Nun ist er also im Amt. Donald #Trump wurde Punkt 12 Uhr mittags vereidigt. Die Ära #Obama ist zu Ende und entgegen allen Unkenrufen lief die Zeremonie wie geplant und ohne Störungen ab. Nur der Wettergott meinte es nicht allzu gut mit den Anwesenden, doch tausende Trump-Fans ließen es sich auch von einem anhaltenden Nieselregen nicht nehmen mitzuerleben, wie der unwahrscheinlichste aller Kandidaten nach einem unglaublichen Wahlkampf und einem furiosen Sieg endlich sein Amt antritt. Was dann kam war eine erste mittlere Überraschung: Präsident Trump hielt die klassische Rede von den Stufen des Kapitols und sagte exakt das, was er auch im Wahlkampf angekündigt hatte.

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Da gab es kein Weichspülen von Positionen und auch Relativieren. Trump ist Trump, auch in der Realität der Präsidentschaft. Er meint, was er sagt. Das weiß die Welt jetzt und seine Wähler wird es freuen. All jene aber, die darauf gehofft hatten, Trump würde sich als Präsident schon dem allgemeinen Politikersprech annähern, dürften in Schockstarre vor ihren Fernsehapparaten gesessen haben.

Das Publikum war anders!

Wenn man die amerikanische Politik verfolgt und sich an die eine oder andere #Amtseinführung eines neugewählten Präsidenten erinnern kann, dann bemerkte man, dass heute ein gänzlich anderes Publikum als 2001 bei George W. Bush oder 2009 bei Barack Hussein Obama anwesend war. Trump, so zeigen es die Wahlauswertungen, hat vor allem dank der Stimmen der verarmten weißen Mittelschicht gewonnen - heute war sie da, am Kapitol, um ihren Präsidenten zu sehen.

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Und er enttäuschte sie nicht, sondern rief ihnen zu, dass er zu halten gedenke, was er versprochen hatte. Der Applaus war ihm sicher.

Michelle schien zu leiden!

Während Barack Hussein Obama mit seinem Nachfolger nach dessen Vereidigung und Rede schäkerte, hatte Ex-First Lady Michelle Obama offensichtliche Mühe, ihre Gesichtszüge unter Kontrolle zu halten. Man konnte ihr förmlich ansehen, wie sehr sie Donald Trump zu verabscheuen scheint. Der wiederum war sehr herzlich zu ihr, begleitete die Obamas zum Hubschrauber, der sie wegbringen sollte und gab Frau Obama sogar - wie es in den USA üblich ist - einen Abschiedskuss auf die Wange. Sie blieb dabei steif wie ein Brett und machte alles, nur keine gute Figur.

Wer ist wichtiger?

Die Obamas flogen daraufhin zum präsidialen Flughafen vor den Toren Washingtons, wo der Ex-Präsident vor dem Abflug nach Kalifornien noch einmal zum dortigen Personal sprach. Parallel ging Präsident Trump daran, erste Dekrete vor laufenden Kameras zu unterschreiben.

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Beim Sender CNN, der Trump alles andere als wohlgesonnen ist, zeigte man beide Ereignisse parallel, allerdings mit offenem Ton bei Obama. Präsident Trump war auf stumm geschaltet. CNN hatte hier einen Moment der Realitätsverweigerung, doch nach wenigen Minuten setzte sich auch dort die neue Realität durch: die Übertragung von Obamas Rede wurde abrupt unterbrochen und Präsident Trump in Vollbild und mit Ton bei der Ausübung seiner ersten Amtshandlungen gezeigt.

An die Arbeit?

Donald Trump, dem das sich in rasenden Schritten zum Boulevardblatt mausernde Hamburger Magazin "Der Spiegel" diese Woche attestierte, ein Narzisst zu sein - also krankhaft selbstverliebt - schien den ganzen Pomp der Amtseinführung und das Getue um seine Person keineswegs zu genießen. Die einzigen Momente, in denen er entspannt wirkte, waren jene, in denen er arbeiten durfte und im Umgang mit seinen Militärs.

Ein ernster Trump?

Ganz anders als man es von einem selbstverliebten Menschen erwarten würde, strahlte er aus, dass er diesen Tag der Huldigungen schnell hinter sich bringen und endlich regieren möchte, weil er sich seiner Verantwortung voll und ganz bewusst zu sein scheint. Anders übrigens als die Obamas 2009, die sich bei Barack Husseins Amtseinführung nachts ganz dekadent, tanzend und flirtend in einem Lastenaufzug fotografieren ließen. Amerika hat sich heute verändert und Präsident Trump wird noch viele überraschen. Möge er eine glückliche Hand haben!