Die Behauptung von Katyn 2.0 wird in Polen gegen Russland verstärkt lanciert. Damit aber noch nicht abgetan, denn das tatsächliche Oberhaupt des polnischen Staates Jaroslaw Kaczynski hat am 10. April ein Bombenattentat und russiches Komplott als Ursachen des Flugzeugabsturzes bei Smolensk 2010 amtlich bekanntgegeben. Damit verkündet er indirekt die Notwendigkeit des polnisch-russischen Krieges und somit wurde er zum Todesfeind der neuen, nationalen polnischen Anführer.

Die kampflustige putinistische Walküre?

Olga Semeniuk, 27 Jahre alt, ist Beraterin des stellvertretenden Verteidigungsministers Michał Dworczyk (Aussprache: dfortschyk).

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Er ist u.a. für die Vergabe öffentlicher Aufträge zuständig. Einige Journalisten begannen sorgfältig ihre Einträge auf Facebook zu lesen. Dort fanden sie einige für die EU-Zweifler bezeichnende Sätze: „Nur wenige Menschen finden heute den Mut zu sagen, dass die EU vollständig aufgelöst werden muss. [...] Ich bin ein entschiedener Gegner der EU. Ich finde, dass #Polen nach 1989 nicht auf eine richtige Art und Weise die einmalige Gelegenheit für unsere wirtschaftliche, politische und soziale Souveränität genutzt hat.“ Der Aufsatzverfasser bei der liberalen Massenpresse wird auch dadurch empört (weil er von der Richtigkeit der Behauptungen überzeugt ist, dass die Nationale Front von #Russland finanziert werde), dass die Semeniuk den Sieg der Marine Le Pen bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen feiert..

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(Michał Wróblewski, Doradza w MON a myśli jak Putin. Jak ktoś taki może pracować dla rządu?! , „Fakt. Gazeta Codzienna”, 27 IV 2017, s. 1 i 2)

Es gilt als sicher, dass Antoni Macierewicz (er ist alt und krank) bald zurücktreten wird und der zukünftige Verteidigungsminister aus dem Kreis seiner engsten Mitarbeiter rekrutiert wird. Und Dworczyk macht nun alles was er nur kann, um bei den Soldaten und Patrioten beliebt werden.

Seit langer Zeit prangert man in den nationalradikalen Kreisen in Polen die EU als Werkzeug des Diktats aus Berlin an

Derartige Kreise sind auch bei der PiS-Regierungspartei, die im Grunde genommen eher klerikal-neokonservativ ist, tätig. Sie wurden letztens besonders laut als Donald Tusk, sehr zum Ärger der Regierung seines Heimatlandes, EU-Ratspräsident blieb. Aus den Reihen der polnischen Nationalen sind die Aufrufe zum Polexit zu hören. EU-Austritt sei ein Unsinn, so behauptet immer noch der starke Mann Polens Jaroslaw Kaczynski.

Die ersten Risse in der PiS-Regierung

Regierungschefin Szydlo rief alle Mitglieder ihres Kabinetts zu einem Treffen zusammen, bei dem sie hervorgehoben hat, wie wichtig die Loyalität, Verantwortungsgefühl für eigene Äußerungen und Mäßigung bei den in Massmedien veröffentlichten Meinungen seien.

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Dies geschah nachdem eine andere junge Frau aus Regierungskreisen die Haushalts- und Sozialpolitik Kaczynskis als verantwortungslose Abenteuerlichket öffentlich kritisiert hat.

Die Aufrufe Kaczynski zu stürzen werden immer lauter in Warschau

Nach Meinung der oppositionellen Freiheitlichen und Nationalen, deren Einflüsse in Polen nicht zu unterschätzen sind, wurde Kaczynski zum unberechenbaren Diktator. Der polnische erzkonservative Denker und Europaabgeordnete Korwin-Mikke beurteilt ihn sogar als einen geistig kranken Mann. Nach dem Tod seines Zwillingsbruders sei er bereit geworden die Welt in den Dritten Weltkrieg zu treiben – warnt er. Er hasse Russland und nehme die vollständige Zerstörung Polens in Kauf, nur um Rache zu nehmen – warnen die Nationalen. Falls nötig, sollte er durch einen Militärputsch entmachtet werden. Und die Generäle hätten da wohl gerne einen zivilen Politiker, mit nationalen und russenfreundlichen Ansichten an der Spitze der Regierung der nationalen Rettung.