Wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung musste sich heute ein 36-Jähriger vor dem Amtsgericht Bergisch Gladbach verantworten. Im Mai letzten Jahres soll der Angeklagte den #hund eines Paares in Rösrath totgetreten haben. In einer Situation, die wahrscheinlich jeder Hundebesitzer kennt: Der 36-Jährige war zu Besuch bei seinem Onkel, dem Nachbarn der Hundebesitzer, und hatte seinen eigenen Hund mitgebracht. Auf der Terrasse spielten Yashin und der Hund des Angeklagten miteinander, als plötzlich eine Rauferei ausbrach, die harmlos war, denn nachweislich hatte keiner der Hunde eine Bisswunde davon getragen. Doch der Angeklagte hatte sofort zugetreten.

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Der 11-jährige Yashin war noch am gleichen Abend gestorben.

Für den Angeklagten war klar: Er habe sich vollkommen korrekt verhalten, er habe eben seinen Hund verteidigen wollen, erklärte er vor #Gericht. Yashins Frauchen weinte bei ihrer Zeugenaussage bittere Tränen. Sie berichtete, wie Yashin nicht mehr laufen konnte und stark speichelte. Der Tierarzt habe Yashin zwei Spritzen gegeben. Yashin habe getaumelt und sie habe gedacht, dass das von den Spritzen käme. „Nach vier Stunden schrie mein Hund auf, dann starb er.“

Tierschutz: Leber gerissen, ein Liter Blut im Magen

Der Angeklagte habe nach der Tat unverschämt und frech reagiert, habe seine Personalien nicht nennen wollen. „Er hat sogar gesagt, er wüsste, wo er hintritt. Er sei auf einem Bauernhof groß geworden“, so die Rösratherin.

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Die Hundebesitzer riefen die Polizei und brachten ihren geliebten Yashin zur Pathologie nach Gießen, wo Tiere obduziert werden können. Dort stellte sich heraus, dass Yashins Leber gerissen war und sich in seinem Magen über einen Liter Blut befand.

Zu der ersten Gerichtsverhandlung war der Angeklagte einfach nicht erschienen. Das Gericht hatte einen Strafbefehl über 1800 Euro erlassen, dagegen hatte der Angeklagte Einspruch erhoben. Beim zweiten Termin erschien der 36-Jährige mit einem Verteidiger, der gegen die Presse, die Zeugin, die Staatsanwältin und die Richterin pöbelte und einen Freispruch verlangte, weil es einen Entlastungszeugen gebe, dessen Namen und Adresse er aber nicht nennen wolle.

Kein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, nur Sachbeschädigung

Beim heutigen dritten Termin sagte der Zeuge, der Onkel des Angeklagten aus, dass die Hunde miteinander gelaufen wären. Vor dem Tritt habe Yashin den Hund seines Neffen im Nacken gepackt. Obwohl der Hund davon keinerlei Wunden davon getragen hatte, ließ die Staatsanwältin die Anklage wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz fallen.

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Der Angeklagte habe wohl aus Sorge um seinen Hund gehandelt. Die Sachbeschädigung allerdings sah die Staatsanwältin als gegeben: „Die Verteidigungshandlung dürfte hier unverhältnismäßig gewesen sein.“ Sie forderte für den siebenfach vorbestraften, arbeitslosen Angeklagten eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro.

Ein Grund für den Verteidiger wieder einmal ausfallend zu werden. Die Anklage sei „schlampig“ und es sei nicht erwiesen, dass der Hund durch den Tritt gestorben war. Er fordere einen Freispruch oder als hilfsweises Beweismittel ein Gutachten. Als die Richterin statt des Freispruchs das Gutachten anordnete, kannte die Wut des Verteidigers kaum noch Grenzen. „Ich muss überlegen, was ich mit Ihnen machen soll “, fauchte er die Richterin an.

Ich meine, dass so ein Verhalten nicht in den Gerichtssaal gehört und 450 Euro für den Angeklagten ein günstiges Angebot sind. Die Besitzer von Yashin würden gerne ein Vielfaches zahlen, wenn ihr geliebter Hund noch bei ihnen wäre. Traurig ist, dass Tiere vor dem Gesetz eine Sache sind, das muss sich endlich ändern. Ich bleibe an dem Fall dran. #Tierschutz