Heute endet mit Donald Trumps Vereidigung eine Epoche, die 1989 begann, 2008 ins Wanken kam und jetzt Geschichte wird. Endete vor gut einem Vierteljahrhundert mit dem Untergang des Kommunismus die Konfrontation der Supermächte USA und UdSSR, ist mit dem Amtsantritt von Präsident Trump für die Zeit des globalen Liberalismus Schluss. Gerade die Neunzigerjahre, die eines Tages in Geschichtsbüchern als die "Golden Nineties" beschrieben werden, stehen für eine Zeit, in der die Welt aus einer Fokussierung auf zwei Pole in eine "alles geht"-Episode wechselte. Es war die Zeit des Aufstiegs Chinas und Asiens von Entwicklungsländern zu wirtschaftlichen Power-Häusern und eine Zeit der gesellschaftlichen Öffnung im Westen mit Strahlkraft weit darüber hinaus.

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Mancherorts rutschte die Welt auch aus alten Ideologien direkt ins Chaos, und dennoch - die 25 Jahre zwischen 1990 bis ca. 2015 waren eine Zeit der Ideologiefreiheit, des liberalen Aufbruchs und der Globalisierung, trotz aller Katastrophen, regionalen Kriege und wirtschaftlichen Unrundungen. Es war eine Zeit der Vernetzungen und der Relativierung von Grenzen und Traditionen.

Goldene Jahre!

Dass sich ein Zeitenwechsel anbahnt, war abzusehen. Die Liberalisierung verlor schon um das Jahr 2010 herum an Schwung, autoritäre Tendenzen zeichneten sich zunehmend ab. Spätestens mit der Wahl Donald Trumps wurde klar: wir betreten die Epoche des #Autoritarismus. Alle drei Supermächte - USA, China und Russland - werden inzwischen deutlich autoritärer regiert als noch vor einigen Jahren.

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Sicherheit, Ordnung und nationaler Wohlstand sind die neuen Werte - und sie werden in allen drei Leitnationen auf eine der jeweiligen Kultur angemessenen Weise mit Leben erfüllt.

Autoritarismus?

Wenn Barack Hussein Obama das Weiße Haus ein letztes Mal verlässt, endet mit ihm folgerichtig ein liberales Vierteljahrhundert. Die Tendenz zur Ausbreitung autoritärer Systeme beschränkt sich dabei nicht auf die großen Nationen. Auch in den Staaten Mittel- und Osteuropas kann man diese Stoßrichtung erkennen. Von Polen über Ungarn bis in die Türkei verabschieden sich Gesellschaften von der liberalen Spielart der Demokratie oder wenden sich gleich ganz von ihr ab. Wir erleben als Menschheit gerade quasi live, wie ein neues autoritäres Zeitalter beginnt und wie Samuel #Huntington recht behält.

Das Ende der Geschichte?

Huntington sagte in der Blüte der liberalen Epoche voraus, dass das 21. Jahrhundert nicht von Konflikten zwischen Ideologien, sondern entlang von Kulturgrenzen geprägt sein wird. Spannungen werde es zwischen dem Westen, dem chinesischen Einflussbereich, der Orthodoxie und dem Islam geben.

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Für diese Thesen wurde er scharf kritisiert, zu abseitig klangen damals seine Thesen. Heute leben wir inmitten der Erfüllung seiner Prognosen und erleben wie mit dem Amtseid des autoritären Donald #Trump der letzte Dominostein der liberalen Epoche fällt.

Die Welt wird kleiner!

Muss man sich deswegen fürchten? An sich nicht, denn keiner der heute Regierenden ist lebensmüde. Vor allem gibt es, außer im islamischen Raum, auch keine Ideologien mehr, die so stark wären, dass man dafür einen atomaren Weltuntergang riskieren würde. Stattdessen wird es regionale Rangeleien um Einflussphären geben, eine Rückabwicklung der Globalisierung und ein Wiederaufleben traditioneller Kultur- und Denkmuster. Grenzen werden zurückkehren und nationale Interessen wieder Vorrang bekommen.

Und Deutschland?

Deutschland allerdings ist, anders als Großbritannien, bisher nicht willens oder nicht fähig, die Zeichen der neuen Zeit zu erkennen. Stur hält das Berliner Establishment an seiner Politik der Internationalisierung fest. Sei es das Festklammern an einer schon zerfallenden EU, das Abtreten militärischer Fähigkeiten und Aufgaben an andere und die Weigerung nationale Interessen zu formulieren und selbstbewusst zu vertreten. Daran wird aber kein Weg vorbeiführen, denn wie hieß es so schön beim letzten Epochenwechsel? "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben".