Erstmalig nach Donald Trumps Inauguration in das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika am 20. Januar 2017 ist Bundeskanzlerin Angela #Merkel am Freitag für ein Gespräch unter vier Augen nach #Washington gereist. Bereits nach kurzer Zeit wurde jedoch klar: Diese Stimmung zwischen beiden ist eisern. Beim gemeinsamen Fototermin im Oval Office, dem Büro- und Amtszimmer des Präsidenten im westlichen Teil des Weißen Hauses, macht #Trump seine Position gegenüber Merkel klar, während diese nahezu hilfsbedürftig den Kontakt des US-Präsidenten sucht. Ein Überblick.

Merkel zu Besuch bei Trump: Treffen vertagt!

Die Maschine für die Kanzlerin stand schon bereit, als Merkel kurz vor ihrem Abflug noch einmal zehn Minuten lang mit Donald Trump telefonierte und letztendlich unter einvernehmlichem Verständnis beider Parteien das Zusammentreffen für den Dienstag verschob.

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Der Grund: Wie Trump-Sprecher Sean Spicer am Montag verkündete, behinderte der an der US-Ostküste in der Dienstagnacht erwartete Schneesturm "Stella" die Reise Merkels. Da jedoch vermutet wurde, dass sich dieser bis Freitag gelegt hat, verschoben Merkel und Trump das Treffen auf denselben.

Merkels unterschwelliger Appell an den US-Präsidenten Trump

Am Freitag fand nun endlich das mit Spannung erwartete Treffen statt. Nach dem Wahlsieg Trumps bei der US-Wahl 2016 gegen Hillary Clinton gratulierte Merkel entsprechend der Höflichkeit dem zukünftigen US-Präsidenten für dessen Sieg. Gleichzeitig mahnte sie jedoch in der Zeit bis zu ihrer nun erfolgten ersten USA-Reise, dass sie ebenso Respekt erwarte: "Selbst wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, sind Kompromisse, sind Möglichkeiten, immer dann am besten zu finden, wenn man eben in Respekt miteinander sich austauscht." Entgegen des verfolgten Ziels von Trump, welches "America first" lautet, bezog die Bundeskanzlerin in soweit Stellung, dass für sie eine solche Denkweise nicht in Frage käme und sie weiterhin auf Gemeinsamkeit und die transatlantischen Beziehung baue.

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Laut T-Online meinte Merkel nach einer Tagung der baden-württembergischen CDU, dass sie die Ansicht und Umsetzung eines regelbasierten, auf gemeinsamen Werten beruhenden, gemeinsamen Agierens befürworte, da dieses am besten für alle Beteiligten sei.

Im Weißen Haus: Trump zeigt Merkel die kalte Schulter!

"Handshake?" - Das fragte Merkel den US-Präsidenten beim Fototermin vor dem Kamin des Oval Office vor den Journalisten und Fotografen...und wurde dabei indirekt von Trump beleidigt! Denn was dieser tat, sprach Bände: Er tat nämlich gar nichts! Trump überging Merkels Frage, sagte dazu nichts und reagierte in keinster Weise darauf. Während Merkel kritisch dreinsah und manchmal gar hilflos scheinend versuchte, Blickkontakt zum Präsidenten aufzunehmen, saß dieser nur starr und mit festem Blick den Kameras zugewandt da. Er wirkte selbstbewusst und von sich selbst überzeugt, während Merkel die Welt nicht mehr verstand und von der "kalten Schulter" des US-Präsidenten sichtbar überrascht wurde.

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Nach diesem gemeinsamen Fototermin sollte das Gespräch unter vier Augen der beiden stattfinden. Dieses verlief nach Angaben von Trump zielführend. Merkel wolle sogar das Verhältnis zu Russland überdenken und dieses wieder verbessern: „Es geht um eine sichere und souveräne Ukraine auf der einen Seite, aber auch um die Möglichkeit, das Verhältnis zu Russland wieder zu verbessern, wenn die Probleme dort gelöst sind“, sagte Merkel, wie N24 berichtete.

Was das für die Zukunft bedeutet...

Darüber kann bisher nur spekuliert werden. Eine Annäherung von Trump und Merkel könnte möglicherweise stattfinden, jedoch wird Trump nicht von seiner Linie abweichen und klar seine im Wahlkampf artikulierten Ziele in die Tat umsetzen.

Knickt Merkel vor Trump ein? - Allein die Aussage über eine Verbesserung des Verhältnisses zu Russland, während zuvor immer hart gegenüber Russland ins Gericht gegangen wurde, könnte ein mögliches Beispiel für solch ein einseitiges Verhältnis veranschaulichen.