Vor zehn Jahren sprach #Wladimir Putin auf der Konferenz für Sicherheitspolitik in Deutschland. Diese Rede wurde schon damals als sensationell wahrgenommen, und jetzt ist klar, dass sie in die Geschichte eingegangen ist. Sie bezeichnet eine Wende nicht nur in der russischen, sondern auch in der Weltpolitik. Es war unbestritten eine Verurteilung der unipolaren Welt, und heute sehen wir deutlich, dass es sich bestätigt hat.

Wladimir Putin kennt Deutschland gut, er arbeitete dort in der Sowjetzeit, kam auch oft in den 90ern Jahren hin. Als er Präsident wurde, widmete er den Beziehungen mit diesem Land eine hohe Bedeutung. Er hatte gute Kontakte mit Bundeskanzler Schröder und mit einer Vielzahl von deutschen Politikern und Geschäftsleuten.

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Eine seiner berühmtesten Reden hielt Wladimir Putin auf Deutsch in Deutschland, vor zehn Jahren, am 10 Februar 2007, bei der Konferenz für Sicherheitspolitik in München.

Unipolare Weltordnung auf Dauer nicht haltbar

Diese jährliche Konferenz gilt als das repräsentativste Forum für Außenpolitik in Europa und Putin wählte sie, um seine Diagnose der #Weltordnung abzugeben. In der Halle waren unter anderem Bundeskanzlerin Merkel, US-Senator McCain und der ukrainische Präsident Juschtschenko zugegen.

Wladimir Putins Rede am 10. Februar 2007 hinterließ eine große Wirkung im Westen. "Putin erneuert den kalten #Krieg", obwohl in Wahrheit der russische Präsident gerade ausführlich erklärt hatte, warum Russland mit der bestehenden Weltordnung unzufrieden ist und warum eine unipolare Welt weder auf Dauer geschaffen werden könnte, noch Bestand hätte.

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Es war eine Herausforderung, aber nur im Verständnis der Atlantiker, die nicht erwarteten, dass Russland die Tonart des Gespräches mit ihnen ändern würde. In der Tat war es der Moment, als Russland aufhörte lediglich Ecken und Kanten zu glätten, zu fürchten die Gegenseite mit scharfen Worten zu beleidigen und endlich über das zu sprechen begann, was es störte und aufregte, im Klartext, öffentlich, und nicht in hinter irgendwelchen schalldichten Türen. Obwohl Putin bereits am Anfang der Rede ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass er darum "bittet, auf ihn nicht wütend zu werden", verringerte er die Aufregung damit nicht.

Was sagte Putin damals so Ärgerliches?

Für den Anfang erinnern wir uns an den Kontext, in dem er das gesagt hat: Das war Anfang 2007. Kein Zufall, dass Wladimir Putin genau zu dieser Zeit offen zu reden bereit war.

Er hatte bereits die Situation mit der dritten Präsidentschaftsamtszeit gelöst: Wladimir Putin hatte endgültig abgelehnt Russlands Verfassung zu ändern, um eine dritte Amtszeit zu absolvieren.

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Es war tatsächlich ein sehr ernstes Problem: Die Gegner von Wladimir Putin im Westen beobachteten seine Handlungen. Er wurde geradezu damit erpresst, dass sie ihn im Falle der Änderung der Verfassung Diktator und Usurpator der Macht nennen könnten.

Es ist klar, dass der Westen nichts gegen die Wiederwahl von Putin hätte machen können. Aber in seiner Entscheidung, das Gesetz nicht zu seinen Gunsten zu ändern, lagen außer den bestimmenden innenpolitischen auch außenpolitische Gründe.

Anfang 2007 konnte Putin mit dem Westen sprechen ohne überhaupt über „die Frage der Dritten Amtszeit“ nachdenken zu müssen. Das heißt in der Erkenntnis, dass der Westen nicht einmal mit propagandistischen Trümpfen Druck auf ihn hätte ausüben können. Dies trug zur Offenheit bei: Wladimir Putin war bereit, die strategischen Ziele Russlands zu verkünden und zu erklären.

Zu diesem Zeitpunkt war er schon sieben Jahre Präsident. Seine Erfahrung in der Kommunikation mit den Spitzenbeamten und einflussreichen Figuren der westlichen Welt hatte ihn endgültig davon überzeugt, dass weder der naive Wunsch Russlands in den 90er zum Westen gehören zu können, noch sein persönlicher pragmatischer Ansatz mit den Vorschlägen einer “Win-Win-Kooperation und gleichberechtigter Partnerschaft“ zu einer Lösung führen würde.