Nach nahezu täglich wiederholten Vorwürfen in Richtung Deutschland als auch Holland, "#Nazi-Praktiken" zu vollziehen oder "Nachkommen der Nazis" und "Faschisten" zu sein, ist es allmählich wieder ruhiger um die #Türkei und Recep Tayyip #Erdogan geworden. Gerade noch vor wenigen Tagen gewährte die Türkei deutschen Diplomaten sogar erstmals einen Besuch des bereits seit 7 Wochen inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel, der einen deutschen und türkischen Pass besitzt. Dies schien ein Fortschritt in der sehr angespannten deutsch-türkischen Beziehung zu sein und signalisierte von türkischer Seite aus erstmalig so etwas wie Entspannung der Lage und Kooperationsbereitschaft.

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Doch kaum wird dieser Gedanke einer aufkommenden Vernuft von Erdogan und der Türkei gehegt, kehrt dieser nun überraschend wieder zu seiner Konfrontationskultur zurück! Von wegen Entspannung und Einsicht! Nach Ansichten des islamisch-konservativen Präsidenten geht es jetzt erst richtig los! Bald käme die große Abrechnung nicht nur mit Deutschland, sondern mit ganz Europa!

"Nazi-Überbleibsel und Faschisten"

So werde Erdogan die türkei-kritischen europäischen Staaten weiterhin nennen, verkündete Erdogan in einer Wahlkampfveranstaltung am vergangenen Dienstag. Wenn diese ihre Einstellung zur Türkei nicht änderten, müssten diese sich eben solche Bezeichnungen gefallen lassen. Grund für die erstmaligen Nazivorwürfe waren Absagen von Wahlkampfveranstaltungen türkischer Politiker, die erstmals im Zusammenhang mit Deutschland für Aufregung sorgten.

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Dass in Bezug auf Deutschland und die Historie des Landes daher Nazi-Vergleiche nicht fern liegen und daher nur zu schnell in den Mund genommen werden können, lud Erdogan quasi dazu ein, diese zu tätigen. Nach Deutschland folgte Holland ebenso mit Absagen türkischer Wahlkampfveranstaltungen, sodass Ankara diese Vorwürfe international ausweitete und nicht mehr allein nur auf Deutschland bezog. Konkret bemängelte Erdogan, dass die Behörden in mehreren europäischen Staaten die Auftritte untersagt hätten, wie RP-Online berichtete.

Erdogan spricht Drohungen in Richtung Europa aus!

"Wenn das Referendum am 16. April vorbei ist, werden wir uns damit befassen. Alles hat seinen Preis" , sagte Erdogan bezüglich dieser Auftrittsabsagen einiger europäischer Länder und droht damit Europa mit Konsequenzen für dessen Handeln. Sollte die Bevölkerung für das Referendum stimmen, bekäme Erdogan mehr Macht. Diese würde der Entstehung einer Präsidialdemokratie und nicht zuletzt auch einer mutmaßlichen Autokratie gleichkommen.

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Erdogans Ass im Ärmel: Die Flüchtlinge!

Immer wieder hatte Erdogan als auch andere, auf Erdogans Seite stehende türkische Politiker mit Flüchtlingen gedroht, wenn ihnen die Handlungen der europäischen Staaten nicht gefielen. Durch das vereinbarte Flüchtlingsabkommen mit der Türkei besteht eine gewisse europäische als auch im Speziellen deutsche Abhängigkeit. Die Angst, dass dieses platzen könne und würde, hat schon so manchen Politiker mit "Besonnenheit" anstatt mit der erforderlichen "Konfrontation" und verbalen "Verteidigung" des eigenen Landes reagieren lassen. Denn ein solches würde etliche weitere Flüchtlinge für das bereits in diesem Punkt zerstrittene Europa bedeuten. Erdogan hat Macht und diese artikuliert er auch offen in Bezug auf den Flüchtlingspakt: "Hören Sie mir zu. Wenn Sie noch weiter gehen, werden die Grenzen geöffnet, merken Sie sich das", empörte sich damals Erdogan laut Zeit als Reaktion auf die Aufforderung, die EU - Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einzufrieren, wie sie vom EU-Parlament kam. Im Zusammenhang mit den Auftrittsverboten und -absagen türkischer Politiker in Europa wurden diese Drohungen temporär wiederholt.

Europas Reaktion?!

Während Deutschland mit "Ruhe" und "Besonnenheit" reagierte und sich nicht auf die Vorwürfe und Androhungen einließ, setzte Holland hingegen ganz klar ein Zeichen, wer bei ihnen das Sagen hatte und dass sie sich nicht derart beleidigen ließen. Viele deutschen Bürger wünschten sich das ebenso - jedoch blieb ein solches Verhalten der Bundesregierung aus.

Wie wird nun auf die erneuten Vorwürfe reagiert? Wird das getan, was Erdogan fordert und die "Einstellung" zur Türkei geändert? Wird auf Kuschelpolitik und Kuschelkurs in Richtung Erdogan gesetzt oder werden die eigenen Werte und die eigene Kultur verteidigt und wie in Holland nun auch von anderen europäischen Staaten konkrete Zeichen gesetzt?