Politik, ganz egal ob rechts oder links, liberal oder autoritär, sollte immer eines sein: smart, logisch und dem eigenen Volk hilfreich. Die Dinge vom Ende her zu denken, zu differenzieren und so zu regieren, dass man nicht statt einen Baum zu fällen gleich den ganzen Wald abfackelt, wäre schon mal ein Anfang. Präsident #Trump hat hier offensichtlich noch eine Lernkurve vor sich. Vielleicht sollte er mal bei Präsident Putin nachfragen, wie man autoritär und smart zugleich regiert. Oder am besten er lernt von Israel, denn dort hat man - wie in Russland - ernsthaft Ahnung von Terrorabwehr.

Völlig irre.

Mit seinem Einreiseverbot für Staatsbürger (nicht Flüchtlinge!) von Syrien, Sudan, Somalia, Jemen, Libyen, Irak und Iran hat Trump ein Dekret erlassen, das weder Amerika schützt noch den Terror vernichtet - stattdessen verprellt er hunderttausende Steuerzahler.

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Denn Trumps Dekret ist nicht durchdacht und dazu geeignet Leistungsträgern der USA schweren Schaden zuzufügen und der Hightech-Industrie des Landes gleich mit.

Es trifft die falschen Menschen.

Betroffen von Trumps Einreiseverbot sind nach Angaben der NZZ und anderer seriöser Quellen nämlich auch Inhaber so genannter "Green Cards". Diese Menschen sind keine Flüchtlinge oder Terroristen, sondern feste Einwohner und Steuerzahler in den USA - mit Anrecht, Staatsbürger zu werden. Dank Trumps Dekret sitzen jetzt also amerikanische Steuerzahler, Hausbesitzer und Leistungsträger irgendwo in der Welt fest und können nicht nach Hause, weil Präsident Trump sie in einem offensichtlichen Anfall geistiger Umnachtung mit irgendwelchen Flüchtlingen in einen Topf geworfen hat. Hunderttausende von ihnen können die USA jetzt auch nicht mehr verlassen, weil sie dann aus dem Urlaub oder von der Dienstreise kommend nicht mehr nach Hause, in die USA, zurückkehren könnten.

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Unternehmen wie #Google und Facebook haben bereits betroffene, das heißt im Ausland gestrandete Mitarbeiter und rufen laut NZZ und Agenturen jene Kollegen umgehend aus dem Urlaub und von Dienstreisen zurück, die als nächste auf Trumps Verbannungsliste stehen könnten.

Es trifft die falschen Länder.

Dass man keinen Terrorismus importieren will, versteht sich ebenfalls von selbst. Auf dieser Grundlage fehlen dann aber die eigentlich relevanten Staaten. Das ist der nächste Plemplem-Faktor in Trumps Dekret. Denn der Terror auf dem Boden der USA erfolgte nicht durch Staatsangehörige der verbannten Nationen. Er kam aus Saudi-Arabien, den vielen reichen Golfemiraten, aus Pakistan und aus Afghanistan. Aber genau diese Länder stehen keineswegs auf der Ausperrliste des Donald Trump. Warum?

Völlig meschugge!

Trumps Dekret ist also gleich in mehrfacher Hinsicht sinnlos, am Ziel vorbei, unredlich und vor allem so sinnlos wie eine Malaria-Prophylaxe an der Nordsee. Wären US-fremde Personen aus Saudi-Arabien, den Golfstaaten, ganz Nordafrika, Bosnien, Tschetschenien und der Türkei auf der Liste, dann ergäbe das Ganze einen sicherheitspolitischen Sinn.

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Aber so?

Rat bei Putin?

Ohne Frage, Europas haltlose Flüchtlinge will niemand. Doch die Antwort darauf ist kein geisteskrankes Gesetz wie jenes von Trump, das die falschen Menschen aus den falschen Ländern aussperrt. Das ganze Dekret ist komplett meschugge und man kann nur hoffen, dass Google, Facebook und der Rest der US-Hightech Industrie dem Präsidenten irgendwie klarmacht, dass hochbezahlte IT-Experten, die in den USA leben und arbeiten, anders behandelt gehören als irgendein potentieller Terrorist aus einem pakistanischen Bergdorf. Dass der Präsident solche Basics nichts versteht, ist ein erschütterndes Zeichen von Ahnungs- und Kopflosigkeit. Vielleicht hört er wenigstens auf seine Kollegen aus anderen terrorbedrohten Ländern. Die Präsidenten Putin, Xi und Premier Netanjahu wären sicher gute Ratgeber. Denn selbst Russland und China erlassen zwar oft umstrittene, aber niemals handwerklich dumme Gesetze. Soweit sind wir also schon gekommen, dass die USA von Russland lernen müssen. Wow, was für Zeiten. #Einreise