(StS/NYC) Wieder eine #Panne im deutschesten aller französischen AKW! Dass die Franzosen Kernkraftwerke lieben, ist bekannt. Dass sie diese zu einem guten Teil an interessante Stellen gebaut haben, ist weniger bekannt. Denn statistisch betrachtet herrscht in Frankreich viel Westwind. Ist es deshalb Zufall, dass viele Reaktoren an Stellen gebaut wurden, wo der radioaktive Niederschlag im Falle eines Super-GAUs wie in Tschernonbyl oder Fukushima, auf Italien, die Schweiz, Luxemburg, Belgien oder Deutschland niedergehen würde? Betrachtet man die Standorte, könnte man auf diese diabolische Idee kommen. Unter all den französischen Atomreaktoren in der Nähe Deutschlands ist eines eine ganz besondere Frechheit: Die beiden Uraltreaktoren des Atomkraftwerks #Fessenheim stehen direkt auf der deutschen Grenze, am Rhein im Breisgau in Südbaden.

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Die stromerzeugende Industrieruine soll zwar stillgelegt werden, doch kann man bei den Franzosen in dieser Sache erst sicher sein, wenn die atomar betriebenen Dampfkochtöpfe wirklich ausgeschaltet sind. Laut eines Erlasses soll die Stilllegung von Fessenheim 2019 erfolgen, aber nur - und das ist die Krux - wenn das neue AKW Flamanville in Betrieb geht. Nachdem dort bereits beim Bau Pannen in Serie auftreten, ist es mehr als fraglich, ob dieses Werk 2019 wirklich ans Netz kann. Das bröckelnde Nuklearmuseum ohne ausreichenden Erdbebenschutz würde andernfalls weiterarbeiten, Deutschland und die Schweiz bedrohend.

Westwind!

Denn zumindest von den Wahrscheinlichkeiten her haben die Franzosen wenig zu befürchten. Meist herrscht gerade in Südwestdeutschland Wind aus westlichen Richtungen.

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Die Japaner hatten bei Fukushima deutlich mehr Glück als Verstand, dass gerade Wind zur See war, als dort die Reaktoren explodierten. Kaum auszumalen, was passiert wäre, wenn der Wind aus Norden in Richtung des nahen Tokio geweht hätte. Im Fall eines GAUs in Fessenheim wäre vermutlich halb Süddeutschland unbewohnbar. Entsprechende Simulationen von Umwetaktivisten legen dies nahe.

Wieder eine Panne!

Jetzt gab es laut französischen Agenturmeldungen und des Betreibers EDF abermals eine Panne in Fessenheim. Einer der Reaktoren sei am Dienstag wegen einer Störung heruntergefahren worden. Alles sei harmlos, man wolle die Stromversorgung am liebsten noch am Mittwoch wieder aufnehmen. Nähere Details von Wert drangen nicht nach außen. Die Franzosen lassen jede Sorge der Nachbarnationen an sich abperlen. Seit 40 Jahren kämpfen Umweltschützer in Baden-Würrtemberg und der Schweiz für die Stilllegung der Schrottreaktoren.

Unsinnig?

Kernkraft zur Stromgewinnung zu nutzen ist an sich nicht verkehrt, vor allem in Riesennationen wie Russland, China, Kanada oder den USA.

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Wenn dort ein Super-GAU geschieht, evakuiert man eben einen Landstrich in der Größe Niedersachsens und gut. Anders ist dies im ultradicht besiedelten Westeuropa. Hier hätte ein Atomunfall das Potential, ganze Nationen auszuradieren: Baden-Würrtemberg, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und nicht zuletzt die Schweiz sind so klein, dass eine nukleare Wolke à la Tschernobyl ausreichen würde das Territorium dieser Länder auf Jahrtausende unbewohnbar zu machen. Da muss man sich dann schon mal fragen, was die Franzosen reitet, ein Klappergestell wie Fessenheim am Netz zu halten. Denn dieses AKW ist nicht nur uralt, sondern auch noch klein. Es ist mit einer Gesamtleistung von rund 1800 MW das leistungsschwächste atomgetriebene Kraftwerk der Grande Nation. Sind diese paar Megawatt das Risiko wert? Natürlich nicht! Doch Fessenheim ist finanziell abgeschrieben und damit eine Gelddruckmaschine.

Respektlos!

Was die Franzosen dort tun ist nichts als respektlos, denn in einem Umkreis von 30km leben knapp eine Million Menschen, in der etwas weiter entfernten Region Basel weitere 800.000 und im Ballungsraum Straßburg-Baden Baden-Offenburg nochmals an die 800.000. Die EU führte nach Fukushima "Stresstests" durch. In Fessenheim wurde festgestellt:

  • Keine ausreichende Erdbebensicherheit.
  • Bei Überflutung durch den Rhein ist ein Kontrollverlust möglich, weil die französischen Ingenieure - wie in Fukushima - sicherheitsrelevante Systeme weit unterhalb des Wasserpegels des Rheins installiert haben und eine Überflutungsgefahr für das Anlagegelände besteht. Wie blöd kann man eigentlich sein?
  • Als heikel eingestuft wurde auch der Fakt, dass elementare Sicherheitsfunktionen nicht redundant ausgelegt sind.

Auf gut Deutsch: eine Zeitbombe. Da die Franzosen in dieser Hinsicht unbelehrbar sind, bleibt nur den Baden-Würrtembergern und Schweizern viel Glück zu wünschen.

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