Der #Armutsbericht des paritätischen Gesamtverbands wurde veröffentlicht. Erstmals steht uns eine Zusammenfassung über 10 Jahre zur Verfügung.

Deutlicher geht’s nicht, seit 2010 sank die SGB-II Quote und auch die Arbeitslosenquote kontinuierlich. Tolle Sache, eigentlich, sollte man denken, aber nein liebe Leute, im gleichen Maße stieg die Armutsquote.

Was zeigt uns das ?

Die Jobcenter beschönigen die Statistik, indem sie Hartz IV-Empfängern die Leistungen verweigern. Anstatt sich um Arbeitsbeschaffung zu kümmern, sind die Jobcenter damit beschäftigt, die Teilung der Gesellschaft voranzutreiben. Die Jobcenter trennen sozusagen die „Spreu vom Weizen“.

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So zumindest sieht es die große Koalition zusammen mit den Wirtschaftsverbänden. Klänge werden laut wie etwa: „Wer nicht arbeitet ist ein fauler Sack. Wer nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann, wird schon in die Socken kommen und dem System durch Arbeit dienen“.

Menschenverachtung par Excellence

Betrachten wir mal ein Beispiel: Ein Familienangehöriger entscheidet sich, ein krankes Familienmitglied in häuslicher Pflege zu betreuen. Handelt es sich um einen schweren Krankheitsfall, hat er mit dieser Entscheidung zwei Dinge ins Rollen gebracht.

  1. Er hat sich entschieden die Solidargemeinschaft enorm zu entlasten, denn ein Heimaufenthalt nimmt das maximal mögliche Pflegegeld in Anspruch und, falls vorhanden, das gesamte Vermögen des zu Pflegenden.

  2. Weiterhin hat er sich für künftige Armut entschieden, sofern die Pflege ihn in einer Weise in Anspruch nimmt, dass eine Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich ist.

Theoretisch fängt solche „Fälle“ unser „Sozialstaat“ auf.

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Ein Trugschluss, dem ist nicht so !

Gerade dann, wenn das pflegende Familienmitglied selbst noch versucht Einkünfte zu erzielen, wird das Errechnen der Zuzahlung für die Jobcenter zu kompliziert und der Pflegende fällt durch's soziale Raster. Während der Pflege kommt er um die Runden. Eine intensive häusliche Pflege gestattet keinen Freiraum, keine Zeit mehr um am kulturellen Leben teilzunehmen, die psychische Belastung in Verbindung mit dem krankheitsbedingten Zerfall des Angehörigen senkt auch die eigenen Lebenshaltungskosten. Einen sehr geringen Anteil an der rudimentären Lebenssituation eines pflegenden Angehörigen hat dann noch obendrauf das leistungsverweigernde Jobcenter.

Die geschilderte Situation entstammt einem realen Fall und kann auf Anforderung gerne nachgewiesen werden.

Alles nur faule Säcke ?

Nein, „faule Menschen“ wird es immer geben, aber grundsätzlich liegt es nicht in der Natur des Menschen, sich mit einem Minimum zu begnügen. Nur der Zwang in die Armut, verbunden mit unmenschlichen Existenznöten, zieht katastrophale Folgen nach sich.

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Nicht mehr akzeptierter Teil einer Gesellschaft zu sein, sieht man einem Menschen an, er verliert Selbstvertrauen, was auch die Arbeitssuche enorm erschwert. Ein Teil dieser ungerecht behandelten Menschen wird krank und belastet künftig das Solidarsystem. Der andere Teil schließt sich vielleicht berechnenden Gruppierungen an die laut gegen die aktuelle Politik poltern.

Objektive Solidarität ist gefragt

Mit der Politik alleine ist der Missstand nicht zu beseitigen. Bezeichnenderweise ist es gerade der „gut situierte“ Teil unserer Gesellschaft, der soziale Gerechtigkeit lästig empfindet. Liebe Leute, es kann jeden treffen. Wir sollten alle gemeinsam eine lebenswerte Gesellschaft in Frieden anstreben. Ein vernünftig gestaltetes, bedingungsloses Grundgehalt, in Verbindung mit einem sozialen Gesundheitssystem, ist kostengünstiger als unser jetziges System mit der Gefahr den sozialen Unfrieden auf die Spitze zu treiben.

Deutschland eine DDR light ?

Martin Schulz und sein Schröder #Agenda2010 #Solidarität