Mit den Stimmen von 931 der 1200 Wahlmänner- und frauen wurde der ehemalige deutsche Außenminister #Frank-Walter Steinmeier (SPD) zum 12. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden. Ein glatter Durchmarsch im ersten Wahlgang, denn die ihn unterstützenden Parteien CDU, CSU, SPD und FDP sowie Teile der Grünen haben in der Bundesversammlung eine satte Mehrheit. Wobei es sicher auch spannend gewesen wäre, hätte der Kandidat der Freien Wähler aus Bayern gewonnen. Denn diese hatten den ehemaligen Fernsehrichter Alexander Hold ins - wenn auch chancenlose - Rennen geschickt. Jetzt stellt sich die Frage: Hat es eine Bedeutung, wenn Steinmeier im März den Staffelstab von Joachim Gauck übernimmt, oder ist seine Wahl so wichtig, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt? Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja, es hat eine große Bedeutung.

Der Mann macht das Amt!

Das Amt des Bundespräsidenten taucht in den Abendnachrichten seltener auf, weil das Staatsoberhaupt in Deutschland nicht regiert. Das macht der Kanzler. Der Präsident hat aber formell - und wenn es nötig wird auch ganz konkret - bei allem das letzte Wort. Außerdem ist er bei der Ausgestaltung seines Amtsverständnisses auch nach jüngsten Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes erstaunlich frei. Es wird also an Steinmeier selbst liegen, wie wichtig er für das Land und seine Zukunft sein wird.

Putin hat es verstanden!

Mit seinem Parteifreund Gabriel (SPD) als Außenminister und einem Kabinett, das mindestens bis zur nächsten Bundestagswahl zur Hälfte aus seinen Genossen besteht, kann der neue sozialdemokratische Präsident gerade in der Außenpolitik der Kanzlerin die Zügel ein ganzes Stück aus der Hand nehmen. Dass dem so ist, sieht man auch an ganz praktischen Zeichen: Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen neuen deutschen Kollegen sofort nach Moskau eingeladen. Putin weiß um die Befugnisse des deutschen Präsidenten offenbar besser Bescheid als viele deutsche Journalisten. Möglichweise setzt er jetzt auf Präsident Steinmeier sowie Außenminister Gabriel und ignoriert die von ihm so ungeliebte Bundeskanzlerin in Zukunft höflich.

Nur Fantasie?

Dieses Szenario ist keineswegs reine Fantasie. Der #Bundespräsident darf seine eigene Politik, machen - Außenpolitik zumal. Wenn der Außenminister dazu noch ein Parteifreund ist, Bundespräsidialamt und Auswärtiges Amt an einem Strang ziehen, dann kann Frau Merkel sich ihre "Richtlinienkompetenz" in die Haare föhnen, sie hat dann praktisch keine Bedeutung mehr.

Kommt es so mit Steinmeier?

Die Frage, ob Frank-Walter Steinmeier nur den Grüßonkel geben will oder das Potential seines Amtes voll ausfahren wird, das ist eine Frage, die nur er selbst wird beantworten können. Es ist bei einem machtbewussten Mann wie Frank-Walter Steinmeier, der als ehemaliger Außenminister beste Kontakte in alle Hauptstädte hat, allerdings sehr unwahrscheinlich, dass er sich mit Sonntagsreden begnügen wird. Zumal er, wieder anders als viele denken, keineswegs überparteilich sein muss.

Steinmeier und Merkel in ganz neuer Lage!

Selten in der bundesdeutschen Geschichte gab es eine Lage, in der ein sehr starker Berufspolitiker als Präsident in das Schloss Bellevue einzog, dessen Genossen das halbe Bundeskabinett stellen und ihn verehren - während die Kanzlerin in der Bevölkerung und der eigenen Partei zunehmend als Auslaufmodell gilt, deren Macht zerbröselt. Deutschland erlebt also eine ganz neue Situation zwischen den Ämtern und den Amtsinhabern. Es wird spannend.

Das ist Blasting.News - Lernen Sie uns kennen. #Angela Merkel