Sehr geehrte Spitze der #AfD,

statt eines Artikels schreibe ich Ihnen heute als Leitartikler einen offenen Brief. Denn was ich Ihnen zu offenbaren habe ist rein subjektiv, spekulativ, explosiv - und ich verstecke mich dabei nicht hinter einem neutralen Artikel. So wage ich mich jetzt also aufs Glatteis:

Chaos!

Da ich in den USA lebe, werde ich in Deutschland ohnehin nicht wählen. Täte ich es, würde ich als unverbesserlicher Rechtsliberaler mein Kreuz sicher nicht bei der AfD machen. Doch ich hege, anders als die meisten Kollegen in Deutschland, keinen Groll gegen Sie. Die Entstehung der AfD war zwangsläufig durch jenes Vakuum, das Frau Merkel rechts der CDU geschaffen hat.

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Wie sich die AfD aber entwickeln wird, das liegt nun in Ihrer Hand. Sie können eine Art Strauß-CSU werden, eine NPD light oder im Chaos untergehen. Die Zukunft scheint diesbezüglich noch ziemlich offen.

Wut?

Heute haben Sie nun beschlossen, gegen Ihren Rechtsausleger #Björn Höcke aus Thüringen ein Verfahren zum Parteiausschluss zu eröffnen. Ihre Wut auf ihn kann ich menschlich und politisch verstehen. Doch wissen Sie vermutlich selbst am besten, dass sie einen Ausschluss von Herrn Höcke wohl niemals durchbekommen werden - auch wenn seine Reden als ein unangenehm gekonntes Balancieren auf dem braunen Rand erscheinen. Wenn die Lage zwischen Ihnen allen jedoch weiter eskaliert, werden Sie auch im nächsten Bundestag nicht vertreten sein. Gerade rechte Wähler schätzen Ordnung und keinen schlingernden Selbsthilfekreis.

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Ich fände das bedauerlich, weil jener Teil der Wählerschaft, den Sie repräsentieren - ebenso wie die Liberalen - im Bundestag eine Stimme haben sollten, die ihre Interessen artikuliert. Die deutsche Demokratie sollte sie aushalten können, solange sie nicht in Richtung NPD wegdriften - doch das sehe ich nicht.

Sprengmeister?

Daher muss ich Sie fragen: Sind Sie eigentlich noch nie auf die Idee gekommen, dass der gute Herr Höcke ein "Agent Provocateur", ein Sprengmeister im Auftrag von wem auch immer sein könnte, der seinen Job gerade ganz grandios erledigt? Natürlich habe ich für diese sehr steile These keinerlei Beweis. Deswegen auch ein Brief und kein Artikel. Aber mal ehrlich: ist Ihnen wirklich noch nie in den Sinn gekommen, dass all das Tun des Herrn Höcke keine Ausreißer sein könnten und auch keine innere Überzeugung?

Erfahrung!

Vielleicht liegt es an meiner Vergangenheit als Rechercheur im Nahen Osten, oder aber mein Blick auf Deutschland aus der Ferne verändert die Wahrnehmung; ich jedenfalls meine im Verhalten des Herrn Höcke, und in der Taktung seines Tuns, Abläufe wiederzuerkennen, die - teilweise vergangene - Regime im Nahen Osten genutzt haben, um Oppositionsgruppen, die zu stark zu werden drohten, von innen zu sprengen.

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Falle?

Ja, das klingt nach einer Verschwörungstheorie, dessen bin ich mir bewusst. Nein, es ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Es sieht danach aus. Doch ist es tatsächlich das, nach was es aussieht? Im Deutschland, das ich damals verlassen habe, hätte es so etwas nicht gegeben. Das Deutschland von heute kennen Sie besser als ich, und es scheint sich nachteilig verändert zu haben. Also stellen Sie sich diese Frage einmal ganz ernsthaft. Nur Sie können die Antwort darauf geben.

Naiv?

Wie geht man mit solch einer Situation am besten um? Ich weiß es nicht und es ist auch nicht meine Berufung, die AfD zu beraten. Allerdings spräche es für eine gewisse politische Naivität, wenn Sie die Möglichkeit eines Komplotts mittels eines "Agent Provocateur" nicht zumindest in Betracht zögen und ihre Strategie nicht auch darauf ausrichteten.

Gegenteilig!

Übrigens ist die beste Art einen "Agent Provocateur" zu neutralisieren jene, ihn zu ignorieren und zu isolieren. Sie tun gerade das glatte Gegenteil. Sollte ich mit meiner wilden Spekulation richtig liegen, dann machen sie die Marionettenspieler hinter Ihrem möglichen "Agent Provocateur" gerade sehr, sehr glücklich.

Mit freundlichen Grüssen

Stefan Schmidt

Blasting.News - neutrale Nachrichten "Swiss Made". #Komplott