Von Sergej Nussbaum, zur Zeit in Zürich (Schweiz).

Was tut ein Journalist, der auf dem Weg in die USA einen Stopp in der schönen Schweiz hat? Er schaut sich den #Parteitag der deutschen #FDP auf PHOENIX an und fragt sich: sind diese Leute eigentlich noch bei Trost? Wir erinnern uns. Die FDP ist jene Partei, die unter dem seligen Guido Westerwelle fast zur dritten Volkspartei in Deutschland wurde und 2013 in hohem Bogen aus dem Deutschen Bundestag flog. Der neue Parteichef #Lindner hatte jetzt fast vier Jahre Zeit seine liberale Mannschaft neu zu ordnen und aus den Fehlern der Vergagenheit zu lernen. Doch wie es jetzt aussieht, haben die Liberalen nichts, aber wirklich rein gar nichts aus ihrem Armageddon von 2013 gelernt.

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Nicht mal das kleine 1x1!

Auf ihrem Parteitag stellte die FDP eindrucksvoll unter Beweis, dass sie das politische Einmaleins bis heute nicht wiedergefunden hat. Denn was sind die Themen der Bundesrepublik des Jahres 2017? Waren das nicht Fluten an illegalen "Flüchtlingen, die ungelöste Euro-Problematik, der Brexit, Verarmung der Mittelschicht durch Nullzinsen, Terrorgefahren aus dem Nahen Osten, militärische Risiken im Osten und eine berechtigte EU-Müdigkeit?" Und jetzt raten Sie mal, über was die Liberalen stundenlang debattiert haben. Bildung. Bildung. Bildung. So viele Stunden, dass man zu dem Ergebnis kommen kann, es könne der FDP genau daran mangeln.

Wer rettet sie?

Wer um Himmels Willen rettet diese Leute vor sich selbst? Man mag von der AfD halten, was man will - aber sie ist wenigstens exakt und dicht an den Themen unserer Zeit.

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Und jetzt hat die rechte Partei auch noch eine offen lesbische Spitzenkandidatin mit FDP-kompatibler Biografie und mit FDP-Look, nur dass Alice Weidel, so der Name des neuen Stars der AfD, stramm rechtslibertär ist. Doch nicht erst seit gestern schneiden FDP-Wähler in thematischen Umfragen "rechter" ab als die FDP Politik macht. Oder einfacher gesagt: die Alice Weidel AfD wird der FDP Wähler abnehmen, während die FDP in Debatten um Details des Bildungssystems in Deutschland ihre Zeit verplempert und den Wähler offenbar für blöd hält.

Der selbe alte Fehler!

Es gab zwischen 2009 und 2013, als die FDP stark in der Regierung saß mehr als eine goldene Gelegenheit, den Euro-Rettungswahnsinn zu stoppen und Merkel einzubremsen. Stattdessen hat die FDP damals jede Dummheit der CDU/CSU mitgemacht und ihre eigenständigen Denker kaltgestellt. Wie komplett bescheuert muss man eigentlich sein, aus der Geschichte nichts zu lernen?