Langsam bekommt man eine Ahnung davon, weshalb die deutsche Bundesregierung im vergangenen Herbst dazu aufgerufen hatte, jeder Haushalt solle Notvorräte anlegen. Was viele Bürger leichtfertig als Panikmache von Beamten mit zu viel Fantasie abtaten, scheint mehrere ernste Hintergründe zu haben. Einerseits, so heisst es aus Sicherheitskreisen in Berlin, bestehe die abstrakte Gefahr, dass mittels "digitaler Einflussnahme" die Ordnung im Land unter Druck kommen könne. Zum Beispiel dadurch, dass vitale Ressourcen des Alltags wie #Wasser und Strom für eine Weile größerflächig ausfallen könnten, weil "wer auch immer" in einem Akt des Cyberterrorismus die Infrastruktur angreift.

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Über eine andere Sorge berichten jetzt einige Agenturen, die Springer Medien und Blätter von Burda. Es existiere ein Sicherheitsbericht der deutschen Regierung. In diesem würden Angriffe durch Terroristen auf die Zivilbevölkerung mit chemischen Kampfstoffen beschrieben. Ebenso ein Angriff mittels Gift auf die zentrale Wasserversorgung sowie auf Mehrparteienhäuser. Regierung und Bundeskriminalamt warnen demnach gemeinsam vor dem Risiko möglicher Terroranschläge mit solchen schädlichen Substanzen.

Neue Erkenntnisse?

Islamische Täter radikaler Gesinnung seien inzwischen offenbar willens und auch fähig, Chemikalien in größerem Umfang zu beschaffen und gezielt zum Einsatz zu bringen, meldete "Bild" sinngemäß unter Berufung auf das Papier des Bundeskriminalamts.

Das wird erwartet!

Als realistische Gefahr werde darin von dem ausgegangen, was man schon im Mittelalter als Brunnenvergifterei kannte, allerdings jetzt mit den Mitteln des 21.

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Jahrhunderts. Dazu könnte die zentrale Trinkwasserinfrastruktur einer Stadt oder Gemeinde an einem verletzbaren Punkt manipuliert werden. Auch Angriffe auf Mehrfamilienhäuser oder Lebensmittel seien denkbar, zudem Angriffe auf sensible Infrastrukturen und Transportsysteme der chemischen Industrie. Es bestehe laut des Papiers ein hohes Gefährdungspotenzial.

Sie wissen wie!

Aus dem Regierungsbericht kann man folgern, dass es Terrorgruppen gibt, die mittlerweile die Mittel, das Knowhow und die entsprechende kriminelle Energie für die Umsetzung solcher Planungen haben. Zugleich weisen regierungsferne Experten aus dem Sicherheitsbereich aber auch darauf hin, dass Terrorakte von solcher Tragweite bislang mehr hypothetisch denn eine praktische Erfahrung waren. Dennoch solle man die Analyse des Bundeskriminalamts sehr ernst nehmen.

Alte Methoden in neuem Gewand?

Die beschriebenen Gefährdungsszenarien gehören allesamt seit Jahrhunderten zur kriminellen Seite der menschlichen Zivilisation. Zudem gibt es zig weitere mögliche Anschlagsziele, an denen man als Terrorist mit weniger Aufwand mehr Schaden anrichten könnten.

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Insofern ist die Warnung des Bundeskriminalamts umso ernster zu nehmen. Diese als besonnen geltende Behörde würde niemals mit einem solch spezifischem Papier an die Regierung herantreten, wenn es keinen guten Grund dafür gäbe.

Vorratsplan im Internet!

Welche sonstigen Angriffsgefahren abstrakter Art existieren, weiß jeder Fernsehzuschauer aus amerikanischen Actionserien. Wenn also eine bedeutende Behörde wie das Bundeskriminalamt drei ganz konkrete Gefahren benennt, dann ist das ein Alarmruf, der als seriös zu werten ist. Die Empfehlungen der Bundesregierung zur Vorratshaltung von Wasser und Lebensmitteln sind im Internet nachzulesen. Es empfiehlt sich, diese nicht zu ignorieren. Man sollte jedoch nicht auf die Panikmache von Verschwörungstheoretikern reinfallen. Die Vorsorgevorgaben der Bundesregierung können als ausreichend gelten. #BKA #Terrorwarnung