(StS/NYC) Es ist kaum ein paar Tage her, da wurden alle aktiven #Atomkraftwerke nördlich des Mains vom Netz genommen und das Bedienpersonal in Schutzbunker verbracht. Grund war, dass - zum wiederholten Mal - ein indisches Passagierflugzeug ohne ordentliche Meldung bei der Flugsicherung über halb Europa flog. In Deutschland griff man durch, schickte Abfangjäger hoch und sorgte dafür, dass die Kernkraftwerke zumindest nicht im Volllastbetrieb wären, falls es sich um einen Amokflug handeln sollte. Denn gegen den Absturz einer Boeing sind auch die noch aktiven, atomar betriebenen Stromkraftwerke Deutschlands nicht ausgelegt. Jetzt mehren sich Nachrichten im Internet, die sich auf die "Heilbronner Stimme" zurückführen lassen.

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Danach kommt es zu solchen Ereignissen wesentlich häufiger als gedacht. Alarm in Atomanlagen wegen verdächtiger #Flugzeuge sei ein häufiges Phänomen. Alleine seit 2012 sei es ganze acht Mal zu einem so genannten "Renegade"-Voralarm für deutsche Atomkraftwerke gekommen. Unter einem "Renegade"-Alarm versteht man eine Sicherheitsprozedur wegen Luftfahrzeugen mit potentiell feindseligen Intentionen. Also um Flugzeuge, die 9/11 mäßig aus terroristischen oder anderen Beweggründen zur Waffe gemacht werden. Worst Case wäre ein Angriff auf einen Atomreaktor. Flöge eine handelsübliche Passagiermaschine in einen kommerziellen Kernreaktor hätte man einen Folgezustand wie in Tschernobyl oder in Fukushima. Bis zu Merkels Spontanausstieg aus der Kernenergie gab es zahlreiche, teilweise höchst lächerliche Versuche, ein solches Szenario zu verhindern.

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Selbst eine künstliche Einneblung von Reaktoren war in der Debatte, um diese "unsichtbar" zu machen - Qualitätsgrad: lächerlich.

Militärjets gehen gerade noch!

Seit der Außerbetriebnahme der älteren deutschen Kernreaktoren sind die jetzt noch aktiven nach offiziellen Angaben der deutschen Aufsichtsbehörden gegen Abstürze von Kleinflugzeugen oder sogar kleineren Kampfjets gesichert. Alles darüber würde die Sicherheitsbarrieren durchbrechen. Ein besonderes Aufregerthema ist das Ganze ohnehin nicht mehr, seit klar ist, dass selbst die neusten deutschen Atomkraftwerke bald vom Netz gehen werden. Doch bis dahin dauert es noch etwa fünf Jahre. Wie sieht es mit der Sicherheit in der Zwischenzeit aus? Zuletzt hatte die Partei "Die Linke" mal vorsichtig bei der Bundesregierung nachgefragt. Die parlamentarische Anfrage der Fraktion im deutschen Bundestag ergab, dass es Renegade-Alarme für deutsche Kernreaktoren seit 2010 sechsmal gegeben habe. Das klingt wenig, macht aber ein mulmiges Gefühl, vor allem wenn man weiß, dass Atomreaktoren im grenznahen Ausland, wie etwa in Frankreich und Belgien, noch weitaus schlechter gegen Flugzeugabstürze und ähnliche Formen der Fremdeinwirkung geschützt sind als die deutschen Kraftwerke.

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Und dann auch auch Drohen?

Sind die zuvor genannten Fälle wenigstens irgendwie alle rational erklärbar gewesen, kam es in Frankreich in den Jahren 2014 bis 2016 zu Massensichtungen von unidentifizierten Flugobjekten über so ziemlich jeder Atomanlage Galliens. Viele deutsche Zeitungen berichteten darüber sehr ausführlich, zum Beispiel Spiegel Online am 28. November 2014. Frankreich betreibt fast sechzig Kernreaktoren zur Stromerzeugung und ist quasi komplett vom Atomstrom abhängig. Auch gibt es nicht einmal den Hauch eines Planes, dies zu ändern. In Flamanville ensteht sogar gerade eines der modernsten Kernkraftwerke Europas. Es gibt gute Gründe dafür, aber auch viele dagegen. Das Problem mit den unbekannten Flugobjekten über den französischen Nuklearanlagen wurde von offizieller Seite in Paris mit #Drohnenüberflügen erklärt, wobei man nicht wisse, woher diese Drohnen kämen, wer sie lenke und was jener, der sie lenke, damit bezwecke. Beruhigend geht anders in einem Land im Ausnahmezustand, das von einem Terroranschlag nach dem anderen erschüttert wird.