Nach einer Initialzündung durch ein extrem professionell gemachtes Video von Alexei Anatoljewitsch Nawalny kommt es in #Russland zu Unruhen gegen die politische Führung. Nawalny möchte 2018 gegen Präsident Putin antreten und ihn in diesem Amt beerben. Sein Video diente ganz offensichtlich und für jeden einsehbar dem Aufbau einer Kampagne für die Wahlen 2018. Wieso Nawalny ernsthaft glaubt, er könne im System der "gelenkten Demokratie" Präsident Putin den Platz im Kreml streitig machen, das müssen wohl Psychiater beurteilen. Aber zurück zu Nawalnys Video und seinen Konsequenzen. Darin geht es mitnichten um Fragen der Demokratie oder des Friedens.

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Nawalny drischt wie ein Besessener auf Ministerpräsident Medwedew ein. Dieser habe sich bereichert und der Rest der Regierung gleich mit. Es werden Bilder von Yachten und Weingütern gezeigt, kurzum, es handelt sich um Neidpropaganda in Reinform. Dabei gäbe es ganz andere Verfehlungen, die man der russischen Führung vorwerfen könnte. Doch dazu kein Wort.

Materialismus als Antrieb?

Als direkte Folge von Nawalnys Aktion gingen tausende junge Russen auf die Straße, um gegen Medwedew, Putin und die gesamte Führung der Russischen Föderation zu demonstrieren. Der deutsche "Spiegel" berichtet von sechzigtausend Menschen, die in über 80 russischen Städten gegen die von Nawalny thematisierte angebliche Korruption aufstanden. Wohlgemerkt, gegen eine vermeintliche Korruption, nicht gegen den Krieg in der Ukraine, nicht für mehr Liberalität, nicht gegen die "gelenkte Demokratie" und auch nicht gegen andere Demokratiedefizite, die in Russland zweifelsohne ein Problem darstellen.

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Neid allerorten!

Dieser Befund ist verstörend, passt aber in das Bild einer weltweiten Jugend, denen der Geldbeutel näher ist als Partizipation und Freiheitlichkeit. Die Begeisterung für Bernie Sanders in den Vereinigten Staaten hat ähnliche Wurzeln und selbst in Südkorea sitzt die gerade abgesägte Staatspräsidentin inzwischen in Haft, weil sie angeblich Freunde begünstigt habe. Ganz zu schweigen von Herrn Fillon, der in Frankreich keine Chance mehr hat, Präsident zu werden, weil er mit ein paar Euro etwas schlampig umgegangen ist.

Nicht ernstzunehmen!

Solange die "Jugend" Russlands ihren Hintern nicht hochbekommt, um für Frieden und Demokratie zu demonstrieren, sondern sich erst durch Aufnahmen von einem Weingut für #Proteste mobilisieren lässt, das angeblich Ministerpräsident Medwedew gehört, kann man diese "Bewegung" nicht ernstnehmen. Leider, denn viele Länder, so auch Russland, bräuchte eigentlich den frischen Wind einer liberal denkenden Jugend - und keine Neidhanseln, die den Mächtigen die Butter auf dem Brot nicht gönnen. Das, obwohl die Russen unter Putin/Medwedew insgesamt wohlhabender geworden sind, als sie es jemals in ihrer langen Geschichte waren. #Demonstrationen