Fußballer sollen Fußball spielen, Politiker sollen sich um die #Politik kümmern. Oder kann man etwa beide Bereiche verknüpfen? Das probierte erst vor Kurzem nun erstmals #Philipp Lahm aus. Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der 2014 mit ihr in Rio de Janeiro sogar Weltmeister wurde, brach das Schweigen der Fußballstars und vertrat in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" seine offenbar von links geprägte politische Einstellung. Nimmt er damit nur sein Recht als Bürger zur freien politischen Meinungsäußerung wahr oder kann man ihm hier schon aufgrund seiner Popularität und seiner Rolle als Person des öffentlichen Lebens die Beeinflussung in der Meinungsbildung vorwerfen?

Problem: Im September 2017 ist Bundestagswahl!

Im Grunde genommen dürften die obigen zwei aufgeführten Fragen überhaupt nicht zur Debatte stehen: Natürlich darf jeder Bürger nach seinem Recht auf Meinungsfreiheit seine Meinung in der Öffentlichkeit frei äußern.

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Da bilden Prominente keine Ausnahme. Das Problem der Prominenten besteht jedoch darin, dass ihnen eine gewisse Anzahl von Menschen folgen und sie demnach ihre Fans mit ihrem Verhalten, ihren Ansichten und Werten wesentlich beeinflussen. Klar will der Fan genauso sein wie der von ihm verehrte Star, vor allem Kinder und Jugendliche werden von Stars in ihrer Rolle als Vorbilder grundlegend beeinflusst. Nun haben Kinder und Jugendliche kein Wahlrecht für die diesjährige Bundestagswahl, dennoch ist der Gedanke nicht gerade abwegig, dass Philipp Lahm durch seine Äußerung auch Tausende, wenn nicht sogar Hunderttausende in ihrer politischen Meinung und Ansicht und damit in ihrem im September geforderten Wahlverhalten lenkt, weswegen die zweite obig aufgeworfene Frage an Bedeutung gewinnt. Klar darf Philipp Lahm seine Meinung dennoch äußern, aber trotzdem darf hierbei nicht vergessen werden, dass seine Meinung in der Öffentlichkeit und den Medien viel mehr Aufsehen und Wichtigkeit erfährt und somit mehr Menschen erreicht als beispielsweise die von dem Eisverkäufer die Straße runter!

Verpflichtung von Prominenten: Eine neue Strategie der Altparteien?

Warum ergreift Philipp Lahm als Prominenter denn gerade jetzt vor einer so wichtigen Wahl wie der Bundestagswahl plötzlich das Wort? Gerade im Zuge der erstärkten neuen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) und dem zunehmenden Terrorismus, der fast schon täglich in der Welt zugegen scheint, als auch der Islamismus-Problematik, deren religiöse Ansichten in den meisten Fällen für diesen verantwortlich gemacht werden kann, können bei den Altparteien möglicherweise eine Entscheidung für einen Strategiewechsel nach sich gezogen haben.

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Die katastrophale innere Sicherheit und die Tatsache, dass das Abstechen und Verletzen mit Messern, Äxten und Hämmern beziehungsweise auch das Verschwinden von Studentinnen, die wie im Fall in Freiburg darauf getötet werden, auch keine Seltenheit mehr in unserem Land darstellt, lässt die Altparteien wohl nun auf Prominente zurückgreifen, die mehr Fans für ihre Politik, über die sie selbst nicht mehr Herr sind, gewinnen und generieren sollen, indem sie für sie Partei ergreifen. Auf ihrer Facebookseite führt Dr. Frauke Petry von der AfD auf, wie viele solcher Fälle sich allein im März ereignet haben und verweist darauf auf zahlreiche und von verschiedenen Redaktionen verfasste Artikel. Was hierbei auffällt, ist die Tatsache, dass nicht einer hiervon annähernd medial eine starke Präsenz wie beispielsweise in der ARD Tagesschau erfahren hat.

Auch angesichts der zwei bevorstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen in der Zeitpunkt der politischen Einmischung Lahms wohl bedacht gefällt worden.

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Das sagte Lahm im Interview

"Ich denke, was vermutlich die meisten von uns denken: dass Deutschland nicht rechts werden darf. Dass nicht die Falschen, die Populisten, mehr Macht bekommen dürfen", sagte Lahm im obig erwähnten Interview und warnte demnach die Wähler indirekt davor, im September 2017 die Partei des Rechtspopulismus zu wählen. Dies hätte eine gravierende manipulative Wirkung bezüglich des Wahlausgangs.

Lahms direkter Appell an die Wähler: "Wir alle haben Jahre dafür gearbeitet, dass Deutschland ein weltoffenes Land geworden ist. Wir sollten alles dafür tun, dass das auch so bleibt. Wir leben hier in einer gesunden Gesellschaft. Das darf nicht verloren gehen." Ebenso wendet sich Lahm klar gegen rechts: "Die Wahlen in Holland sind das aktuellste Beispiel. Dort waren die Rechtspopulisten - Gott sei Dank - nicht so stark wie befürchtet.

Haben die Altparteien Angst vor Machtverlust?

Entsprechend der in diesem Artikel angeführten Sachverhalte als auch der Tatsache, dass erst vor Kurzem Bundestagspräsident Norbert Lammert die Debatte darüber eröffnete, dass der Alterspräsident des Bundestages nach Dienstjahren und nicht nach dem Alter bestimmt werden soll, kann als öffentliche Diskreditierung der AfD gewertet werden, da versucht wird, diese bei dem Wähler als so schlecht wie möglich darzustellen, um einen eigenen möglichen Machtverlust durch ihn zu verhindern. Offenbar mit Erfolg, wie die letzten einstelligen Umfragewerte bezüglich der AfD ergaben.

Schlussfolgerung

Letztendlich sollten in einer Demokratie alle Meinungen und politischen Ansichten und Einstellungen, solange sie sachlich bleiben, geachtet, respektiert und Vorschläge debattiert und aufgenommen werden. Dass demzufolge die auf die Freiheit pochende Bundesregierung derart eine neue Partei wie die AfD in ihren Rechten (Stellung des Alterspräsidenten) beschränkt, indem sie selbst Riegel vor diese stellt, aber ebenso auch oft "Die Linke" mit ihren Forderungen ins Lächerliche zieht, ist demokratisch gesehen undemokratisch und kann als eine linke Indoktrinierung der Bevölkerung angesehen werden. Vor allem Lahms Äußerung vor den entscheidenen Wahlen gilt als ein wunderbares Beispiel hiervon. Ist dieser Artikel Fake News und Volksverhetzung? Nein, aber er setzt die realitätsgetreuen Gegebenheiten in logische politische Zusammenhänge. #Fußball