Brennende Mülltonen und Autos, eingeschlagene Fensterscheiben, das alles gehörte dieser Tage zum Erscheinungsbild von Paris. Vor allem im Pariser Vorort Aulnay-sous-Bois will sich die Stimmung einfach nicht beruhigen. Immer wieder kommen Pfefferspray und Schlagstock zum Einsatz.

Anlass der Proteste war die mutmaßliche sexuelle Misshandlung eines jungen schwarzen Mannes

In der Nacht vom 2. Februar soll das nur als #Theo bekannte Opfer von einem Polizisten mit einem Schlagstock vergewaltigt worden sein. Die Folge waren schwere, möglicherweise dauerhafte Verletzungen. Die Jugendlichen vor Ort gaben an, dass es am Tatort schon öfter zu Vorfällen gekommen ist.

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Die Polizei wisse, dass es sich beim Tatort um einen toten Winkel in der Kameraüberwachung handle, an den sie sie regelmäßig verschleppe.

Ein Freund des jungen Mannes namens Mohammed K. gab an, er sei von dem selben Polizisten zusammengeschlagen worden. Offenbar handelt es sich bei dem Täter um einen Polizisten, der für seine Gewaltbereitschaft bekannt ist.

Im Vorort kursieren weitere Geschichten von Gewalt und Misshandlungen. Offenbar trauen sich viele der Opfer nicht, oder erst jetzt im Zuge der aktuellen Geschehnisse, ihre Geschichten publik zu machen.

Im Allgemeinen sind Vorfälle von Polizeigewallt gegen Mitbürger ausländicher Herkunft in Frankreich leider nichts neues

Ähnliche Zustände herrschten 2005 wegen dem Todesfall von Ziad Benna (17), und Bouna Traoré (15) und 2006 als der junge Adama Traoré, ein 24-jähriger schwarzer Mann, in Beaumont-sur-Oise, einem Vorort von Paris, in Polizeigewahrsam starb.

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Auch hier gingen Tausende auf die Straße, und auch hier brannten Autos und Mülleimer, am Ende fast ergebnislos.

Ob das ausreicht, um die soziale Ungerechtigkeit auszuhebeln?

Über 40 Millionen Euro habe Frankreich seit den Unruhen 2005 in die Pariser Vorstädte investiert. Die Infrastruktur habe sich im Allgemeinen verbessert. Viele der hässlichen Großbauten sind verschwunden. Aber immer noch herrscht hohe Jugendarbeitslosigkeit und die Aussichten auf Besserung sind schlecht.

Der französische Präsident François Hollande versucht die Wogen zu glätten. Der Élysée-Palast veröffentlichte Fotos, die den Staatschef an Theos Krankenbett zeigen. Eine halbe Stunde nahm er sich für das Opfer Zeit. Lobend äußerte er sich: Theo habe würdig und verantwortungsvoll auf die Vorfälle reagiert.

#Frankreich #Black lives Matter France