(StS/NYC) Während deutsche Bundespolitiker sich hinter Brandschutzverordnungen und Ortsbürgermeistern verstecken, keilen die #Niederlande ordentlich zurück gegen die Türkei. Der dortige Ministerpräsident Mark Rutte hat Nazivorwürfe des türkischen Staatspräsidenten #Erdogan gegen seine Regierung als "verrückt" bezeichnet. Womit der gute Mann vermutlich irgendwie im Recht sein könnte, denn wo haben doch gleich die Nazis regiert…? Genau! Und welches Land war ein Opfer der Nazis…? Genau! Wo wir schon dabei sind: welche Nation fand die Nazis gar nicht so schlecht…? Ganz genau! Wenn Sie jetzt nur Bahnhof verstehen, haben Sie von Geschichte keine Ahnung und sollten einfach mal Google befragen.

Rutte mit der Rute!

Ministerpräsident Rutte hatte türkischen Politikern das Herumturnen in den Niederlanden untersagt, ein #Einreiseverbot verhängt und gegenüber Journalisten klargestellt, er könne zwar nachvollziehen, dass die türkische Führung über das Einreiseverbot für Außenminister Mevlüt Cavusoglu nicht amüsiert sei. Aber das sei im Wesentlichen ein Problem der Türkei und nicht der Niederlande. Erdogans Tiraden seien "unangebracht" und gingen zu weit. Die Türkei sei seinem Wissen nach immer noch ein Mitglied der NATO und daher seien "Drohungen" und "Erpressungen" umso inakzeptabler. Präsident Erdogan hatte zuvor in Konstantinopel laut Agenturen das niederländische Einreiseverbot für den türkischen Außenminister als "Überbleibsel des Nationalsozialismus" bezeichnet.

Holland?!

Es ist ja auch schwierig mit den Niederländern. Erst verwirren sie einen mit ihrem Namen und lassen einen glauben, das flache Vorfeld der Nordsee hieße Holland - und dann bringen sie den Sultan aus Ankara so sehr auf die Palme, dass er denkt, die Niederlande seien das siebzehnte Bundesland Deutschlands. Klingt ja auch verdammt ähnlich diese Sprache. Und überhaupt, blond sie sie sowieso alle. Nur mit den Fakten wird es dann eben schwierig. Denn zumindest als der Autor dieser Zeilen Siri das letzte Mal gefragt hat, lag die Anzahl der deutschen Bundesstaaten - mit dem unrühmlichen 'Privileg' einer Nazivergangenheit - noch immer bei nur sechszehn. Auch über einen Beitrittsgesuch der Niederlande zum Bundesgebiet ist nichts bekannt. Des Präsidenten Nazivergleiche hinken also nicht nur, sie sind beinamputiert.

Will er wirklich Frankreich reizen?

Wie dem auch sei, drehte Präsident Erdogan weiter auf und polterte, er wolle künftig keinen niederländischen Flugzeugen mehr eine Landeerlaubnis in der Türkei gestatten. Auch das ein Griff ins Bassin der Notdurft. Könnte sich bitte jemand erbarmen und den Mann auf dem goldenen Thron in Ankara erklären, dass die niederländische Fluggesellschaft KLM schon seit ewigen Zeiten gar nicht mehr niederländisch ist, sondern ein Tochterunternehmen der Air France? France ist französisch und steht für Frankreich. Will der Sultan sich in seinem Affekt also auch noch mit der Grande Nation und ihrer vielleicht baldigen Präsidentin Le Pen anlegen? Na dann viel Spaß! Denn Frau Le Pen ist als notorische Moslemhasserin bekannt, auch wenn Sie in ihren Wahlspots sehr adrett, hübsch blondiert und mit schöner rauchiger Stimme fast einlullend magisch von Frankreichs Grandiosität zu erzählen weiß. Sie rennt gerade durch Frankreich, um jedem klarzumachen, dass eine Beleidigung gegen Frankreich auch eine Beleidigung gegen sie ganz persönlich sei. Und bald hat sie, wenn es ganz dumm läuft, Flugzeugträger, Atomwaffen und das weit offene Ohr von Präsident Putin. Herr Erdogan will also eines ganz sicher nicht: Frau Le Pen zum Feind. Glauben Sie mir, das will niemand.

Er macht einfach weiter!

Das alles hindert den türkischen Präsidenten dennoch nicht, postfaktisch weiterzupoltern. Laut Springer legte er gegen die Holländer nach: "Sie sind Faschisten" und sie "unterstützen Terroristen". Ob das wahr ist, kann bezweifelt werden. Doch wenigstens verlassen diese Aussagen nicht den Boden des historisch Unmöglichen. Man wird bescheiden. Es ist Nacht über Konstantinopel.