Die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte in einem Interview mit dem "Kölner Stadtanzeiger": "Es gibt keine No-Go-Areas in NRW". Zumindest räumte Frau Kraft in dem Gespräch aber ein, dass kriminelle Clans, die überwiegend aus Südosteuropa stammen, für Probleme in Stadtteilen wie Duisburg-Marxloh sorgen. So sagte Kraft, dass alleine in Duisburg 17.000 Rumänen und Bulgaren zugewandert sind.

Locken weitere Menschen an

Die kriminellen Banden würden dann in sogenannten "Schrottimmobilien" leben, welche sie zuvor günstig im Internet ersteigert hätten. Dann würde sie weitere Menschen aus Südosteuropa anlocken und ihnen Scheinarbeitsverträge bei Scheinarbeitgebern vermitteln.

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Diese Menschen würden zum Sozialamt gehen, um dort Leistungen als Aufstocker zu beziehen. Zudem melden sie ihre Kinder bei der Kindergeldstelle an, lassen sich eine Vollmacht für das Konto ausstellen und kassieren die Gelder ab.

Laut Kraft, würde die #Polizei verstärkt mit Razzien dagegen vorgehen. So habe der Bund auf Initiative von Nordrhein-Westfalen neue Fördervoraussetzungen beschlossen, sodass die Städte die "Schrottimmobilien" kaufen und abreißen können.

Jäger streitet die Existenz von „No-Go-Areas“ ab

Im Oktober vergangenen Jahres kam es zu einer hitzigen Diskussion zwischen dem Innenminister Ralf Jäger (#SPD) und der Opposition im Düsseldorfer Landtag. Hier ging es es um das Thema, ob es in den Armutsvierteln von NRW „No-Go-Areas“ gibt.

Der Grund für die Diskussion war gewesen, dass etwa 100 Personen in Dortmund zwei Polizisten einkreisten, als diese einen 24-Jährigen zur Rede stellen wollten, der zuvor ein Trinkpäckchen gegen das Auto der Beamten geworfen hatte.

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Nur aufgrund massiver Verstärkung konnten die Polizeibeamten die Situation wieder unter Kontrolle bringen. Die war nicht der erste Vorfall dieser Art in dem Dortmunder Stadtteil.

CDU und FDP waren daraufhin der Meinung, dass sich in einigen Teile der Stadt das Gesetz des Stärkeren herrsche und der Staat sein Gewaltmonopol immer mehr abgebe. Für Innenminister Jäger war dies ungerechtfertigte Behauptung, welche nicht zu beweisen sei. In Nordrhein-Westfalen würde es laut dem SPD-Politiker keine rechtsfreien Räume geben.

Der Innenminister äußerte abschließend: „In Teilen hat diese undifferenzierte Debatte den Eindruck einer faktenfreien No-Brain-Area (Kein-Hirn-Gebiet) bei mir hinterlassen.“ #Kriminalität