(StS/NYC) Damit hatten wohl weder Freund noch Feind gerechnet. Der Parteitag der rechtskonservativen Partei "Alternative für Deutschland" (#AfD) in Köln ging zivilisiert über die Bühne, ja sogar geradezu basisdemokratisch. Die bisherige Alleinherrscherin Frauke Petry wurde zwar als Spitzenkandidatin abgesägt, doch gab es schon wesentlich krassere Demütigungen in der deutschen Politik. Man bewahrte bürgerlichen Anstand und Frau Petry ihr Gesicht sowie eine Zukunft in der Partei. Die Fliehkräfte wurden eingehegt und jedem dürfte nun klar sein, dass der alte Fuchs Gauland der wahre de facto Vorsitzende der Partei ist. Das ist gar nicht mal so verkehrt, denn kaum einer in der noch jungen Truppe ist so politerfahren wie er, der ehemalige CDU-Mann vom rechten Flügel, der "Stahlhelmfraktion" der hessischen CDU um Manfred Dregger.

Werbung
Werbung

Klingt übler als es war, der Terminus beschreibt einfach nur den damals sehr, sehr rechten Kurs der hessischen CDU, mit der sie in den Siebziger über 47% in Wahlen geholt hat. Nichts Exotisches also. Und aus genau diesem Stall kommt Herr Gauland, der jetzt die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag anführt. Auf dem AfD-Bundesparteitag hat er jetzt aller Welt gezeigt, dass er die Strippen zieht. Es gibt Schlimmeres.

Dümmlicher Zickenkrieg?

Zum Beispiel den Umgang mit der neuen Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl, die ein Duo mit Herrn Gauland bildet: #Alice Weidel, eine rechtsliberale und blitzgescheite Frau, die in ihrem jungen Leben sogar schon richtig hart gearbeitet und richtig viel erreicht hat. Rhetorisch stark, gut aussehend, für die Werte westlicher Freiheit kämpfen - und offen #lesbisch.

Werbung

Mit Frau und Kind. Huch, wird da mancher denken, eine selbstbewusst homosexuell lebende Frau bei der AfD? Kann das gut gehen? Nun ja, die Frage ist weniger ob, sondern wo?

Ausgerechnet die FDP zerreißt sich den Mund!

In der AfD scheint das sehr wohl zu funktionieren. Immerhin steht Frau Weidel ja gerade dafür, dass Homosexuelle auch morgen noch in einem freien Deutschland leben können und nicht eines Tages in eine Burka gesteckt oder von Hausdächern gestoßen werden, wie das in Syrien, Saudi-Arabien und anderen moslemischen Ländern so üblich ist. Wer aber sein Maul aufreißt, ganz bequem vom Sofa per Facebook sind so Leute wie ein exponierter und offen schwuler FDP-Politiker, dessen Name aus Höflichkeit hier ungenannt bleiben soll, auch um seine "Freunde" und Kommentarschreiber auf Facebook zu schützen. Ausgerechnet aus der FDP also kommt hysterisches Geschrei. Frau Weidel würde quasi ihre lesbische Seele dem Teufel verkaufen. Sie würde nicht kapieren, in welcher Gesellschaft sie da sei...

Werbung

Herr, wirf Hirn herab!

Verlogen ohne Ende?

Die liberale FDP also, ausgerechnet dieser außerparlamentarische Haufen Peinlichkeit, will Frau Weidel korrektes Homosexuellsein beibringen, das scheinbar nur außerhalb der AfD geht. Offenbar haben die "Liberalen" vergessen, wie sie mit ihrem eigenen schwulen Vorsitzenden umgesprungen sind, dem sie bis 2013 alles, aber wirklich restlos alles zu verdanken hatten. Aber kaum hatte Guido Westerwelle, Gott hab ihn selig, sein Schwulsein nicht nur verbalisiert, sondern normalisiert, war der Ofen aus. Nein, es waren keine inhaltlichen Fehler, die zum Sturz von Westerwelle als Parteichef führten. Es war das Unvermögen seiner liberalen "Basis" die Fernsehbilder auszuhalten, wie er mit seinem Mann auf Staatsreisen ging. Dort lag der Hase im Pfeffer. Schwul durfte er sein, aber bloß nicht das Ganze als Normalität leben.

Weg mit dem Chinesen!

Und wie war das doch gleich mit Herrn Vizekanzler Rösler? Der hessische FDP-Chef Hahn meinte doch glatt, man habe schon gewisse Probleme im Wahlkampf wegen "dem Chinesen" an der Parteispitze. Geht es rassistischer? Die FDP ist 2013 zurecht aus dem Bundestag katapultiert worden, weil sie ihr eigenes Spitzenpersonal homophob und rassistisch erledigt hat. Und jetzt zerreißen sich FDP-Politiker das Maul wegen Frau Weidel von der AfD? Das ist der Gipfel der Unverfrorenheit! Wie kaltschnäuzig muss man sein, um sich zu solchen Steinwürfen aus dem Glashaus zu versteigen?

Eine Mega-Chance!

Herrn Gauland ist mit der Positionierung von Alice Weidel ein Geniestreich erster Güte gelungen, auch wenn die leicht homophobe Frau von Storch das Ganze mit einem Ausdruck verfolgt hat, als hätte sie eine Gesichtslähmung erlitten. Die AfD als Ganzes wird merken, dass Alice Weidel goldwert ist und sich an ihrer Homosexualität nicht stören. Auch die Rechte lebt im Jahr 2017. Und lieber Frau von Storch zieht mal ein merkwürdiges Gesicht, als dass Pseudoliberale von der FDP ihre Parteiführung gegen die Wand laufen lassen. Frau Weidel ist ein wahrer FDP-Killer. Wetten?