Es ist die Lieblingsdroge der Deutschen, zwischen einer und vier Millionen Bundesbürger gönnen sich gerne Mal einen Joint und riskieren Konflikte mit dem Gesetz. Rund 160.000 Strafverfahren gibt es jährlich, ein enormer Kostenfaktor, Kräfte von Polizei und Justiz werden verheizt um #Kiffer zu jagen, während zum Beispiel die Wohnungseinbrüche in die Höhe schnellen und viel zu selten aufgeklärt werden. Durch das Verbot werden nicht nur eine riesige Menge ansonsten produktiver und rechtschaffener Bürger kriminalisiert, dem Staat entgehen tatsächlich auch volle zwei Milliarden Euro an Steuereinnahmen pro Jahr, so Wirtschaftsexperten. Da kann Verkehrsminister Alexander Dobrindt mit seiner Maut lange für stricken.

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In #Düsseldorf machen die Politiker jedenfalls mal Ernst mit neuen Wegen und begehen diese seit 2015 mit Bedacht und beharrlicher Konsequenz. Die Landeshauptstadt wird von einer Ampel regiert, also SPD, FDP und Grünen, doch alle Politiker außer denen von der CDU unterstützen den mutigen Vorstoß. Das sind in Düsseldorf die Linken, die Tierschutz-Partei/Freie Wähler, AfD und Republikaner. Gestern wurde das Thema im Gesundheitsausschuss behandelt, im Grunde sind die Pläne weit fortgeschritten und sehr konkret.

Düsseldorf macht 500 Kiffer glücklich

Damit die Stadt eine Chance hat ihre Pläne umzusetzen, will Düsseldorf zunächst eine Ausnahmegenehmigung für eine wissenschaftliche Studie beantragen. Dadurch soll es zunächst 500 glücklichen Düsseldorfer Kiffern möglich sein in der Testphase legal #Cannabis, wahrscheinlich in Apotheken, zu erwerben.

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Sollten sich aus dem Versuch positive Effekte ergeben, will die Stadt beim Bundesamt für Arzneimittel einen Antrag stellen. Wird dieser positiv beschieden, können alle erwachsenen Düsseldorfer legal Cannabis kaufen.

Informiert hatten sich die Politiker unter anderem bei einer Cannabis-Fachtagung in Düsseldorf, an der auch andere Städte wie Köln und Münster teilnahmen. Auch Berlin hegt schon lange ähnliche Pläne, kommt aber nicht voran. Das Problem ist in vielen Fällen übrigens durchaus nicht nur die CDU sondern auch die SPD und sogar die Grünen, die zwar offiziell eine Freigabe fordern, die Frage aber schnell hinten anstellen, wenn sie in Amt und Würden sind.

Cannabis: Wenn Erzfeind Köln neidisch guckt

Experten fordern schon lange die Freigabe von Cannabis. Der Konsum lässt sich durch ein Verbot nicht verhindern, stattdessen profitieren mafiöse Strukturen. Die Gegner kommen immer wieder mit dem Argument, dass Cannabis der Einstieg für harte Drogen sei, obwohl mittlerweile klar ist, dass Alkohol die Einstiegsdroge Nummer 1 ist.

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Auftretende Psychosen werden von Gegnern auch immer wieder gerne genannt, hier werden Ursache und Wirkung einfach umgedreht. Natürlich missbrauchen Menschen, in deren Seele es brodelt, kurz vor einer Krise oft Drogen. Dabei handelt es sich aber um den hilflosen Versuch einer Selbstmedikation, für die Betroffenen ist im extremen Zustand kurz vor einer Krise die Legalität einer Droge völlig egal. Die Düsseldorfer können auf jeden Fall stolz auf ihre Politiker sein und sich sicher sein, dass sie sogar von vielen Kölnern heftig beneidet werden.