(StS/NYC) Frankreich ist nicht irgendein Land, es ist die Grande Nation, eine Atommacht und ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats. Ihr Präsident ist einer der einflussreichsten Menschen der Welt. Wer dort Staatspräsident werden möchte, der braucht sechs Dinge: eine breite Basis, eine super Organisation, Förderer und schließlich Geld, Geld und nochmals Geld. Denken wir gar nicht an die unfassbaren Summen aus den amerikanischen Wahlkämpfen, schauen wir nach Deutschland. Dort hat die SPD alleine 2013 nach Angaben von Springer satte 23 Mio. Euro in den Bundestagswahlkampf gesteckt.

Vom Himmel herab?

Doch in Frankreich soll nun ein "unabhängiger" Mann namens #Emmanuel Macron (39) der derzeit aussichtsreichste Bewerber um das Amt des Staatspräsidenten sein.

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Einfach so. Macron war kurze Zeit Minister unter Präsident Hollande, ist mit seiner 24 Jahre älteren ehemaligen Lehrerin verheiratet und war längere Zeit Investmentbanker bei #Rothschild. Doch im Lotto gewonnen hat der "Anti-#Le Pen" nicht. Zur Unterstützung hat er sich trotzdem eine Art Partei zusammengezimmern können, die schneidig und flott "En Marche!" (zu Deutsch: "Vorwärts!") heißt und als gut gedrillt gilt. Sein Programm ist ein buntes Allerlei, etwas wirtschaftliberal, etwas sozial, etwas ökologisch und etwas konservativ. Wichtiger als das ist, dass sein "Apparat" wie geschmiert läuft, seine Auftritte sind hervorragend organisiert, er ist in den Medien allgegenwärtig, vor allem kann er mitreißend reden und sieht aus wie ein junger Adonis. Dass ihn seine Lehrerin vernaschte, überrascht nicht - eher schon, dass Karl Lagerfeld ihn nicht für den Laufsteg angeworben hat.

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Emmanuel der Perfekte!

Gäbe es eine Castingshow für Politiker, würde der schneidigschöne Emmanuel sie gewinnen. So ist er auch auch ein Liebling der EU-Politiker, eine Institution, die für die Macron heiß und innig brennt. Er ist der Traumkandidat der EU-Fans, auch wenn Macron im Wahlkampf dies in weiser Voraussicht seinen Landsleuten gegenüber nicht ganz so krass zeigt. Sogar die deutsche Kanzlerin war so bezaubert von Macron, dass sie ihn zu einem privat-politischen Tête-à-Tête ins Kanzleramt geladen hat, und Emmanuel kam gerne. Er ist der Hoffnungsträger der EU-Eliten im Abwehrkampf gegen Marine Le Pen, die aus der EU, dem Euro und der NATO aussteigen will. Macron ist gegen die strahlende Le Pen die noch strahlendere Abwehrwaffe. Gäbe es da nicht ein Problem...

Die versteckte Agenda?

Vor lauter Begeisterung vergisst die Presse zu fragen, woher ein Mann von 39 Jahren das Geld, die Organisationspower und die Türöffner hat, um als vermeintlich "Unabhängiger" in der Favoritenrolle in eine Wahl zum Staatspräsidenten gehen zu können! Lassen Sie sich nichts von wegen "Graswurzelbewegung" erzählen.

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Das sind Ammenmärchen. Oder glauben Sie ernsthaft, ein Mann wie - sagen wir Boris Palmer von den Grünen (Oberbürgermeister von Tübingen) - hätte auch nur den Hauch einer Chance als Unabhängiger Kandidat im Herbst auf irgendeine Weise Bundeskanzler zu werden? Und selbst Geld alleine reicht oft nicht aus. Man vergisst schnell, dass Donald Trump trotz all seines Geldes die Wahlen nur haarscharf gewonnen hat - und zwar weil er ein Unabhängiger war, hinter dem die republikanische Partei notgedrungen aufgrund der Vorwahlen stehen musste. Der US-Präsident hatte im Wahlkampf, und bis heute, fast genauso viele Heckenschützen aus der eigenen Partei wie von der politischen Opposition. Niemand, niemand, niemand wird einfach so Favorit für das Präsidentenamt in einer G7-Nation.

Hosen runter!

Deshalb darf, kann und muss man die Frage stellen, wer die Wölkchen sind, die den strahlenden Emmanuel in Richtung Sieg schweben lassen. Wer hat ein Interesse, dass Macron französischer Staatspräsident wird? Woher stammt sein Wahlkampfbudget? Wer hilft ihm beim Aufbau und der Führung seiner künstlichen Partei aus der Petrischale? Dass über Macron berichtet wird, ohne diese Fragen zu stellen, ist ein Skandal. Europa hat ein Recht auf Antworten!