(StS/NYC) #Bundespräsident Frank-Walter #Steinmeier (SPD) hat auf dem Weg nach #Griechenland die Anstrengungen des Euro-Problemlandes zum Abarbeiten der Schuldenkrise gewürdigt, jedoch auch weitergehende Bemühungen der stolzen Mittelmeernation gefordert. Griechenland sei, so Steinmeier, noch lange nicht am Ziel und ein Weg weiterer Reformen lägen vor dem Land, so der deutsche Präsident sinngemäß gegenüber der großen griechischen Tageszeitung Kathimerini. Zusätzliche Reformschritte seien notwendig sein, auch und gerade da die wirtschaftlichen Daten sich zu verbessern begönnen, sagte der Bundespräsident.

Heikle Mission?

Der neue deutsche Bundespräsident reist zusammen mit der First Lady nach Athen.

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Es ist die erste Auslandsreise, die das Präsidentenpaar gemeinsam unternimmt. Nach den politischen Gesprächen am Freitag mit Ministerpräsident Tsipras eröffnet Steinmeier am heutigen Samstag zusammen mit seinem griechischen Kollegen Prokopis Pavlopoulos den Athener Standort der "documenta 14", die 2017 erstmals im hessischen Kassel und im griechischen Athen zeitgleich stattfindet.

Sorgen wegen der Türkei!

Ein für Griechenland auch historisch heikles Thema ist die Türkei. Bundespräsident Steinmeier verwies darauf, die türkische Wortwahl der vergangenen Zeit sei kaum nachzuvollziehen, "inakzeptabel und unwürdig". Dennoch liege es ihm am Herzen, dass Deutschland und die Europäischen Union weiterhin mit der Türkei kooperierten und gemeinsame Interessen zusammen verfolgten. Deswegen sei zu vermeiden, alle Brücken abzubrechen und sich keinen Wettbewerb um die härteste Wortwahl zu liefern.

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Eine EU-Mitgliedschaft der Türkei scheint für den Bundespräsidenten offenbar vom Tisch, er erwähnt sie nicht einmal mehr.

Fantasien der Griechen?

Auch eine griechische Forderung nach Reparationszahlungen für schändliche Taten der Hitler-Diktatur in Griechenland ist für Steinmeier offenbar kein Thema. Deutschland stelle sich schon viele Jahrzehnte seiner moralischen und historischen Verantwortung, auch gegenüber Griechenland. Reparationszahlungen seien für Deutschland jedoch indiskutabel.

Ein Wort zu Stockholm!

Bundespräsident Steinmeier erreichte in Athen auch die Nachricht hinsichtlich des moslemischen Terroranschlags gegen Schweden. Laut dts vermied der Präsident in ersten Reaktionen noch das Wort "Terroranschlag", brachte aber seine Erschütterung über das Geschehen zum Ausdruck. Er sei erschüttert gewesen, von der brutalen Attacke auf unschuldige Schweden in Stockholm zu erfahren. Seine Gedanken und seine Solidarität seien bei den Betroffenen und allen Stockholmern.

Klare Kante geht weiter!

Nach seinen Besuchen in Frankreich, bei der EU und jetzt in Griechenland verwirklicht sich das, was Beobachter schon vermutet hatten: Bundespräsident Steinmeier ist ein politisch aktiver Präsident, der sich um aktuelle politische Themen kümmert und Richtungen vorgibt, ohne jedoch der Bundeskanzlerin das Mikromanagement abzunehmen.

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Die noch junge Präsidentschaft Steinmeiers stützt die Erwartung, dass der ehemalige Außenminister sich in der langen Linien der deutschen Innen- und Außenpolitik annimmt und der Bundeskanzlerin auf diese Weise verdeutlicht, dass sie zwar die Regierungschefin ist, die sich um die Alltagspolitik zu kümmern hat, während Präsident Steinmeier die langen Linien der deutschen Interessen und politischen Linien selbst bestimmt, ohne falsche Rücksichtnahmen auf das CDU-geführte Kanzleramt, ganz im Wortsinne des Grundgesetzes. Unter Steinmeier wird das Amt des Bundespräsidenten offenbar so spannend wie lange nicht.