(QN/NYC) Der Russlandbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Gernot Erler, hat kritisiert, dass in der Heimat des orthodoxen Christentums die Religion der "#Zeugen Jehovas" verboten wurde. Es besorge ihn, dass die friedliche Ausübung der Religionsfreiheit aus dem Weg geräumt werde. Das Oberste Gericht Russlands hatte zuvor die #Sekte auf Antrag des Justizministeriums hin verboten, da sie eine "extremistische Organisation" sei, so Agenturmeldungen, unter anderem von AFP.

Nervig, aber harmlos?

Die Zeugen Jehovas, eine von manchen Menschen aufgrund ihrer Missionierungsarbeit an der Haustür als nervig empfundene religiöse Gruppe, unterhielt in der Russischen Föderation landesweit rund 400 Einrichtungen.

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Man wirft ihr dort vor, mit aggressivem Herangehen, Gläubige zu werben. Wegen Drucks auf die Zeugen Jehovas wurde Russland bereits mehrfach vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu Schadenersatz verurteilt.

Wirklich klug?

Ohne Zweifel sind die Zeugen Jehovas - wie andere missionierende Sekten auch - für manche Menschen schwer zu ertragen. Doch normalerweise ziehen sie auf eine freundliche Bitte hin wieder ab und lassen einen in Ruhe. Das Verbot in Russland ist damit wohl eher als Zugeständnis an die russisch-orthodoxe Kirche zu verstehen, meinen befragte Religionswissenschaftler. Die orthodoxe Kirche hat sich neben den Geheimdiensten zu einer der wichtigsten Stützen des russischen Systems entwickelt und bekommt von der Staats- und Parteiführung bisweilen ein Leckerli hingeworfen, wie etwa Gesetze gegen Homosexuelle oder eben ein Verbot einer kleinen Sekte.

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Ob das eine kluge Strategie ist, steht auf einem anderen Blatt. #Adele