Die Hysterie um die sogenannten „russischen Hacker“, die in den Vereinigten Staaten angeblich ihr Unwesen treiben, kann Millionen Rubel einbringen, behauptet die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, zu den jüngsten Medienberichten über angebliche Cyberattacken auf Konten von US-Journalisten.

Hacker und Antiviren-Software: "Genug Gewinne für drei Generationen"

Laut dem amerikanischen Polit-Magazin Politico hat Google eine Reihe prominente Journalisten gewarnt, dass staatlich finanzierte Hacker versuchen würden ihre Passwörter zu stehlen und in ihre Posteingänge eindringen würden. Ob ein Staat direkt mit den Hackerangriffen in Verbindung stehe, könne nicht nachgewiesen werden, aber Politico deutete an, dass #Russland unter Verdacht stehen könnte.

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Zakharova kommentierte den Bericht, über die Warnung von russischen Hackern, insoweit, das diese Hysterie Millionen Rubel an Gewinnen einbringen könnte: „Wenn Sie in den Vereinigten Staaten Pillen, Antiviren-Software und Hüte mit Antennen [als] Heilmittel gegen russische Hacker anpreisen würden, würden auch genug Gewinne für drei Generationen herausspringen“, schrieb ein russischer Diplomat auf ihrer Facebook-Seite.

Prominente US-Journalisten und ein angeblich russischer Hacker-Angriff

Entsprechend dem Politico-Artikel der aktuellen Ausgabe würden einige Journalisten vermuten, die Hacker könnten für die Russen auf der Suche nach belastenden E-Mails sein, die sie leaken könnten, um Journalisten auszuspionieren, bloßzustellen oder manipulieren zu können.

Michael McFaul, Professor in Stanford und früherer US-Botschafter in Russland, der eine ähnliche Warnung erhielt, wurde mit der Aussage zitiert: "Angesichts meiner Herkunft müsste man erraten, dass es die Russen sind."

Google beschwichtigte, dass die Warnungen nicht bedeuten, dass die Konten bereits kompromittiert wurden, sondern sie wurden aufgrund „einer Fülle von Vorsicht“ gesendet.

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„Seit 2012 haben wir Nutzer gemeldet, wenn wir glauben, dass ihre Google-Konten von Regierungseite als Ziel gesetzt wurden.“, so eine Stellungnahme von Google, „Wir senden diese Warnungen aus einer Fülle von Vorsicht - sie deuten nicht darauf hin, dass das Konto eines Benutzers bereits beeinträchtigt wurde oder dass ein umfassenderer Angriff auftritt, wenn sie die Benachrichtigung erhalten.“

Hacker als Soldaten im neuen Kalten Krieg?

Wenn sogar journalistische Größen etablierter Medien wie Jonathan Chait vom New York Magazin, Ezra Klein, ein politischer Kolumnist der 2010 in den U.S.A. als Blogger des Jahres gekürt wurde, und der Senior-Reporter Brian Stelter des Senders CNN von Google gewarnt wurden, ist das für US-amerikanische Journalisten beängstigend. Naheliegend ist die Ausstattung mit einer der besten Anti-Hacking-Softwares wie die vom russischen Anbieter Kaspersky. Das wäre doch realpolitische Ironie.

Interessant ist, dass das Politico-Magazin die Spekulation des früheren US-Botschafters in Russland, dass es sich um russische Hacker handeln könnte, an letzte Stelle quasi als Pointe stellt.

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Damit endet der Politico-Artikel suggestiv mit einem spekulativen Vorurteil. Alles solches könnte die Hacker-Hysterie, wenn sie sich denn bewahrheitet, eine weiteres (Unter-) Kapitel im neuen Kalten Krieg des 21. Jahrhunderts sein. Und Hacker wären dann definitiv eine neue Einheit im Militär, denn selbst die Bundeswehr bildet Anti-Hacking-Soldaten aus. #USA #Hacker-Angriff