(StS/NYC) Erinnern Sie sich noch an das Geschrei, die Russen hätten die Trump-Wahl "manipuliert", nur weil der englischsprachige Arm des russischen Staatsenders RT kritisch über Hillary Clinton berichtet hat? Die politischen Nachbeben sind bis heute zu spüren. Da fragt man sich doch glatt: warum jault heute die Mainstreampresse nicht auf? Denn in Frankreich soll #Facebook 30.000 Konten gelöscht haben. Offiziell wegen Spam, "Fake News" und andere unerwünschten Inhalten. Den Accounts sei man automatisch durch Mustererkennung der Aktivitäten auf die Schliche gekommen, ohne die Inhalte selbst zu checken. Was bitteschön soll das denn? Für wie seriös kann man ein Unternehmen halten, das mindestens 30.000 Kunden durch Algorithmen automatisiert die sozial-mediale Existenz killt? Laut afp und EP sei man geschützt vor Löschungen, wenn man sich auf Facebook wie im "realen Leben" verhalte und "verantwortungsbewusst" sei, schwadroniert Facebook-Managerin Shabnam Shaik in einem Blogartikel.

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Facebook entscheidet jetzt, was normal ist?

Geht's noch? Das Ganze bedeutet doch in der Konsequenz, dass irgendwelche Algorithmen entscheiden, was ein "normales" und "verantwortungsvolles" Verhalten sein soll. Das ist nicht wie bei Orwell in 1984, das ist tausend mal schlimmer! Die durchgeknallte Facebook-Truppe würde auf der Stelle vor Scham im Boden versinken, wenn jemand dort auch nur noch einen Funken von Anstand hätte. Da dies nicht der Fall ist, kann man im Umkehrschluss vermuten, dass Moral, Menschlichkeit und kreatives Denken die heiligen Hallen des Facebook-Managements schon lange verlassen haben und nur noch ein riesiger Überwachungsapparat übriggeblieben ist.

Verdächtige Löschungen von Le Pen Fans?

So genannte "verdächtige Konten" werden also jetzt einfach gelöscht.

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Wenn man Glück hat, erhält man eine letzte Chance, indem man bei Facebook seinen Ausweis einreichen muss. Da freuen sich die Facebook-Nutzer in den Diktaturen dieser Welt aber sicher wie bolle. Offenbar ist Facebook die Sicherheit seiner Kunden unwichtiger als das Ausradieren von ein paar Fake-Accounts. In Frankreich, so EP, seien bei 30.000 jüngsten Kontenlöschungen auffällig viele Sympathisanten von Marine #Le Pen die Opfer gewesen. Schon mal daran gedacht, dass manche Menschen nur mit einem Fake-Account sich trauen, sich zu einer Neofaschistin zu bekennen? Nicht, dass Neofaschismus schön wäre, aber die Frau ist eine reguläre Kandidatin. Wenn sie viele Anhänger hat, wird das wiederum seine Gründe haben - und wenn diese ihre Identität schützen (müssen) auch.

Auf der schieben Ebene!

So wie Google und Wikipedia inzwischen darüber entscheiden, was real ist und was nicht, so will jetzt offenbar Facebook über die sozial-mediale Existenz von Menschen entscheiden. Es kann den "sozialen Tod" bedeuten, wenn ein Facebook-Account einfach gelöscht wird. Facebook kann damit, zusammen mit Google und Wikipedia, darüber entscheiden, wessen bürgerliche Existenz intakt bleibt und wer vom Angesicht der Erde getilgt wird.

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Denn es gibt keine ernsthaften Alternativen. Die Russen versuchen Facebook-Dissidenten auf ihren Facebook-Klon "VK" zu lotsen. Doch ist VK, abgesehen von dem Zugriff russischer Stellen auf die Speicher in Russland, einfach zu schwach aufgestellt und zu unbekannt, um eine echte Alternative darzustellen. Für "Google plus" gilt, seien wir ehrlich, das Gleiche - nur dass andere Geheimdienste zugreifen dürften. Facebook weiß das und spielt seine Macht offenbar schamlos aus. In Deutschland wird der US-Konzern bei seiner #Zensur sogar noch vom Staat gepusht. Es ist einfach nur noch ekelhaft.

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