Kaum ist US-Präsident Donald Trump im Amt, kann man den Beginn tektonischer Verschiebungen in der Weltpolitik beobachten. Nicht nur, dass der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) erkannte, dass sich Deutschland „warm anziehen“ müsse, um seine Interessen „beinhart“ zu vertreten – auch in vielen anderen Nationen kommt wahlweise Nervosität oder Hoffnung auf. Vor allem in Großbritannien sieht man der Ära Trump hoffnungsvoll entgegen. So reist die britische Premierministerin Theresa May bereits in wenigen Tagen nach Washington und am Ende wird möglicherweise eine wirtschaftliche Allianz der angelsächsischen Geschwister stehen.

Besorgnis in Peking!

Sorgen macht sich dagegen offenbar die Führung der Volksrepublik #china.

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Die offensichtliche Absicht von Präsident Trump, die Beziehungen zu #Russland zu reparieren sowie seine protektionistischen Pläne haben in China die Alarmglocken laut klingeln lassen. So hat der chinesische Präsident Xi Jinping beim Weltwirtschaftsforum in Davos ungewohnte Töne angeschlagen und sich massiv für Freihandel und die Globalisierung eingesetzt. Verkehrte Welt also, in der die kapitalistische Supermacht #USA die Wirtschaft staatlich wieder an die Leine legen will und die Kommunisten aus Peking für den globalen Kapitalismus werben. Wahrhaft interessante Zeiten sind dies, wie man in China zu sagen pflegt.

Gleichzeitig ein Blick nach Moskau?

Die kommunistische Volksrepublik China ist eigentlich seit dem Besuch US-Präsident Nixons im Jahr 1972 ein kollegialer Freund der USA. Das Verhältnis war nie spannungsfrei, aber doch eng.

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Gleichzeitig suchte man in Peking aber auch immer den Draht nach Moskau. Jetzt macht sich laut russischen Medien in China die Angst breit, dass die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump einerseits eine härtere Haltung gegenüber Chinas Handelspolitik einnehmen könnten und andererseits mit den Russen gemeinsame Sache machen.

Defizite wohin man blickt!

Die USA haben schon lange erkannt, dass es mit ihrer Handelsbilanz gegenüber China nicht zum Besten steht und wollen das unter der neuen Regierung ändern, zum Beispiel durch Schutzzölle. Damit würde China als „Werkbank der Welt“ potentiell geschädigt. Russland dagegen hat von Präsident Trump wirtschaftspolitisch wenig bis gar nichts zu befürchten, misst man ihn an seinen Ankündigungen.

Ein anderes Bild?

Die staatlich gelenkten chinesischen Medien berichten folgerichtig neutral bis besorgt über Donald Trump, während die russischen Sender und Zeitungen voll des Lobes für den neuen Präsidenten sind. Peking befürchtet negative Konsequenzen, wenn Trump die Sanktionen gegen Russland aufhebt.

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Denn dann würde sich auch die russische Wirtschaft wieder mehr nach Westen orientieren und weniger einen Ersatzpartner in Peking suchen. Diese Zusammenhänge werden in den staatlichen russischen Medien sogar offen diskutiert.

Fühler ausstrecken!

Chinas Präsident Xi Jinpings hat folglich auch bei einer Zusammenkunft mit dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres in Genf verlauten lassen, China wolle gute Beziehungen zu den USA, aber ebenso mit Russland. Eine Front gegen die Amerikaner werden Russland und China, wie von manchen „eurasischen“ Strategen angedacht, nicht bilden können und es auch gar nicht wollen. Vielmehr könnten es ausgerechnet das ex-kommunistische Russland und das nominell immer noch kommunistische China sein, die zusammen mit der EU den freien Welthandel gegen Trumps Zollpolitik verteidigen.

Wird China Streit mit den USA riskieren?

China wird und kann seine engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit den USA niemals aufgeben – schon aus reinem Eigeninteresse nicht, und Russland wäre substantiell und größenseitig kein adäquater Ersatzpartner. China und Russland werden deshalb zwar weiterhin eng zusammenarbeiten, orakelt das russische Staatsfernsehen, würden aber wohl niemals feste Bündnisse gegen die USA eingehen, weil man sich gegenseitig brauche – so wie die USA auch die beiden anderen Großmächte. Ein multipolares Zeitalter scheint heraufzuziehen.