seien in der besagten Kaserne in Pfullendorf perverse Praktiken und #Sex im Bereich der Kampfsanitäter häufig vorgefallen. Ferner, so "Der Spiegel", habe es "Gewaltrituale unter Wachsoldaten" gegeben.

Probleme mit der inneren Führung?

Laut aktuellem Recherchestand waren Vorgesetzte an den Ereignissen nicht beteiligt.

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Dies betonte auch die Bundeswehr selbst in öffentlichen Erklärungen. Aufgrund von "gravierenden Defizite in der Führung“" sei es aber zu personellen Veränderungen gekommen. Offenbar wird vor Ort hinter verschlossenen Türen aufgeräumt, ohne dass bislang Einzelheiten nach außen dringen. Jene Soldaten, die bereits sicher als Täter eingestuft werden können, würden umgehend aus der Bundeswehr entfernt, hieß es aus Kreisen des Verteidigungsministeriums. Die Staatsanwaltschaft, in diesem Fall die örtlich zuständige in Hechingen, sei selbstverständlich eingebunden worden. Heeresinspekteur Jörg Vollmer betonte, das Geschehene sie nicht zu tolerieren und würde "mit aller Konsequenz" verfolgt. Auch seien die Ermittlungen zur Aufklärung der Sachlage und zur Identifikation aller Täter noch im Gange.

Der Spiegel wird explizit!

Der Skandal wurde laut "Der Spiegel" durch eine Soldatin aufgedeckt, die einen Warnruf an den Wehrbeauftragten der Bundesregierung und die Oberbefehlshaberin, Verteidigungsministerin von der Leyen schickte.

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Die Rekrutin habe beklagt, dass sich Soldaten in der betroffenen Kaserne vor ihren Kameraden nackt machen müssten und dabei auf Video gebannt werden würden. Ferner sei es zu medizinisch unnötigen und möglicherweise rein sexuell motivierten Handlungen gekommen.

Schlimm, aber nichts Neues?

Grausige Vorfälle dieser Art sind in Streitkräften, Gefängnissen und anderen abgeschlossenen Kollektiven keine Seltenheit. Bei der Bundeswehr sollen Maßnahmen der inneren Führung solche Vorgänge aber eigentlich unterbinden. Sie kommen dennoch immer wieder vor. So berichteten - als wenige Beispiele unter vielen - 2002 das Magazin EMMA, 2012 der Focus und 2014 der Tagesspiegel über sexuelle Vorfälle in der Bundeswehr.

Könnte es eine versteckte Agenda geben?

Die scheinbare Häufigkeit widerwärtiger Vorgänge macht es keineswegs besser, doch es überrascht auf diesem Hintergrund die Intensität und Lautstärke, mit welcher der abstoßende Vorfall in Pfullendorf behandelt wird. Der Imageschaden für die Bundeswehr, eine der Säulen des deutschen Rechtsstaats, ist immens. Und wir leben in schlimmen Zeiten, in denen es auch Kräfte geben mag, die an einer möglichst reißerischen Berichterstattung gegen die deutschen Streitkräfte ein Interesse haben, um diese zu schwächen und die innere Stabilität Deutschlands in kleinen Schritten zu erschüttern. Es gibt bislang keinen Beleg dafür, aber es ist plausibel. Ob der Militärgeheimdienst MAD auch in diese Richtung ermittelt, ist unklar. Es wäre aber sicher kein Fehler, er täte es.