Ja, es stimmt. Hinter Donald Trumps Wahlsieg stand eine Person mit folgender Beschreibung: blond, blaue Augen, stählerner Blick, sportlich, wahlweise herzlich und wenn es sein muss eiskalt, strategisch geschult, schlagkräftig und ohne jede Beißhemmung. Aber nein, es war nicht Vladimir #Putin, sondern Kellyanne #Conway - die erste Frau, die in den USA einen Wahlkampf geleitet hat, und dann auch gleich zum Erfolg. Sie brachte das Kunststück zu Wege, Donald Trump nicht zu verbiegen und ihn trotzdem für die Mitte der Gesellschaft wählbar zu machen. Die Frau gilt seitdem in Washington als Genie. Denn die empathische und herzliche Mutter von vier Kindern, die gerade fünfzig Jahre alt wurde, kann mit einer Eiseskälte und Präzision zuschlagen, dass selbst den Profis bei CNN, ABC, CBS und NBC, ja sogar den Konservativen bei FOX schwindlig wird. In den USA gibt es sehr viele, sehr gut ausgebildete Politstrategen. Conway hat bewiesen, dass sie jetzt die unangefochtene Nummer eins unter ihnen ist. Seit sie für Donald #Trump arbeitet, hat Conway es geschafft, jeden einzelnen Fehltritt ihres Chefs wegzuwischen. Eine Meisterleistung.

Warum dieser Posten?

Donald Trump hat Conways Wert schnell erkannt und sie zum „Counselor to the President“ gemacht. Was wie ein Trostpreis klingt, ist in diesem Fall einer der einflussreichsten Posten im Weißen Haus. Viele amerikanische Kollegen hatten damit gerechnet, dass Conway die Sprecherin des Präsidenten wird. Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht mehrere Züge vorausdenken würde. Als Pressesprecherin wäre Conway in einem Korsett von Konventionen gefangen, politisch verantwortlich für ihr Handeln und ständigen Attacken ausgesetzt. Als private Beraterin des Präsidenten hat sie dagegen unkontrollierten Zugang zu Donald Trump. Ein Idealposten für eine Ausputzerin vom Schlage einer Kellyanne Conway - und politisch überlebenswichtig für einen impulsiven Präsidenten, der CNN gerade den „Krieg“ erklärt hat.

Chiffonkleid statt Judomatte!

Auch in anderer Hinsicht brauchte Trump Russlands Präsident Putin nicht zum Siegen, wo er doch eine Conway hat. So wie Putin legt auch die attraktive Blonde gerne mal einen Gegner flach, allerdings nicht auf einer Judomatte, sondern im Chiffonkleid und mit der eigenen Faust. Wie US-Medien, aber sogar der deutsche Stern und andere berichten, prügelte die gute Kellyanne auf dem Ball zur Amtseinführung ihres Chefs einen Mann in die Horizontale. Charles Gasparino, Reporter bei FOX News berichtet, „zwei Typen“ hätten sich gestritten und wie aus heiterem Himmel sei Kellyanne Conway gekommen, die einen der beiden Herren mit drei Fausthieben ins Gesicht niedergestreckt habe. Kollege Gasparino sagte danach, er verstehe jetzt sehr gut, warum Präsident Trump Frau Conway als persönliche Strategin für die Pressearbeit ins Oval Office geholt habe.

Alternative Fakten?

Während man sich in der deutschen Presse noch darüber lustig macht, dass Conway im Konflikt zwischen CNN und Trumps Pressesprecher auf den Umstand „alternativer Fakten“ hinwies, ist sie auf der republikanischen Seite Amerikas längst zu „Superwoman“ geworden. Das konservative Amerika hat eine neue Heldin. Man muss sie also auf der Rechnung haben. Wer an Trump denkt, der sollte immer Conway mitdenken.

Wofür steht Conway?

Die Katholikin irisch-italienischer Abstammung ist studierte Rechts- sowie Politikwissenschaftlerin und war lange in der PR-Branche sowie als TV-Kommentatorin tätig. Die Abtreibungsgegnerin gilt neben ihrer sprichwörtlichen und tatsächlichen Schlagkraft als moderat konservativ, ausgleichend, auf die Gleichberechtigung der Geschlechter großen Wert legend und immer stilvoll, auch wenn sie austeilt. Als normaler Leser sollte man also aufhorchen, wenn Kellyanne Conway etwas in die Kameras spricht. Denn wenn sie etwas sagt, dann redet der Boss durch sie. Ihr Wort hat viel mehr Gewicht als die des offiziellen Pressesprechers der Weißen Hauses. Achten Sie mal darauf. Sie werden sie häufig in den Nachrichten sehen.