(CN/StS NYC) Erinnern Sie sich noch, wie Sie sich im letzten Sommer über "#Fake News" aufgeregt und Politiker nach schärferen Gesetzen gerufen haben? Nein? Keine Sorge, Sie müssen nicht zum Kopfdoktor. Tatsache ist nämlich, dass es Fake News als Thema praktisch nicht gab. Der Begriff existierte zwar, führte aber das Leben eines schwer unter Akne leidenden Zeitgenossen, der nie duscht: keiner interessierte sich für ihn, bis... ja bis... Bis mitten im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf die Kandidatin Hillary Clinton und ihr Umfeld mit haarsträubenden Vorwürfen konfrontiert wurde. Es ging um Schwerstkriminalität, vor allem Verbrechen an Kindern.

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Weil dabei irgendwelche Begriffe auf dem Bereich des Pizzabackens als Codewörter eine Rolle spielen sollten, hatte der Skandal auch gleich einen Namen: "#Pizzagate".

Ein Krimi!

Und jetzt beginnt ein wahrer Krimi. Denn wenn man Google Trends befragt, wann welcher Suchbegriff wie oft abgerufen wurde, dann sieht man unbestechlich: "Fake News" schoss ganz kurz vor "Pizzagate" das allererste Mal in die Höhe. "Pizzagate" toppt zwar die Menge an Suchanfragen um mehr als das doppelte, doch das Nicht-Wort "Fake News" zeigt einen explosiven Anstieg nur Stunden bis Tage davor. Lassen Sie sich also nicht davon täuschen, dass Präsident Trump den Begriff jetzt selbst besetzt hat, um damit CNN und andere zu beschimpfen. Dieses Inbesitznehmen des Begriffs durch Trump sehen Sie in der Grafik am Peak der blauen Linien Anfang Januar.

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Doch ursprünglich ging etwas ganz anderes vor sich. Und das hat es in sich.

Schaffung von Fake mit Waffen!

Für das Führen von Kampagnen, wurde - insbesondere an amerikanischen Universitäten - ein ganzes Arsenal an Kommunikationswaffen erfunden. Wahlkämpfer nutzen diese so selbstverständlich wie Messer und Gabel. Man kann diese Waffen allerdings nur anwenden, wenn man vier Dinge hat: Macht, Geld, Reichweite und Glaubwürdigkeit. Hillary Clinton hatte alle diese Schätze, inklusive Glaubwürdigkeit, ja wirklich. Immerhin hat sie landesweit deutlich mehr Stimmen gewonnen als Donald Trump, der dafür mehr Bundesstaaten eroberte, was in den USA am Ende entscheidend ist.

Meinungsimpfung?

Im Fall von "Fake News" haben wir es nach Informationen eines britischen Wahlkampfexperten, der ungenannt bleiben möchte, mit etwas zu tun, dass in Fachkreisen "Meinungsimpfung" genannt werde. Und das gehe so: Ein Kandidat ahne, dass bald ein ungünstiger Sachverhalt in Umlauf gebracht werde oder dass ein Skandal auffliege.

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Also werde, so der befragte Experte, die Öffentlichkeit schnell mit einem mentalen "Gegengift" "geimpft", damit die gefürchtete Enthüllung nicht zu ernst genommen wird.

Ein Insider packt aus!

Im Fall von Clinton sei es laut dem britischen Kampagnen-#Insider so gelaufen: Clintons Team wusste, dass über Wiki-Leaks unangenehme Fakten an die Öffentlichkeit dringen würden, es wusste allerdings nicht genau, welche dies sein würden bzw. auf welche Enthüllungen die Öffentlichkeit über die Medien anspringen würde. Also habe man zu einer "Meinungsimpfung mit breitem Wirkspektrum" gegriffen und mit - Achtung, jetzt kommt es - Macht, Geld, Reichweite und Glaubwürdigkeit den Begriff "Fake News" mit größter Wucht in alle Medien gedrückt. "Fake News" wurde so zum Megathema aufgeblasen, nur Tage und Stunden vor den Leaks.

Fake News sind fake!

An "Google Trends" sehe man dies, so der Insider. Der Leak, der zu "Pizzagate" wurde, trifft auf ein vorbereitetes Publikum: die rote Linie folgt der blauen. Die Öffentlichkeit sei also mental geimpft gewesen, dass es so etwas wie "Fake News" gebe und dass das eine ganz, ganz schlimme Sache sei. Dabei sei "Fake News" nichts anderes als ein aufgeblasener Popanz zum Schutz Clintons gewesen. "Fake News" sei ein "Fake Problem" aus Clinton Wahlkampfschmiede, auf das die Welt hereinfiel. Trump wiederum schlug ihr die Waffe bald aus der Hand, indem er das Wort klaute und selbst neu definierte. In Sachen Pizzagate gab es laut EP übrigens gerade wieder eine Festnahme.