(StS/NYC) Nachdem Deutschland ab dem Ende des "Kalten Krieges" seine Armee kleinschrumpfen konnte, ist jetzt ein Zeitenwechsel angesagt. Direkt nach dem Beitritt der fünf mitteldeutschen Länder zum Bundesgebiet am 3. Oktober 1990 hatte Deutschland auf einen Schlag eine der personell größten Streitmächte der Welt. Die #Bundeswehr war damals mannstark, ebenso die "Nationale Volksarmee" der sogenannten "Deutschen Demokratischen Republik". Ab dem Tag der Wiedervereinigung hatte die Bundeswehr somit fast eine Million Mann unter Waffen. Dies galt es abzubauen. Erstens, weil die unmittelbare Gefahr gebannt war, dass der kommunistische "Ostblock" Westeuropa angreifen würde - aber auch, weil Deutschland internationale Verpflichtungen eingegangen war. Dazu gehörte der Verzicht auf deutsche #Atomwaffen und eine Höchstgrenze der Mannstärke bei knapp über 300.000 Soldaten. In der Folge wurde sogar noch deutlich weiter abgerüstet, fast 90% der Panzer wurden verschrottet, man richtete die Bundeswehr als international einsetzbare Polizeitruppe aus, die Landesverteidigung schien unnötig geworden - man fühlte sich von Freunden umzingelt im Zentrum Europas. Die Krönung dieses Umbaus war die Aussetzung der Wehrpflicht.

Werbung

Welch ein Irrtum!

Inzwischen weiß man, dass man zu weit gegangen ist. Aus Gründen, die sich nicht ganz rational erschließen lassen wollen, drohen der territorialen Integrität der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Bündnispartner wieder Gefahren, latent aber real. Zudem zieht der Wegfall des obligaten militärischen Drills eine verweichlichte Generation heran, der es mental fremd, ist Volk und Vaterland mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Es hat Deutschland gut getan, dass "gediente" Männer in das Erwachsenenleben gingen. Statt die Wehrpflicht auszusetzen, hätte man sie auf die Frauen ausweiten sollen - Israel macht es vor. Mütter hätten ausgenommen werden können, der Geburtenrate der Deutschen wäre es wohl bekommen.

Das Blatt wenden!

Immerhin hat Berlin jetzt verstanden, dass die Bundeswehr wieder aufgerüstet werden muss. Landes- und Bündnisverteidigung sind wieder ein Thema. Die Wehrpflicht für beide Geschlechter wird hoffentlich folgen. Wie FAZ und dts berichten, hat die Planungsabteilung des Bundesministeriums der Verteidigung Vorgaben beschlossen, die noch im Sommer auf den Weg gebracht werden sollen. Die Kampfkraft der deutschen Streitkräfte soll wieder mehr auf die Verteidigung von Nation und NATO fokussiert werden, zudem sollen Landesfeinde ernsthaft abgeschreckt werden.

Die Aufrüstung kommt endlich!

Drei voll ausgerüstete schwere Divisionen seien vorgesehen, die stets binnen drei Monaten einsatzbereit sein sollen. Dies setze neue Einheiten, vor allem weitere Artilleriebataillone voraus. Die Planungen sprechen bislang noch nicht die Wehrpflicht an, allerdings einen stärkeren Einsatz von Reservisten, um die nötigen Truppenstärken zu erreichen. Nicht nur das Heer, auch Luftwaffe und Marine sollen personell und materiell ausgebaut werden. Neue schwere Transporthubschrauber und neue Flugabwehrsysteme seien vorgesehen. Daneben zusätzliche Korvetten, ein Mehrzweckkampfschiff, Versorgungs- und Führungsschiffe, die jedoch in Kooperation mit NATO-Partnern genutzt werden sollen. Die Marine soll zudem endlich wieder eigene Kampfflugzeuge erhalten.

Was fehlt?

Fachleute sehen die Bundeswehr damit auf einem Weg in die richtige Richtung. Allerdings seien die geplanten Schritte noch etwas halbherzig, bemängelt etwa der Militärexperte Ariel Katzav. So sei bald dreißig Jahre nach der deutschen Einheit der Verzicht Deutschlands auf eine eigene atomare Abschreckung nicht mehr zielführend. Ein kleines Arsenal an deutschen Atomwaffen sei kostengünstiger und effektiver zur Landesverteidigung als ein nachhaltiger Ausbau der konventionellen Landstreitkräfte. Gerade Deutschland besitze mit seinen besonders modernen U-Booten alle Voraussetzungen für eine Zweitschlagskapazität, die eine Voraussetzung jeder atomaren Abschreckung sei. Oder ist Deutschland weniger wert als Großbritannien und Frankreich? Wozu also der Verzicht?

Deutsche Atomwaffen?

Nicht über ein deutsches Atomwaffenarsenal etwa im Umfang des französischen oder britischen nachzudenken, sei naiv. Deutschland besitze das Know-how zur Produktion von Atomwaffen samt Trägersystemen und habe bereits die Basis einer Zweitschlagsoption. Ebenso solle man über zwei kleine Flugzeugträger nachdenken, die sowohl ostsee- wie auch eismeertauglich seien. Dann sei Deutschland militärisch zukunftssicher.

Ein ungewöhnlich freisinniger Artikel? Blasting.News ist neutral made in Switzerland. #Aufrüstung