Exklusiv mit Blasting.News sprach Steven Ernst vom Thinktank SCPS International in New York über die aktuelle Situation in #Europa.

Blasting.News: Wie sehen Sie die Lage der EU in Sachen #Flüchtlinge derzeit?

Ernst: Sorgen macht uns das anhaltende Chaos im Bereich dessen, was man die Balkanroute nennt. Griechenland kommt seinen Verpflichtungen aus den Veträgen von Schengen und Dublin nicht nach. Italien steht recht alleine an der Front im Mittelmeer. Die Situation ist alles, nur nicht unter Kontrolle.

Blasting.News: Brauchen denn die Menschen aus Syrien nicht weiter dringend Schutz?

Ernst: Sicher. Doch schauen Sie sich bitte die Zahlen an.

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Nach unseren Informationen stammt die Mehrheit der Flüchtlinge aus Staaten, in denen kein Krieg herrscht. Syrische Familien sind nicht die große Realität. Es kommen im Wesentlichen junge Männer, aus Nordafrika, Afghanistan, Pakistan, zunehmend auch aus Schwarzafrika. Selbst Iraner sind nach wie vor unterwegs, dabei ist deren Land eines der prosperierendsten des Nahen Ostens. Diese Realitäten muss man anerkennen, denn es sind Fakten.

Blasting.News: Kein Mensch flüchtet aus Spaß. Diese Menschen müssen doch in Not sein, dass sie solch einen Schritt gehen.

Ernst: Sicher sind sie das und dafür verdienen sie auch Respekt und Hilfe. Beachten Sie jedoch, diese Menschen sind zum großen Teil Wirtschaftsflüchtlinge und solche, die vom Chaos in ihren Ländern genug haben. Ein paar wenige Terroristen sind auch dabei, wie uns 2016 gelehrt hat.

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Doch das ist schlimm genug, ein einziger Djihadist ist schon zu viel.

Blasting.News: Dann ist die Willkommenskultur doch richtig gewesen?

Ernst: Nein. Keinswegs, im Gegenteil. Das Elend der Welt wird nicht in Europa lösbar sein. Der Kontinent hat erhebliche eigene Probleme. Wenn die Asylkrise so weitergeht, kann Europa kippen.

Blasting.News: Was meinen Sie mit "kippen"? Wirtschaftlich oder meinen Sie eine Islamisierung?

Ernst: Es gab schon um das Jahr 2004 den Satz eines Kollegen, der sagte, "Bevor Europa islamisch wird, wird es faschistisch". Es steht zu befürchten, dass darin ein Funken Wahrheit liegt. Schauen Sie sich den Brexit an, die Erfolge der FPÖ in Österreich, den Front National in Frankreich, die antiliberalen Umwälzungen in Osteuropa und die AfD in Deutschland. Die Tendenz ist eindeutig.

Blasting.News: Was wäre Ihrer Meinung nach zu tun?

Ernst: Es führt aus reiner Vernunft an Vorschlägen wie Hilfslagern und Asylzentren in Nordafrika und im Nahen Osten kein Weg vorbei.

Blasting.News: So wie die Österreicher das gerade vorschlagen?

Ernst: In etwa.

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In Österreich ist viel Innenpolitik mit im Spiel. Warten wir ab, wie ernst sie es meinen. Die Ideen scheinen doch noch unausgereift. Veil wichtiger, Europa braucht derzeit eine gute Sicherung seiner Außen- und Binnengrenzen. Den Menschen ist zu helfen, aber man kann deswegen Europa nicht ins Chaos stürzen. Das wäre eine Sünde an Europa.

Blasting.News: Das klingt sehr hart und uneuropäisch.

Ernst: Die Wahrheit ist nicht immer schön.

Blasting.News: Wie wird es Ihrer Auffassung nach weitergehen?

Ernst: Noch kann ich nicht hellsehen. Aber es wird vom Abschneiden der rechten und nationalen Kräfte in Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und anderen Staaten abhängen. Die Situation erscheint derzeit einen offenen Augang zu haben.

Blasting.News: Das klingt pessimistisch!

Ernst: Ich würde es Realismus nennen. Ich liebe Europa und Europa ist - in einem Bild gesprochen - derzeit sehr krank.

Blasting.News: Vielen Dank für das Gespräch. Blasting.News bleibt an diesem Thema dran.

Ernst: Immer gerne. #Terrorismus