Man wundert sich. Nein, nicht über US-Präsident Donald #Trump und seine rund 60 Marschflugkörper, die einen Luftwaffenstützpunkt in #Syrien pulverisiert haben. Auch nicht über die schnelle und hochsymbolische Militärintervention. Was erstaunt, das sind die Reaktionen. Aus Moskau kommt leises Grollen, in anderen Hauptstädten sagt man nicht viel, doch gewisse deutsche und europäische Medien abseits des Mainstreams toben herum, als hätte Vati ihnen das Taschengeld gestrichen und gleich noch drei Wochen Hausarrest obendrauf gesetzt. Nennen wir mal keine Namen, aber in der "neuen Friedensbewegung" haben manche Schnappatmung. Bei einem Kollegen eines Magazins mit einem markanten "C" im Namen meint man fast, Trump hätte ihn persönlich bombardiert, so sehr tickte der gute Mann in seinem Blog aus.

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Doch jeder, der sich über die Reaktion der Vereinigten Staaten auf solche Weise wundert, hat wahlweise entweder nicht mehr alle Tassen im Schrank oder noch nie etwas verstanden. Wer Donald Trumps Wahlkampfreden angehört hat, kann eigentlich bis dato nichts finden, über das man sich auch nur wundern könnte.

Russlands Freund?

Der Wahlkämpfer Trump hat niemals, ich wiederhole niemals und an keinem öffentlichen Ort jemals gesagt, er werde ein freundschaftliches Verhältnis zu Russland und Herrn #Putin herstellen. Er sagte lediglich, es wäre schön, wenn ein solches zu erreichen wäre. Mehr war da nie. Alles andere waren Überinterpretationen oder Fehleinschätzungen durch Hörensagen. So mancher, der sich jetzt publizistisch empört äußert, sollte vielleicht einfach mal Nachhilfeunterricht in der englischen Sprache nehmen und sich die Reden auf YouTube nochmal ganz genau anhören.

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Im Grunde genügt es, eine einzige sehr aufmerksam anzuschauen, denn Trump sagte immer und immer wieder das Gleiche, und das setzt er jetzt um. Buchstabe für Buchstabe.

Merkwürdige Begeisterung!

Die in Russland vor der Wahl weit verbreitete Begeisterung über Donald Trump hätte genau hinhörende Beobachter eigentlich schon damals verwundern müssen. Im Grunde hat Trump nämlich immer und immer wieder nur dies gesagt: Ich kenne Herrn Putin nicht, aber es wäre schön, wenn man zu einem guten Verhältnis kommen könnte. Aber das wird zu sehen sein. Mehr war da nie.

Merkel bekam es zu spüren!

Auch Angela Merkel, Deutschlands Kanzlerin, hatte schon ihr Rendezvous mit der Realität. Trump hatte im Wahlkampf recht deutlich gemacht, dass er ihre Politik nicht nur nicht leiden kann, sondern für verrückt hält. Entsprechend kalt bis unverschämt war die Behandlung, die ihr in Washington zuteilgeworden ist. Auch hier gibt es nichts zum wundern. Alles wurde im Wahlkampf wieder und wieder ausgesprochen.

Hat Russland sich verzockt?

Im Kreml herrscht offenbar gerade eine gewisse, nennen wir es Ratlosigkeit.

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Vielleicht hätte man auch dort Herrn Trump schon früher wörtlicher nehmen sollen. Doch das Kind ist keineswegs in den Brunnen gefallen. Anders als jener völlige Schwachkopf, der vor Trump das Weiße Haus bewohnt hat, ist Donald Trump bei aller scheinbaren Unberechenbarkeit sehr berechenbar. Er sagt, was er tut und er tut, was er sagt - er zieht eiskalt durch, frei von jeder Angst. Herrn Putin müsste ein solches Verhalten eigentlich bekannt vorkommen. Deswegen wird das noch mit den beiden. Aber eines ist klar: mit Trumps Amerika legt sich besser niemand an. Auch das hatte er im Wahlkampf übrigens genau so angekündigt.