Soko Erle kommt nicht voran. Man hat unvollständige DNA-Spuren, ergänzt dies mit noch vageren Spekulationen zum Tatablauf, um zu einem "wahrscheinlichen" Gesamtszenario zu gelangen - das jedoch bleibt vage. Und der Erfolg bleibt aus.

Erkenntnisse aus Fall Lucille für Fall Carolin

1. Wohl die gleiche DNA.

2. Tatwerkzeug Metallstange im Fall Lucille, wohl auch im Fall Carolin.

3. Kufstein-Tat trotz verrutschter Kleidung lt. Obduktion keine Sextat. => "Sexuelle Nebenhandlungen". Kein Triebtäter, sondern andere Tatmotive und dann Manipulationen aus Neugier - oder Schändung, wenn bei Carolin massiver.

4. Kufstein auf Flüchtlingsroute => eher Flüchtling als LKW-Fahrer-Tat

Kufstein hin oder her, die Lösung ist im Raum Freiburg

Die Erkenntisse zum Fall Kufstein haben die Soko Erle nicht weitergebracht, sondern verwirrt.

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Aus zwei Taten kann noch kein hochmobiler Täter abgeleitet werden.

Der Tiroler Polizeichef Pupp bestätigt, dass die Tatwaffe im Fall Kufstein kein funktionsfähiges Werkzeug mehr war. Nichts deutet wirklich auf LKW-Fahrer und die Aufweitung der Fahndung in Richtung Gastronomie-Gewerbe etc. zeigt deren Beliebigkeit.

Dagegen gilt weiterhin:

1. Ein Zusammenhang der Taten von Freiburg und Endingen liegt nahe, sie ähneln sich

  • räumlich
  • zeitlich
  • vom Opfer her (weiblich, jung, allein unterwegs)
  • vom Abgreifort her (einsam, ausserhalb Ortschaft)

2. Hussein hatte noch über 2 Kilometer Heimweg ab da, wo er das trotz Beschädigungen funktionsfähige Fahrrad zurückließ.

Für dieses Zurücklassen mit seinen Spuren so nahe am Tatort aber vor Verlassen des Radwegs gibt es keinen plausiblen harmlosen Grund. Selbst wenn Hussein das Fahrrad am gleichen Tag gestohlen hätte.

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Diese Umstände legen einen Komplizen nahe und damit eine Tat aus Hussein-Umfeld

Der Abstellort des Täterfahrrads in Freiburg ist der entscheidende Hinweis, dass Hussein K. das Fahrrad nicht selbst zum Tatort brachte, sondern nur von dort entsorgen sollte, weil es einen Komplizen gab, der durch die Dreisam zu Fuß flüchtete. Keiner jedoch wollte nach der Tat mit diesem Fahrrad, mit dem Maria L. aus der Stadt heraus verfolgt wurde, nochmal gesehen werden.

Zeugin, die Schreie hörte, wird verworfen

Neben den weiter von der Soko offenbar nicht erkannten Schlussfolgerungen aus dem Abstellort des Fahrrads bei der Freiburger Tat und der Fahndungspanne in Bezug auf nasse Schuhe/Hosenbeine der Täter, zeigt sich jedoch eine weitere schwere Panne durch außer Acht lassen einer wichtigen Zeugin.

Die Rekonstruktion der Polizei ergab zuerst, dass Carolin G. um ca. 14:15 Uhr loslief und Minuten danach bei der Stadthalle gesehen wurde. Tage später jedoch wurde durch andere #Zeugen der Zeitpunkt an der Stadthalle verschoben auf "gegen 15 Uhr".

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Jetzt gibt es jedoch eine Zeugin, die am Tattag mit Begleiter zu Wetterfotos unterwegs war und durch GPS des Fahrzeugs sowie Daten des Fotoapparats rekonstruiert, hörte sie um 15 Uhr verzweifelte Schreie einer Frau, konnte diese aber nicht lokalisieren und hat sich später selbst beruhigt, dass es vielleicht doch eine harmlose Erklärung gibt.

Nachträglich habe ich selbst mit einer weiteren Person diese Schreie nachgestellt und es gibt einen ganz bestimmten Punkt auf der Laufstrecke von Carolin, von wo aus man die Schreie tatsächlich so rekonstruieren kann und 900 Meter weiter auch hört.

Gehören die Schreie zum Fall, ergibt sich daraus ein neues Bild zur Tatzeit, Abgreifort und Tatablauf. Denn dann hätte sich Carolin nach dem Überfall am Südrand des Waldes nochmal losgerissen und wäre selbst zuerst noch ein Stück auch dem Freiburger Weg zurück Richtung Endingen geflüchtet, bevor sie eingeholt und in den unteren Waldteil gezogen wurde.

Sich was zurechtsaufen wie Talida ist keine Lösung, hier gilt es nun mit der Soko zu klären, ob bei der Zeugensichtung an der Stadthalle "gegen 15 Uhr" auch 14:45 Uhr gewesen sein konnte. Dann kann mit 15 Minuten Laufzeit Carolin um 15 Uhr dort geschrien haben, von wo aus die Zeugen die Schreie hörten.

Und dann bedeutet es ein völlig neues Szenario und neue Chancen. #Carolin G.