#Privatsphäre definiert laut Duden den ganz persönlichen Bereich eines Menschen. Und diesen benötigt man auch dringend um sich zurückziehen zu können, zu ordnen oder schlichtweg die Seele baumeln zu lassen. Doch wer besitzt heutzutage wirklich noch Privatsphäre und wie wird das in Zukunft aussehen? Wenn man sich den digitalen Wandel der Zeit ansieht, wird man in den Ereignissen der letzten Jahre vor allem auf die Abhörskandale der NSA aufmerksam oder den erhöhten Einsatz von Überwachungskameras im öffentlichen Bereich, die einen regelrechten Aufschrei der Bevölkerung verursacht haben. Einerseits wird Überwachung gefordert um mögliche Verbrechen zu verhindern, doch andererseits missfällt die Vorstellung, dass jederzeit Informationen von einer beliebigen Person abgerufen werden können.

Werbung
Werbung

Dabei befinden wir uns derzeit in einem sehr lockeren „Überwachungsstaat“, bedenkt man die möglichen und durchaus realistischen Vorstellungen für die Zukunft.

Absolute Kontrolle im öffentlichen Raum

Schon in Kriegsgebieten werden Drohnen eingesetzt und bei Verbrechen mithilfe des Kameramaterials von öffentlichen Kameras massiv gearbeitet. Seit dem Vorfall des U-Bahn Treters in Berlin und auch schon zuvor wünschen sich immer mehr Menschen mehr Kameras, um die betreffenden Täter schnell ausfindig zu machen. Und wenn sich potenzielle Täter die Tatsache bewusst machen, dass die meisten Ihrer Handlungen gefilmt werden, würden viele Ihr Vorhaben nicht in die Tat umsetzen.

Soweit ist der Ansatz gut. Überwachung im öffentlichen Raum um mögliche Verbrechen zu verhindern oder schneller aufzuklären klingt für jedes Ohr erst positiv.

Werbung

Doch man kann niemals jeden Ort mit Kameras erfassen, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist diese Angelegenheit viel zu kostspielig. In den nächsten Jahren wird sich das jedoch definitiv ändern und dabei bleibt die Frage bestehen: Wer kümmert sich darum, wer kontrolliert um zu kontrollieren? Denn hinter jeder Technik steckt auch ein Mensch mit eigenen Absichten. Spinnen wir das erfolgreiche Ausdehnen der Überwachung im öffentlichen Raum doch einmal weiter, die Kriminalitätsrate sinkt stark- und dann? Die Überwachung wird sich auf sämtliche Bereiche ausdehnen. Einen Ort zu finden, an dem man sich zurückziehen kann und sich selbst treu bleibt ohne dabei von anderen, fremden Menschen permanent eingeschätzt und beurteilt zu werden wird unmöglich.

Was wird verborgen, wenn man auf seine Privatsphäre besteht?

Die Polizei arbeitet oft mit Fotos der Öffentlichkeit. Was wäre, wenn jedes Kameramaterial jedem zugänglich gemacht würde? Durch Google Maps kann man sich idealerweise schon ein Bild von der Umgebung machen, welche man besuchen möchte.

Werbung

Doch die Verlockung ist sicher für jeden groß, jederzeit Zugriff auf ein Livebild an einem Ort zu haben. Schon bald könnten die ersten Gesichtserkennungsscans, die auch schon heute natürlich existieren und die Arbeit der Polizei erleichtern, auch für den normalen Laien zugängig sein. So könnte man jederzeit vergangene Studienkollegen oder ehemalige Freunde wiederfinden. Fast überall wird durch die Überwachungsdebatte vermittelt, dass Transparenz Sicherheit schafft. Wer sich dagegen äußert, wird scharf kritisiert, oftmals mit den Worten „Wenn sie sich nicht öffentlich machen wollen, was haben sie zu verbergen?“

Es wird schwer werden, einen vernünftigen Spagat zwischen Überwachung und Privatsphäre zu finden. Die Debatte wird demnächst nicht abreißen, nur sollte man sich der Tatsache immer bewusst machen, dass all die Informationen tagtäglich auch verarbeitet werden müssen. #Überwachung #Kriminalität