Der amerikanische Präsident Donald #Trump hat also einen syrischen Militärflughafen mit rund 50 Raketen angegriffen. Deklariert wurde der Angriff als Reaktion auf einen vorangegangen Giftgasangriff auf die Zivilbevölkerung. Die Frage ist aber, hat Trump den richtigen Aggressor im Visier? Bei Markus Lanz erklärte der Nahost-Experte, Politik- und Islamwissenschaftler Michael Lüders, wer in dieser Region noch seine ganz eigenen Interessen verfolgt. Für ihn stehe mit großer Wahrscheinlichkeit fest, dass es nicht das Regime von Assad sei, das diesen Giftgasanschlag geführt habe, so Lüders. Zwar sei dem Regime diese Grausamkeiten durchaus zuzutrauen, dennoch sei ein Verdacht ist noch kein Beweis.

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Aktuell gingen die Indizien dahin, dass dieser Giftgasangriff ein Angriff unter falscher Flagge gewesen sei. Der Zeitpunkt während der #Syrien-Konferenz sei sorgfältig gewählt. Viele Indizien würden für eine Zusammenarbeit von Dschihadisten der Nusra-Front mit dem türkischen Geheimdienst MIT sprechen. Die Nusra-Front sei ein syrischer Ableger von Al-Kaida, so der Experte.

Giftgasangriff mit Erdogans Einwilligung?

Der Geheimdienst und Erdogan hätten früh erkannt, dass sie diesen Krieg nutzen könnten und hätten die radikalen Dschihadisten im Kampf gegen die Kurden im Norden genutzt, die wiederum eng mit der PKK verknüpft seien. Laut Lüders hängt alles miteinander zusammen, der Konflikt sei nun einmal extrem kompliziert.

Die Türkei habe die Nusra-Front mit Sarin-Gas bewaffnet, zudem würden die Dschihadisten den Kampfstoff auch selbst herstellen.

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Erste Untersuchungen des amerikanischen Geheimdienstes mit entsprechendem Ergebnis gebe es bereits seit 2013, die Unterlagen seien für jeden einsehbar, sagt Lüders. Über all das hätten als erstes türkische Journalisten, unter anderem Can Dündar, berichtet. Gegen Can Dündar habe Erdogan persönlich Anklage wegen Hochverrat erhoben. Alle Journalisten, die darüber berichtet hätten, seien mittlerweile entweder im Gefängnis oder im Exil.

Unsere Sicht auf die Rebellen hat mit der Realität nichts zu tun

Wenn es gewollt wäre, könne dies durchaus recherchiert werden, so Lüders. Man könne nicht mehr sagen, das auf der einen Seite die Guten und auf der anderen Seite die Bösen wären. Keiner könne behaupten, die „Guten“ zu unterstützen, damit Vertreter der Zivilgesellschaft an der Macht kämen. Diese Einstellung habe mit der Realität nichts zu tun. Im Syrien-Konflikt habe auch Deutschland Oppositionelle unterstützt, die zu 90 Prozent aus Dschihadisten bestehen, so Lüders. Wenn diese Leute nach Deutschland kämen, würden sie sofort sämtliche Sicherheitsorgane auf den Plan rufen.

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Und so sehe ich die Lage:

Ich bin erschrocken gewesen, als ich hörte, dass sich die Weltgemeinschaft ausgerechnet auf Aussagen der Türkei beruft, die #Giftgas-Opfer behandelt hat und jetzt den Giftgasanschlag beurteilt. Ob da nicht der Bock zum Gärtner gemacht wird? Und waren die Fake-News, die George W. Bush den Vorwand für den Irak-Krieg lieferten, denn tatsächlich niemandem eine Lehre? Damals sollte Saddam Hussein unbedingt weg, jetzt ist es Assad. Die Weltpolitik scheint in einem Hamsterrad zu stecken.

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