Befürworter des Brexits argumentierten im letzten Jahr mit der anhaltenden und nicht kontrollierbaren Einwanderung aus dem EU-Ländern. Und in der Tat gehört die Personenfreizügigkeit zu den Grundpfeilern des Schengener Abkommens und der Europäischen Union. Genau dieses Szenario könnte im Post-Eu-Großbritannien wieder kommen, allerdings in einer deutlich veränderten Form. Statt innerhalb der Europäischen Union frei leben zu können, ziehen manche Personen die Personenfreizügigkeit mit Kanada, Neuseeland und Australien vor.

Die Idee im Detail

Anstatt wie innerhalb der EU jede Person anstandslos akzeptieren zu müssen (außer in wenigen Ausnahmefällen), plädieren jene Stimmen für einen relativ freien, aber nicht kontrollierbaren Austausch zwischen dem Vereinigten Königreich, Australien, Kanada und Neuseeland.

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Begründet wird diese Auffassung mit den Gemeinsamkeiten, die in Kultur, Sprache und politischem System bestehen. In der Tat handelt es sich bei den Ländern ( außer Großbritannien) um ehemalige Kolonien des British Empire welches lange Zeit großen Einfluss auf den Globus ausübte.Als Musterbeispiel für so einen Deal wird gerne die Vereinbarung zwischen Australien und Neuseeland, namentlich "Trans-Tasman Travel Arrangement", zitiert. Dieses erlaubt das Auswandern und Arbeiten in das jeweils andere Land, ohne die Kontrolle ganz aufzugeben.

Wer steckt hinter dieser Idee?

Die Idee, sich mit der sogenannten Anglosphäre neu und besser zu vernetzen ist nicht neu und wird immer wieder geäußert. Doch seit das Thema #brexit im Raum schwebt, gibt es ernsthaften Lobbyismus für diese Art der Wirtschaftsbeziehungen.

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Drei Kampagnen stechen dabei hervor:

  • Canzuk International
  • Canzuk.org
  • Canzuk.net

Die erste, der grade aufgezählten Kampagnen kann dabei locker als die erfolgreichste, bzw. bekannteste aller Kampagnen gezählt werden. James Skinner, Gründer der damaligen " Commenwealth Freedom of Movement", jetzt "Canzuk International", konnte bereits zahlreiche Politiker hinter seinen Rücken sammeln und die Idee in einigen Fernseh- und Radioauftritten präsentieren.

Wie realistisch ist das Ganze?

Was auf den ersten Blick nach einer Belebung des British Empire aussieht, ist auf dem zweiten Blick gar nicht so abwegig. Fakt ist: Großbritannien muss nach dem EU-Austritt schnellstens neue Bündnisse formen, weniger aus Gründen der Verteidigung, sondern aus Gründen der wirtschaftlichen Prosperität. Auch wenn durchaus Optionen für Großbritannien, darunter auch eine wirtschaftliche Union mit den USA , und potentielle Handelspartner warten, ist eine Personenfreizügigkeit durchaus eine reale und sinnvolle Option. Aufgrund der Gemeinsamkeiten kann so ein neuer Stützpfeiler der westlichen Hemisphäre entstehen, ganz ohne die Probleme, die durch die Personenfreizügigkeit in der EU erzeugt werden. #Trump #Europäische Union