(StS/NYC) #Bundespräsident #Steinmeier (SPD) hat dieser Tage alle Hände voll zu tun. Die politischen Abteilungen des Bundespräsidialamtes müssen neu besetzt werden, das nichtpolitische Personal auf die Linie des neuen Hausherrn geeicht werden. Eine Menge Arbeit also. Umso interessanter ist einer der ersten öffentlichen Termine des Bundespräsidenten, denn abendländischer geht es kaum. 150 Jahre alt werden die "Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel" und begehen diesen Anlass mit einem großen Festakt. Der zentrale Termin der Feierlichkeiten ist ein christlicher Gottesdienst, der zu Ostern live aus aus der Zionskirche Bielefeld im Ersten (ARD) bundesweit übertragen wird.

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Prominenteste Gäste: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die First Lady. Bethel sieht die Visite des Präsidentenpaares als "besondere Ehre und Wertschätzung", insbesondere zugunsten ihrer Arbeit für behinderte Menschen, wie Sprecher Jens Garlichs betonte.

Was sagt uns das?

Dass die Teilnahme am Festgottesdienst einer der allerersten öffentlichen Termine von Präsident Steinmeier ist, sei besonders erfreulich, so Bethel. Aus politischer Sicht ergibt sich noch ein weiterer Aspekt. Statt einer "Der Islam gehört zu Deutschland" Aktion à la Christian Wulff (CDU) sucht dessen Nach-Nachfolger als ersten Stopp einen öffentlichen christlichen Gottesdienst auf. Das kann Zufall sein, doch was Bundespräsidenten tun oder eben nicht, überlassen sie eigentlich nie dem Zufall.

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Ein unerwarteter Patriot?

Haben sich viele Beobachter nicht nur in Sachen CDU - Stichwort Saarland-Wahl - geirrt, sondern auch in Präsident Steinmeier? Kaum war der neue Bundespräsident im Amt, sprengte er die leisetretende Türkeipolitik der Kanzlerin gegenüber Erdogan in die Luft und justierte die deutsche Politik an dieser Stelle neu. Dann betonte er die herausraugende Bedeutung eines lebenswerten ländlichen Raums als Keimzelle von Tradition und Heimat. Und jetzt, noch mitten im Aufbau seiner Administration, bemüht er sich - statt daheim gemütlich Ostern zu feiern - in eine kirchliche Veranstaltung, die deutscher nicht sein könnte. Hat Deutschland, völlig unerwartet, einen im besten Sinne patriotischen Präsidenten bekommen? Sollte sich dies bestätigen, könnten Steinmeiers ohnehin schon gute Umfragewerte ins Unermessliche steigen.

Ein christliches Fest!

Die Leitung des Gottesdienstes liegt bei Pastor Ulrich Pohl, der zugleich Chef der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel ist. Auch Ex-First Lady Christina Rau, die Witwe des verstorbenen Altbundespräsidenten Johannes Rau (SPD) hat sich als Gast angekündigt.

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Behinderte aus Bethel werden den Gottesdienst mitgestalten und über ihr Leben berichten. Der hochsymbolische Ostergottesdienst wird sich auch darum drehen, wie physische, geistige und psychische Handicaps einen Menschen "abstürzen" lassen können und wie man mit der Hilfe des christlichen Glaubens wieder zu einem lebenfrohen Alltag zurückfinden kann. Schüler einer Förderschule aus Bethel werden Bilder zur Jona-Geschichte ausstellen und im Gottesdienst vorzeigen.

Ein gutes Zeichen!

Bundespräsident Steinmeier erweist mit der Zusage zu diesem Termin mehr als nur eine Höflichkeit. Sein Erscheinen zum Ostergottesdienst im Fernsehen ist - ob absichtlich oder mehr beiläufig passiert - ein Kontrapunkt zu Wulffs "Der Islam gehört zu Deutschland" Mantra. Sicher würde der eigentlich sozialliberale Frank-Walter Steinmeier niemals irgendeinen Menschen wegen seines Glaubens diskriminieren. Aber er zeigt als Präsident gleich zu Beginn seiner Amtszeit unmissverständlich, dass er das Staatsoberhaupt einer abendländisch geprägten Nation ist. Und das ist auch gut so. #christlich