Nicht zuletzt sahen viele Journalisten die #SPD gerettet. Mit dem Jubel um die Kanzlerkandidatur wähnte man sich schon in Regierungsverantwortung. Doch man soll das Bärenfell nicht verteilen, bevor man den Bären erlegt hat.

Die Saar-#Wahl konnte von der SPD nicht gewonnen werden. Man wird zukünftig vielleicht nur Junior-Partner der CDU im Saarland sein. Eine #Linke Wende, eine soziale Wende wie vielleicht erhofft, wird es im Saarland nicht geben.

Ein Martin Schulz allein macht noch keinen Wahlsieg.

Kritik an der Personalie Schulz gibt es viel - innerhalb und außerhalb der Partei.

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Allein die Wahlversprechen sind so unkonkret und weichgespült, dass sich der Wähler nicht vorstellen kann, was denn nun besser werden soll. Konkrete Maßnahmen beim Wähler-Vertrauen aufzubauen unterlässt die SPD.

Schon heute gibt es eine linke Mehrheit im Bundestag. Viele soziale Verbesserungen, von denen die breite Masse der Wähler profitieren würde, ließen sich mit der Linken, den Grünen und der SPD durchsetzen.

Schon mit einem Ende der grundgesetzwidrigen Hartz-4-Sanktionen hätte die SPD massiv Vertrauen aufbauen können. Die Linke und die Grünen haben mehrfach betont, bei einer entsprechenden Abstimmung im Bundestag mit der SPD zusammenzuarbeiten.

SPD traut sich nicht

Stattdessen wurde die Privatisierung der Bundesautobahnen vorangetrieben. Die Wahlergebnisse spiegeln nun das Vertrauen wider, welches der Wähler der SPD unter einem Martin Schulz entgegenbringt.

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Das liegt auch daran, dass eine über viele Jahrzehnte gepflegte Propaganda eine unterschwellige Angst vor einem linken Wandel erzeugte. Kaum ein Wähler ist in der Lage, die Worte "Demokratie" oder gar "Sozialismus" mit Bedeutung zu füllen. Das hat natürlich mit unserem Bildungssystem zu tun. Aber auch unsere Medienlandschaft ist nicht ganz schuldlos daran, dass sich niemand traut, gemeinsame Sache mit der Linken zu machen.

Schulz: Strohfeuer oder Lokomotive

Bisher waren es vor allem SPD-nahe Journalisten und die SPD-Parteibasis selbst, die von einem Martin Schulz begeistert waren. Doch nach der Saar-Wahl ist von dieser Begeisterung nicht mehr viel übrig - Ernüchterung herrscht. Auch in den sozialen Netzwerken ist es stiller.

Das bisher gültige Rezept für den Wahlkampf - unkonkrete linke Andeutungen zu machen, zieht bei den Wählern nicht. Die SPD muss sich überlegen, ob sie eine echte gesellschaftliche Veränderung in der Republik will - oder ob mit Angela Merkel in den kommenden Jahren alles so bleibt, wie es ist.

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Klar ist jedoch, dass die Bundestagswahl erst im Herbst stattfindet. Bis dahin hat die SPD genügend Zeit, sich selbst zu finden, konkrete Ankündigungen zu machen, den Menschen konkrete Verbesserungen in Aussicht zu stellen und damit einen echten gesellschaftlichen Wandel möglich zu machen.

Foto: Olaf Kosinsky/kosinsky.eu CC BY-SA 3.0 de