Heute ist der große Tag: Die #EMMA wird #40 Jahre alt und darauf können die Macherinnen wirklich stolz sein. Natürlich allen voran EMMA-Gründerin #Alice Schwarzer, die den Erlös ihres Bestsellers "Der kleine Unterschied" in die Gründung des feministischen Magazins steckte. Mit einer Auflage von 200 000 Exemplaren erschien die erste EMMA am 26. Januar 1977 und war innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft. Dasselbe geschah mit den nächsten 100 000 nachgedruckten Exemplaren.

Der erste "Pascha des Monats" war übrigens Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein, der schon wenige Monate später den Beweis antrat, wie sehr er diesen "Titel" verdient hatte: Der Spiegel titelte im Juli 1977 tatsächlich mit einer völlig nackten 12-Jährigen in Strapsen.

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Die EMMA legte erfolgreich Beschwerde beim Presserat ein und der Spiegel kassierte eine Rüge. Heute wäre dieser Titel ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Alice Schwarzer und ihre EMMAs bewiesen immer wieder Humor

1980 verhindert die EMMA durch ihre Berichtserstattung eine Katastrophe: FDP und SPD planten unfassbarer Weise die Abschaffung des Pädophilie-Paragrafens, dann wäre der "gewaltfreie" Sex mit Kindern straffrei gewesen. Im Januar 1984 sorgt die EMMA-Satire "Männer sprechen über ihr Glied" mit 20 Penissen auf der Titelseite für Furore. Mit dieser Story reagierte die EMMA auf den STERN-Titel "Frauen sprechen über ihre Brüste". Genau so erging es der BILD mit ihrem "Total verrückten Busenspiel" auf das EMMA mit dem "Total verrückten Pimmel-Spiel" reagierte. Feministinnen müssen eben einfach Humor haben, sonst wäre das nicht auszuhalten.

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Auch Tierrechte liegen der EMMA am Herzen

1987 startet EMMA die PorNO-Kampagne, präsentiert einen Gesetzesentwurf der Pornografie als Verstoß gegen die Menschenwürde definiert. 1993 steigen die Emma-Redakteurin Cornelia Filter und die EMMA-Fotografin Bettina Flittner undercover in einem Sextourismus-Hotel in Thailand ab. Weil die Freier gezeigt werden, ohne dass sie unkenntlich gemacht wurden, erregt EMMA sogar weltweites Aufsehen.

Ganz wichtig ist auch der Titel im Januar 1994, der ein "Recht für Tiere" fordert. Es geht um Massentierhaltung und Tierversuche, aber auch um geschichtliche Parallelen zwischen Frauen und Tieren als Besitz von Patriarchen. Über Tierrechte war zu dieser Zeit noch so wenig nachgedacht worden, dass der SPIEGEL Alice Schwarzer unterstellte, sie wolle die EMMA zum Fachblatt für Kurioses wandeln.

Keine Prostitution und aufgeklärter Islam

Im März 1999 berichtete EMMA über den amerikanischen "Take Our Daughters to Work Day", inzwischen ist dieser Tag auch in Deutschland als Girlsday etabliert.

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Im Dezember 2007 starten Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und EMMA die Kampagne "Leben hat Gewicht", unter anderem mit dem Erfolg, dass die deutschen Mode-Dachverbände 2008 einen Kodex gegen den Schlankheitswahn unterzeichnen. Im Oktober 2013 startet EMMA den Appell "Prostitution abschaffen". "Wir wollen einen fortschrittlichen und aufgeklärten Islam" heißt der Titel im März 2015 als Reaktion auf die 11 ermordeten Menschen bei Charlie Hebdo. In der aktuellen Jubiläumsausgabe gibt es ein Dossier zur Kölner Silvesternacht.

Liebe EMMAs ihr seid großartig, es ist für mich unvorstellbar, wenn ich ohne EMMA hätte leben müssen. Natürlich ist es eine Katastrophe, dass ihr nach 40 Jahren immer noch unverzichtbar seid, aber ich möchte mir nicht vorstellen, wo wir stehen würden, wenn es euch nicht gegeben hätte.