Soll das wahre Ausmaß von grausamen Tierversuchen mit schwammigen Zahlenspielen vertuscht werden? Der Verein „Ärzte gegen #Tierversuche“ meldet mangelnde Transparenz und Ungenauigkeiten bei der Veröffentlichung von Tierversuchsdaten durch das Bundeslandwirtschaftsministerium. Auch 2017 seien die Zahlen für 2014 und 2015 immer noch „intransparent und willkürlich“, damit handele das Ministerium gegen die EU-Vorgabe. „Unser Verein fordert lückenlose Aufklärung, was die Anzahl der Tiere und die Verwendungszwecke angeht“, erklären die Tierschützer. Unter anderem mache eine andere Zählweise einen Vergleich der Tierzahlen einzelner Bundesländer unmöglich.

Werbung
Werbung

Die Zahlen schwanken jetzt zwischen 2,7 und 3,3 Millionen Tieren pro Jahr.

In der Folge kann der Verein sein jährliches Negativ-Ranking der Länder mit den meisten Tierversuchen nicht aktualisieren. Zurzeit führt da übrigens Baden-Württemberg mit fast einer halben Million Tieren pro Jahr, wo auch immer noch in Tübingen Hirnversuche an Affen durchgeführt werden, die in anderen Bundesländern nicht mehr gestattet werden. Auf dem zweiten Platz steht Nordrhein-Westfalen mit über 400.000 Tieren und besonders qualvollen zahnmedizinischen Versuchen an Beaglehunden und völlig perverser Depressionsforschung an Ratten, bei denen die Tiere unter Schmerzen so lange schwimmen müssen, bis sie zum Sterben bereit sind. Nur rund 10 000 Tiere weniger wurden in Bayern verheizt, unter anderem mit Stromstößen in das Gehirn von Ratten.

Werbung

Tierschutz wird vom Bundesministerium mit Füßen getreten

Doch nach Informationen von "Ärzte gegen Tierversuche" sind selbst die schwammigen Zahlen nur die Spitze des Eisberges. Die offizielle Statistik des Bundesministeriums umfasst nur einen Bruchteil der tatsächlichen Opfer, denn Tiere die bei Genmanipulationen als „Ausschuss“ geboren werden, sind nicht erfasst, genauso wie Tiere, die von den Experimentatoren auf „Vorrat“ gehalten werden. Auch erlaubt die Tierversuchsmeldeordnung die Zahl von Fischen und Kopffüßern lediglich zu schätzen. Das tatsächliche Ausmaß von Tieropfern lässt sich also nur erahnen, dürfte aber mindestens doppelt so hoch sein.

Tierversuche: Schamlos wird der Bock zum Gärtner gemacht

Noch verrückter wird es, wenn die Experimente laut EU-Verschrift nach dem Schweregrad erfasst werden, also ob dem Tier geringes, mittleres oder schweres Leid zugefügt wird. Nach Angaben des Bundesministeriums fielen nur 4 Prozent der Versuche in die Kategorie „schwer“. Erfreulich? Wohl kaum, denn die Tierexperimentatoren selbst nehmen die Einschätzung vor, eine absurde Regelung. Auch dass die „schweren“ Tierversuche laut EU-Rechtsvorgaben verboten sind, stört das Ministerium nicht, die Tierversuchsindustrie bekommt in solchen Fällen eben einfach eine Ausnahmegenehmigung. Wann will Bundesminister Christian Schmidt eigentlich endlich anfangen, seinen Pflichten nachzukommen? #Tierschutz #Ärzte gegen Tierversuche