Der französische Wahlkampf um das Amt des Staatspräsidenten wird immer schmutziger, gemeiner und fieser. Nachdem Nicolas Sarkozy infolge seines Reinfalls in der Vorwahl im Sumpf einer Finanzaffäre versunken ist, hat auch der gewählte Kandidat der konservativen Republikaner, François Fillon, eine Affäre wegen Vetternwirtschaft an der Backe. Keinesfalls wolle er als Kandidat zurücktreten, weil er Familienangehörige auf Staatskosten eingestellt hatte. Nachdem der amtierende sozialistische Staatspräsident François Hollande eingesehen hat, dass er unfähig ist und nicht mehr antritt - eine immerhin ehrbare Entscheidung - haben die Sozialisten in einem Anfall schwerer geistiger Umnachtung den Ultralinken Benoît Hamon als Kandidaten nominiert.

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Unter Hollande war Hamon 2014 für ein paar Monate Bildungsminister, ansonsten ist er als wirrer sozialistischer Träumer bekannt.

Macron mit besonderen Vorlieben?

Jetzt kommt auch der ehemalige Wirtschaftsminister unter Hollande, Emmanuel #Macron, unter Beschuss. Der als unabhängiger Kandidat antretende und in Umfragen erstaunlich hoch verortete junge Schönling sieht sich jetzt plötzlich in der Not, Gerüchte zurückzuweisen, denen zufolge er heimlich schwul sei und dies vor der Öffentlichkeit vertusche. Homosexualität ist in #Frankreich natürlich sowohl legal wie normal, doch interessierte Kreise werfen ihm vor, die Wähler zu belügen.

Assange als Quelle?

Laut der "Südwest Presse" wurde die Gerüchteküche von Wikileaks-Chef Julian Assange angeheizt. Denn dieser habe in einem Gespräch mit der russischen Zeitung "Iswestija" vom Leder gezogen und Offenbarungen über Macron angekündigt.

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Wiki-Leaks habe Hinweise zum Privatleben über Macron in den Emails von Hillary Clinton gefunden.

Macron geht zum Angriff über!

Emmanuel Macron (39) ging derweil in die Offensive. Er sagte direkt gegenüber der Presse, man würde wohl bald lesen, er führe ein Doppelleben und habe neben seiner Ehefrau einen männlichen Geliebten, den Generaldirektor von Radio France, Mathieu Gallet (40). Macron ist verheiratet mit seiner ehemaligen Lehrerin Brigitte Trogneux (63). Das altersmäßig bemerkenswert ungleiche Ehepaar hat keinen gemeinsamen Nachwuchs. Trogneux bringt dagegen drei erwachsene Kinder aus erster Ehe mit und ist Großmutter von sechs Enkelkindern.

Gehört Rufmord in Frankreich zur Tradition?

Aufgrund dieser Konstellation ist Macron ein "dankbares Opfer" für Rufmord jeder Art. Dieses Vorgehen ist zudem in Frankreich alles andere als unbekannt. Bereits vor der Wahl 2012 wurde der damalige Shootingstar Dominique Strauss-Kahn wegen einer angeblichen Vergewaltigung eines Zimmermädchens in New York City verhaftet und aus dem Rennen geschleudert.

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Im Jahr 2015 wurde er auch von weitergehenden Vorwürfen freigesprochen, seine politische Karriere war bis dahin jedoch bereits restlos zerstört.

Geliebte, Nervenzusammenbrüche und Schmuddeltalks!

Jene Kandidatin, die halbwegs - abgesehen von einem Gelderstreit mit der EU - skandalarm und mit guten Werten ins Rennen um das Amt des Staatspräsidenten geht, ist die rechtsradikale Marine Le Pen vom Front National. Die Frage ist jedoch, wie sehr sich die Schwächen ihrer Gegner positiv für sie auswirken. Während in den USA private Schmuddeleien schnell das Ende einer politischen Karriere beenden können, herrscht im Élysée-Palast seit eh und je ein wildes Treiben. So hatte Präsident François Mitterand eine komplette Zweitfamilie, Nicolas Sarkozy wechselte im Amt die Ehefrau und François Hollande schmiss seine offizielle Geliebte nach dem Auffliegen einer Zweitgeliebten hochkant aus der gemeinsamen Residenz. Die so geschasste tingelte daraufhin von einem Nervenzusammenbruch in den nächsten taumelnd von Talkshow zu Talkshow. Frankreich ist also Eskapaden seiner Regenten gewohnt. Insofern kann Herr Macron wohl entspannt in die Zukunft schauen, egal wen und wieviele Menschen er liebt. #Le Pen