Es war die Meldung des Morgens: Die #Polizei soll den mutmaßlichen Attentäter des Anschlags auf den BVB-Bus verhaftet haben. Wie die Bild meldet, soll es sich um den 28-jährigen Deutsch-Russen Sergej W. handeln. Das unfassbare Motiv soll eine Börsenspekulation sein. W. soll kurz vor dem Anschlag an der Börse mit 78 000 Euro gegen die BVB-Aktie gewettet haben. Er ging davon aus, dass die Aktie in das Bodenlose fällt, wenn die meisten Spieler entweder tot oder schwer verletzt sind. Bis zu vier Millionen Euro hätte ihm diese perfide Tat einbringen können, hat Bild aus Polizeikreisen erfahren.

Sergej W. soll sich in dem Mannschaftshotel des BVB eingemietet haben, dabei soll er auf einem Zimmer mit Blick auf den Fahrtweg des Busses bestanden haben.

Werbung
Werbung

Per Fernbedienung soll W. die drei Bomben dann gezündet und sich dann in aller Ruhe ein Steak bestellt haben. Der Tatverdächtige soll Elektrotechniker sein und sogar einen Preis im Bereich Elektronik und Elektro-Technik gewonnen haben.

Der Artikel wird fortgesetzt, sobald das Statement der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe beginnt.

12:30 Uhr:

Frauke Köhler Sprecherin Bundesanwaltschaft:

Wir haben den Beschuldigten durch Beamte der GSG9 festnehmen lassen lassen. Wir gehen davon aus, dass der Beschuldigte verantwortlich ist, für den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund.

Wir legen ihm daher versuchten Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und gefährliche Körperverletzung zur Last. Der Verdacht gegen den Beschuldigten ergibt sich aus verschiedenen Indizien. Auf die Spur des Beschuldigten sind wir durch auffällige Optionsgeschäfte gekommen.

Werbung

Mittlerweile wissen wir, dass der Beschuldigte insgesamt drei verschiedene Derivate auf die Aktie von Borussia Dortmund gekauft hat.

Mit all diesen Derivaten hat er auf fallende Aktienkurse gesetzt, den überwiegenden Anteil dieser Finanzprodukte hat der Beschuldigte selbst am 11. April, also am Anschlagstag, erworben. Für den Kauf der Derivate hat der Beschuldigte einen Verbraucherkredit in Höhe von mehreren 10 000 Euro aufgenommen. Der Gewinn des Beschuldigten wäre um so höher ausgefallen, je weiter die Aktie von Borussia Dortmund gefallen wäre. Wie hoch sein maximaler Gewinn gewesen wäre, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau sagen, insofern stehen da noch die Berechnungen der Finanzermittler des Bundeskrimalamtes aus.

Zu den Sprengsätzen selbst ist viel spekuliert worden, was die Zündauslösung und den Zeitpunkt der Zündung anbelangt, haben wir heute morgen in unserer Pressemitteilung schon einiges klar gestellt. Die Frage, um was für einen Sprengstoff es sich hier konkret handelt, können wir heute noch nicht abschließend beantworten.

Werbung

Hier dauern die Untersuchungen der Kriminaltechniker des Bundeskriminalamtes noch an. Die Untersuchungen stellen sich hier etwas komplexer und etwas aufwändiger dar, das liegt daran, dass die Sprengsätze gezündet worden sind und dabei der verbaute Sprengstoff vollständig umgesetzt worden ist. Von daher muss man versuchen, seine Erkenntnisse über Umwege, beispielsweise über Bodenproben zu erlangen und daher gestalten sich die Untersuchungen aufwändiger.

Im Rahmen der heutigen Durchsuchungsmaßnahmen haben wir unter anderem Kommunikationsmittel sicher gestellt, die wir jetzt natürlich auswerten werden. Nach unseren bisherigen Erkenntnissen haben wir keine Anhaltspunkte für mögliche Gehilfen oder aber auch Mittäter, trotzdem werden wir genau das bei den weiteren Ermittlungen sehr wohl im Bick halten.

Der Beschuldigte wird heute am späten Nachmittag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes vorgeführt werden, er wird über den Erlass eines Haftbefehls zu entscheiden haben. Insofern bitte ich um Verständnis, dass wir jetzt hier nicht mehr ins Detail gehen können, weil wir der Anhörung des Beschuldigten durch den Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof nicht vorgreifen wollen. Vielen Dank.

12:34 Uhr: Ende

Mehr von Sigrid Schulz bei Blastingnews:

Das unermessliche Leiden der Lämmer und Schafe

Schweigen gegen das Grauen im Tierversuchslabor #Pressekonferenz #BVB-Anschlag