Als gäbe es nicht schon genug Probleme: Assad in Syrien, in Russland ein Staatschef mit Hang zur Grenzerweiterung. Nach langer Zeit gibt’s auch wieder mal einen omnipotenten Sultan – oder einer der es werden möchte, vielleicht schon ist. Nordkorea nicht zuvergessen. Was ausgelassen? Jede Menge! IS, Iran, Irak, Afghanistan, Flüchtlingskrise(n) … die Auflistung scheint endlos. Und jetzt noch Donald #Trump, der seine politischen Absurditäten am liebsten in kurzen Twitter-Botschaften verschwurbelt. Dabei wäre eine unkonventionelle Art des Regierens mal wichtig, jedoch gekonnt und mit Stil, Klugheit und Weitsicht.

Unter Freunden

Gut, also Trump schon jetzt in die Riege der Durchgeknallten dieser Welt zu etablieren wäre etwas zu früh.

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Oder zu spät. Denn jetzt muss die Welt mit dem leben, was Amerika bekommen hat: Einen Geschäftsmann als Politiker, der jede Menge nicht ungefährlichen Unsinn erzählt und durch die immer schwieriger und kompliziert werdende Welt trampelt, bar jedes Wissens mit jeder Menge Leute an seiner Seite, die alle vermutlich profitieren werden. Übrigens inkl. Verwandtschaft. Denn Donalds Schwiegersohn soll in Zukunft ja kräftig mitmischen. Dass dies eigentlich nicht sein darf, stört offenbar niemanden. Da wird getrickst und gebogen was möglich ist, damit es möglich wird. So bleibt man unter Freunden. Dass die bis jetzt auserwählte Trump-Entourage seine diversen Verbindungen zwischen Politik und Geschäft trennen möchte und deswegen berufliche Positionen kappen will, kann man glauben, muss es aber nicht.

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Was ist mit Europa?

Nachdem die meisten Politiker sprechen ohne was zu sagen, hat sich Trump offenbar vorgenommen genau das zu perfektionieren. Geredet hat er viel, Konstruktives gesagt aber so gut wie nichts. Zumindest was so herüberschwappte aus seinen zum Teil skurril anmutenden Auftritten. Dabei ist erschreckenderweise auch viel Nationalistisches.

Das beflügelt die rechtsgerichteten Populisten in ganz #Europa. Endlich ein Vorbild! Und eines, das es sogar geschafft hat. Die ganzen retrospektiven Polterer, angefangen beim Niederländer Wilders, über Madame Le Pen bis zur #AfD, wittern nun Morgenluft. Orban ist ja auch auf dem besten Weg und kann sich schon mal in Polen Tipps holen. Und Österreich gibt es ja auch noch. Hatten wir noch gedacht, dass sich die FPÖ selbst zerbröselt, nachdem dereinst Jörg Haider aus der Rechtskurve geflogen ist, so hätte sie nun um ein Haar den Kanzler gestellt – einer, der einen Bürgerkrieg in seiner Alpenrepublik nicht für unwahrscheinlich hielt. Eines ist ihnen allen gemeinsam – sie gehen beim Thema Europa auf Distanz.

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Nichts gegen eine kritische Betrachtung auf Europa, aber bitte nicht mit dem nationalistischen Auge. Vielleicht sollte man mal zurückschauen. Zu was hat die ganze Eigenbrötlerei einst geführt? Zu Streit und Krieg. Das Ziel von Europa ist und sollte sein, einen Zusammenhalt, Wirtschaft und ein freundschaftliches Miteinander zu etablieren. Denn wer meuchelt schon seinen besten Kunden oder guten Freund? Nur so geht es und dabei verliert niemand seine Identität, was ein gern genommenes, aber falsches Argument ist. Vielfalt ist wichtig – auch wenn Menschen einen anderen Pass haben. Also aufgepasst, Trump sollte als Treppenwitz der Geschichte eingehen und nicht prägend auf Europa wirken. Wenn Europa und die Welt zusammenhalten, schaffen wir den mit klugem Geschick, Ausdauer und festem Zusammenstehen auch noch. Aber Schaden hinterlässt er sicher. Und bis das ausgebügelt ist, wird es dauern und Energie kosten. Aber davon gibt es ja bald genug, wenn Trump seine Ideen umsetzen sollte und mit fossiler Energie die Welt bereichert.