Das wird für die Angehörigen des #Germanwings-Absturzes in den Alpen grausam: die Familie des verantwortlichen Co-Piloten möchte den Namen der Familie reinwaschen. Andeutungen dazu waberten schon länger durch die Gegend, doch jetzt scheint Herr Lubitz senior tatsächlich zuzuschlagen, wie die EP berichtet. Am Freitag werde erstmalig seit der Katastrophe von 2015 die Familie des Amokpiloten vor die Presse treten. Wohin die Reise dabei gehen wird und welche Theorie bemüht werden wird, kann man ohne die Gabe der Hellsicht schon heute mit einiger Genauigkeit vorhersagen, infach indem man sich anschaut, wer sich da mit wem an die Öffentlichkeit wendet.

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Laut EP wird Günter Lubitz, Vater des Amokpiloten, zusammen mit #Tim von Beveren auftreten. Damit ist die Marschrichtung eigentlich klar.

Theoriefindungen am Jahrestag?

Herr von Beveren ist nicht irgendwer. Seit Jahren ist er journalistischer Experte zum Themenkomplex "kontaminierte #Kabinenluft". Zu diesem Problem hat er Beiträge für die ARD angefertigt und tritt als kundiger Laie auf. 2015 lief seine Doku "Unfiltered breathed in – The Truth about Aerotoxic Syndrome" im Berliner Programmkino Babylon. Seine Theorie: in fast allen Verkehrsflugzeugen - außer der Boeing 787 - sorgt sogenannte "Zapfluft" aus den Triebwerken bei kleinen Lecks an ölführenden Leitungen oder an defekten Dichtungen zur Verdampfung von Maschinenöl, was zu einer neurotoxischen Vergiftung von Passagieren und Crew führen könne.

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Man muss also davon ausgehen, dass dieses Thema die Hauptrolle spielen wird.

Eiskalt!

Vater Lubitz hat nun die Pressekonferenz für genau jenen Tag angesetzt, an dem sich die Katastrophe zum zweiten Mal jährt. Das ist taktlos und gefühlskalt. Am 24. März 2015 war ein Airbus A320 der zur Lufthansa Group gehörenden Fluggesellschaft Germanwings in den Alpen zerschellt. Alle 150 Menschen an Bord fanden den Tod, tausende Angehörige leiden sehr wahrscheinlich bis heute auf das Schlimmste.

Das sind die Fakten!

Für die staatlichen Ermittler ist der Fall glasklar: der psychisch schwerkranke Co-Piloten Andreas Lubitz, damals 28 Jahre alt, hat den Airbus in einem Akt des "erweiterten Selbstmordes" gegen eine Felswand geflogen. Am Montag bestätigte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf diese Ermittlungsergebnisse noch einmal auf Anfrage der Springer Medien: Es gebe keinen Raum für Zweifel, dass Andreas Lubitz die Verantwortung für den Absturz trage, so die Offiziellen.

Das wird die Story!

Vater Lubitz wird im Schlepptau mit Herrn von Beveren stattdessen sehr wahrscheinlich ein anderes Szenario zeichnen.

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Dieses wird, von den bisherigen Arbeiten Beverens ausgehend, ungefähr so aussehen: der Co-Pilot sei durch Öldämpfe vergiftet worden, woraus sich die Katastrophe entwickelt habe. Schuld wird in dieser Version also wohl nicht ein psychisch Gestörter sein, der krankgeschrieben im Cockpit saß, sondern verdampftes Maschinenöl. Wenn Vater Lubitz mit einer anderen Theorie um die Ecke kommen wollte, bräuchte er nicht Herrn von Beveren.

Ein echtes Problem!

Jeder neutrale Journalist, der sich mit dem Fall und der Datenlage befasst, kommt zwangsläufig zum Ergebnis, dass die Behördenversion ausnahmsweise mal stimmt. Richtig ist aber auch, dass Herr von Beveren seit Jahren auf ein reales Problem aufmerksam macht. Verseuchte Kabinenluft ist ein heikles Problem, das die Fluggesellschaften unter den Teppich kehren. Es hat wohl nur nichts mit dem Germanwings-Amok zu tun.

Aber...

Natürlich kann man einen Absturz aufgrund des aerotoxischen Syndroms als "Alternative Realität" vorbringen, aber dann müsste man sich schon sehr dumm stellen und beinharte Fakten ignorieren. Es ist traurig, dass ein verdienter Mann wie Tim von Beveren sich vor diesen Karren spannen lässt, der den Hinterbliebenen weiteres seelisches Leid zufügen wird. Vor allem bleibt die Hauptfrage ungeklärt: Wieso hat die angeblich so sichere Lufthansa einen psychisch Kranken in ein Cockpit gelassen? Das ist das eigentliche Mysterium!