(StS/NYC) Reden wir nicht drumherum: Der amerikafreundlichen Bundeskanzlerin Angela #Merkel (CDU) wurde im Weißen Haus des Donald Trump eine Behandlung zweiter Klasse zuteil. Die peinliche Szene um den verweigerten Handshake im Oval Office spricht symbolische Bände. Kaum war die Kanzlerin wieder im Luftwaffenflieger zurück in die deutsche Bundeshauptstadt, postete und twitterte #Trump, dass Deutschland den USA viel Geld schulde. Dabei war im Facebook Posting sogar der Name "Angela" mit zwei "L" falsch geschrieben. Vergleicht man den trumpschen Umgang mit der deutschen Kanzlerin mit den Höflichkeiten, die Theresa May (Großbritannien), Shinzo Abe (#Japan) und Benjamin Netanjahu (Israel) erfahren haben, hat Donald Trump der deutschen Regierungschefin einen protokollarischen Tritt in den Hintern verpasst.

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Das mag für manche Merkelhasser in Deutschland lustig gewesen sein, und auch der Autor dieser Zeilen hat keinerlei Sympathien für Frau Merkel. Beleidigt wurde im Weißen Haus und nach dem Besuch allerdings nicht die Person Angela Merkel, sondern die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und damit die deutsche Nation und ihr Volk. Also Sie, liebe Leser.

Neustart als freie Nation?

Das westliche System desintegriert vor unseren Augen in rasender Geschwindigkeit. Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat dies bereits als Außenminister erkannt und Trump einen "Hassprediger" genannt. Die Kanzlerin versucht zu retten, was zu retten ist. Doch selbst ein Austritt der Türkei aus der NATO ist inzwischen im Bereich des Denkbaren. Trump sprengt den Freihandel.

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Die EU kollabiert bei lebendigem Leibe. Die Russen ziehen nach neusten Analystenangaben deutlich mehr Truppen an ihrer Westgrenze zusammen als defensiv nötig wären. Die niederländischen Wahlen haben das dortige Parteiensystem atomisiert, kein Mensch weiß wie die Wahlen in Frankreich ausgehen. Das Spiel ist aus. Die Netze, in denen Deutschland es sich bequem gemacht hatte, sie zerfallen.

Mentalitäten zählen!

Die Zukunft Deutschlands liegt daher in einem Weg, den seine Eliten hassen: ein eigener Weg. Was in Zukunft zählen wird, sind Mentalitäten. Der scheidende Bundespräsident Gauck hatte das bereits vor längerer Zeit erkannt und war nicht zufällig noch Ende 2016 nach Japan gereist. Beide Länder, Deutschland und Japan verbindet bei allen oberflächlichen Differenzen mehr als Deutschland mit Italien oder Griechenland. Deutschland wird den ungeliebten Weg einer freien Nation gehen müssen. Zusammen mit mentalen Schwesternationen wie Japan, in Zusammenarbeit mit den europäischen Nationen im Norden sowie in professioneller Partnerschaft mit China und Russland. Dann kann daraus etwas Gutes werden. Die Welt ordnet sich neu. Amerika hat sich verabschiedet. Je eher die Deutschen das verstehen, umso besser.