Nach den Veröffentlichung des missglückten Abendessens zwischen der britischen Premierministerin Theresa May und dem Präsidenten der europäischen Kommission Jean-Claude Juncker kriegt man schnell den Eindruck als ob sich zwei Erzfeinde gegenüberstehen. Während die britische Boulevardpresse die Kriegsrhetorik auspackt, unterstellen deutsche Medien der britischen Regierung Naivität und Kurzsichtigkeit. Auch Gerüchte über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA und das Scheitern der Londoner Finanzszene stehen zur Debatte. Fakt ist: wenn die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union scheitern, werden beide Parteien darunter leiden.

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Zweifelsohne wird das Vereinigte Königreich am Anfang mehr zu schlucken haben als die Länder auf dem europäischen Kontinent. Doch auch wenn der Zugang zu den Märkten der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union entfällt, gibt es für Großbritannien Möglichkeiten die Wirtschaft auf starke Beine zu stellen.

Alte Freunde: Großbritannien und der Commonwealth

Dieser Staatenbund besteht aus mehrheitlich ehemaligen Kolonien des britischen Empires und sind durch vielfältige Ebenen der Kooperation und Zusammenarbeit miteinander im Austausch. Prominente Mitglieder sind Kanada, Neuseeland, Singapur und Australien, welches sich bereits zum Abschließen eines Freihandelsabkommens bereit erklärt hat.

Eine starke wirtschaftliche Beziehung mit den Staaten Neuseeland, Kanada und Australien ist besonders attraktiv für Großbritannien, da zwischen diesen Ländern große Ähnlichkeiten in Kultur, Sprache und Lebensweise bestehen.

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Die Queen ist sogar in allen drei Ländern noch Staatsoberhaupt.

Doch nicht jeder Staat eignet sich für ein Freihandelsabkommen. Manche sind in einen gemeinsamen Block organisiert und können daher nicht selbstständig Abkommen schließen, beispielsweise trifft dies auf Zypern und Malta zu.

Das Tor zu den südmerikanischen Märkten: Mercosur

Eine weitere Option für den freien Handel nach dem Austritt aus der Europäischen Union ist das Schließen eines Freihandelsabkommens mit dem südamerikanischen Block Mercosur. Dieser bildet einen gemeinsamen Markt und beinhaltet unter anderem Mitglieder wie Argentinien und auch das Schwellenland Brasilien, welches auf dem Weg zu einer Industrienation ist.

Aufnahme von Beziehungen mit anderen europäischen Ländern

Nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stehen dem Land weitere Möglichkeiten zur Aufnahme von Handelsbeziehungen mit anderen Europäern offen. Eine davon ist das Aufnehmen von Beziehungen zu einer Organisation, die durch die große Dominanz der Europäischen Union in Vergessenheit geraten ist: die Europäische Freihandelsassoziation.

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Jene besteht aus vier Mitgliedern, namentlich Island, Liechtenstein, Norwegen sowie der Schweiz, und hat schon nach dem Referendum das Interesse an Beziehungen mit Großbritannien nach dem EU Austritt geäußert. Somit wäre zumindest der Zugang zu manchen Ländern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum gesichert. #Europa #brexit #Europäische Union